In einer anderen Welt

17. Dezember 2009

4.12 – 15.12. 09

Sonnige Grüße aus Sydney ihr Lieben! Da ich weiß wie beschissen das Wetter bei euch daheim ist, trau ich mich garnicht von meinem Strandtag vom Bondi Beach in Sydney zu berichten, mit den Meterhohen Wellen, den angenehmen 30 Grad, meinem leichten Sonnenbrand und den äußerst leicht bekleideten Strandmodels. Sorry.

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Als ich das letzte Mal berichtete waren wir auf dem Sprung nach Canberra. Wir steuerten also den Freeway an und blieben dort für knappe 400 Kilometer. Der Weg in die Stadt war ziemlich ereignislos. Wieder unendliche Outbackweiten, tote und ordentlich an den Straßenrand gelegte Känguruhs und ziemlich wenig Verkehr. Ich muss sagen mein Schätzchen läuft besser den je, auch wenn ich jeden Tag etwas Wasser nachkippen muss. Nachmittags erreichten wir Canberra von Norden.

Wir besorgten uns einen Stadtplan und stellten fest, das es hier nicht allzuviel zu entdecken geben wird. Wir kauften bei Woolworth das Wichtigste ein und checkten unsere Mails bei McDoof, wo sonst. Als die Nacht hereinbrach machten wir uns auf den Weg zum nächstgelegenen Campingplatz, der unfassbarer Weise ausgebucht war. Notgedrungen kurvten wir stundenlang durch Canberra, um ein schattiges Plätzchen zu finden, an dem wir in meinem Auto übernachten konnten. Kurz vor einem Tobsuchtsanfall fanden wir einen gleich neben einem Zementwerk, oder soetwas Ähnlichem. Am nächsten morgen begaben wir uns auf den nächstgelegenen Campingplatz. Wir verbrachten den Tag mit absoluter Entspannung (der Tag an dem ich den Beitrag über Griffith verfasste), und beschlossen am nächsten Tag etwas aktiver zu sein. Wir besuchten das äußerst moderne und beeindruckende Parlamentsgebäude, welches sich unglaublich besucherfreundlich gab, mit vielen Informationen, einem Café und jeder Menge weicher Ledersessel.

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Nur zu empfehlen. Danach drehten wir eine Runde zum See, welcher die Stadt in zwei Bereiche teilt. Zu sehen gab es ein paar schöne, große Gebäude, die zumeist Museen beinhalteten, eine 145 Meter hohe Wasserfontäne mitten auf dem See und ein, für mich, hochinteressanten Oldtimer Treff. Abends dachten wir über die nächsten Tage nach und beschlossen WWOOFEN zu gehen. WWOOFEN bedeutet das man auf einer Farm ein paar Stunden am Tag arbeitet und man dafür Verpflegung und Übernachtungsmöglichkeiten, sozusagen als Bezahlung, bekommt. Kathrin bekam prompt eine Zusage von einer Farm, ca. 80 Kilometer nördlich von Sydney. Da wir uns nicht vorstellen konnten weitere sinnvolle Tage in Canberra verbringen zu können, machten wir uns gleich am nächsten Morgen auf den Weg zur Farm.

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Es ging also nach drei Tagen wieder los, ganz nach meinem Geschmack. Ein bisschen Wasser reinkippen, Öl checken, Reifen überprüfen und ab auf die Piste. Wir fuhren ca. 6 Stunden. Im Auto waren es realistisch geschätzte 50 Grad, wir machten insgesamt vielleicht 10 Minuten Pause und waren gespannt auf das was uns erwartete.
Mit etwas Wehmut nach der Menschen und Partys quälten wir uns von Süden nach Norden durch Sydney, durchquerten eine kleine Stadt namens Hornsby, schlängelten uns auf Serpentinen entlang einen Berg hinunter (mit dem beunruhigenden Gedanken im Hinterkopf, das mein armes Auto das auch wieder zurück schaffen muss), und erreichten eine Fähre, die uns über einen Fluss ins Land der von der modernen Gesellschaft abgekapselten Farmer und Farmerinnen brachte. Ich lüge nicht wenn ich euch sage, dass direkt nach der Überquerung des Flusses, was keine 5 Minuten dauerte, unsere Handys keinen Empfang mehr hatten, die Straßen unbefestigt wurden und mit zahllosen Schildern auf Kühe, Pferde und die üblichen Verdächtigen hingewiesen wurde, das diese dumm auf den Straßen herumstehen könnten. Astrein, dachte ich mir, unbefestigte Straße und ab und zu ein Hinderniss, kein Problem. Das sind dann die Momente, bei denen ich kindlich vor Freude jappse, dass ich mir einen Jeep gekauft habe. Für solche Fahrten müsste man irgendwo anders auf der Welt Geld bezahlen. Nach 40 Kilometern erreichten wir, ich mit einem Grinsen im Gesicht, die Farm “Kathmandu” von Terry und Ursula Prince. Auf dem Weg dahin ist uns nicht allzuviel Zivilisation entgegengekommen. Zwischen Fähre und Farm lag die City von St. Albans, die aus einem Pub bestand. Ansonsten nur mehrere Schilder, die auf die Farmen der Einwohner St. Albans hinwiesen. Vorsichtig schlängelten wir uns den Weg hoch auf das Grundstück von den Beiden und parkten neben einem schön bunt bemalten Caravan. Sofort wurden wir herzlich begrüßt von Ursula und ihrem kleinen Muskelhund Gipsy. Doch bevor wir weiter fortfuhren, musste ich mich mit Erstaunen feststellen das mein rechtes Hinterrad platt war. “Glück gehabt dass ihr hier geparkt habt, denn ihr werdet in dem Caravan schlafen.” Ein geringer Trost. Nachdem ich das kaputte Rad in die Tiefen meines Hinterkopfes verdrängt hatte, ging es dann ans Auspacken und ans Begrüßen des Hausherrn. Terry, ein graubärtiger, schätzungsweise Mittsechziger, mit trägen Augen, der immer so aussieht, als ob er gleich zusammenbrichen würde. Er ist das genaue Gegenteil von Ursula. Sie ist eine echte Schweizerin, genauso wie man sich eine Schweizerin vorstellt. Zwar cirka genauso alt, aber fit wie eh und je. O-Beinig erklimmt sie mühelos jeden Berg, freut sich über jedes einzelne Tierchen, dass ihr vor die Augen kommt, ob Ameise, Spinne oder Vogel.

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Kurz zur Farm. Eigentlich ist es keine richtige Farm. Es ist mehr ein riesiges Grundstück mitten im Busch, welches sich einen Hügel hinaufschlängelt. Darauf befinden sich 1 Haus, 1 Garage, 1 Caravan, 2 Menschen, 2 Pferde, 1 Hund, 8 Hühner und ein Gockel, ab und zu ein 2 Meter langer Leguan, der sich gerne mit dem Muskelzwerg anlegt und unzählige unterschiedlichste Wald- / Buschbewohner. Alles ist völlig unabhängig durch Solaranlage und Bergwasser. Das Gefieder und die Pferde werden mittags immer freigelassen und toben sich völlig frei auf dem Grundstück aus. Es kann sozusagen passieren, dass, während man grad bei einer Zigarette im geparkten Auto chillt, dich ein großer Pferdekopf durchs offene Fenster fragend anstarrt, die Hühner im Schatten der Bäume neben dem Caravan dümmlich in den Boden picken und die liebenswerte Killermaschine meckernd vor einem Stock lauert, der sich einfach nicht bewegen will. Wenn man dann den Drang hat sein verdautes, überaus köstliches Mittag (köstlich natürlich bevor es verdaut wurde) ans Sonnenlich zu transportieren, schwingt man sich auf das unglaublich Plumpsklo, welches mitten am Hang angebracht wurde und zur Hangseite völlig offen ist, und genießt den famosen Ausblick, während man, naja, kackt. Einfach genial. Ursula kam in den 70ern nach Australien und traf hier ihren Terry. Terry selbst ist gebürtiger Engländer, hatte lustigerweise für mehrere Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet, im gleichen Dorf in dem auch Ursula wohnte. Auch er kam in den 70ern hauptsächlich wegen des kalten Schweizer Wetters nach Australien underst dort trafen sich die Beiden. Tolle Geschichte. Jedes Mal als wir gemeinsam beim Essen saßen erzählten uns die beiden mehr und mehr aus ihrem Leben. Das krasseste, wie ich fand und weil man das dem gebrechlich aussehendem Mann nicht zugetraut hätte, ist, dass er sich jedes Jahr auf sein selbstumgebautes 70 Jahre altes Motorrad mit Beiwagen schwingt, und auf einem ausgetrockneten Salzsee in den USA, zusammen mit anderen, Geschwindigkeitsrennen fährt. Das ist ganz offiziell und dort werden alle Geschwindigkeitsrekorde aufgestellt die es gibt. Autos schaffen dort um die 1000 Kilometer die Stunde, Motorräder knappe 600. Terry ist Rekordhalter (!) für Motorräder mit Beiwagen, die zwar wegen dem Extra an der Seite nicht ganz so abgehen, aber immerhin auf über 160 Stundenkilometer kommen. Man bedenke sein Motorrad ist aus den dreißiger Jahren. Er hat es komplett umgebaut, hundert PS hinzugefügt und absolut und enorm tiefergelegt. Wie man sich doch in Menschen täuschen kann.
Ich könnte seitenweise über die Storys der Beiden am Esstisch berichten, aber das würde den Sinn eines Blogs widersprechen. Ich kann nur sagen, dass wir dort sieben schöne Tage verbracht haben, nicht soviel gearbeitet haben und wundervoll versorgt wurden. Wir sind mit den Pferden geritten, haben zusammen mit Ursula den Busch erkundet, haben aus selbst gefällten Bambusbäumen ein Vordach und ein Pavillon für ihre Rosen gebaut, ich hab mich an große Spinnen gewöhnt (hab sogar 2 Spinnenhäute mitgehen lassen), wir haben ausgiebig mit der süßen Kampfmaschine gespielt und geschmust, haben gemütliche Fernsehabende verbracht und haben sogar an einem Dorffest teilgenommen.

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Das Fest war eigentlich eine Weihnachtsfeier bei der Dorffeuerwehr. Ich denke es waren alle aus der Gemeinde anwesend. Um die 100 Leute vielleicht. Alle mit dicken Allradjeeps und fast alle mit ihrem Hund. Die Atmosphäre war schon erstaunlich. Alle kennen sich, haben Spaß, unterhalten sich, tanzen (allen voran Terry und Ursula), lassen ihre Hunde von der Leine und trinken Bier, welches sie sich selbst mitgebracht haben oder im Pub gekauft haben. Schon verwirrend wenn mitten im Dezember bei angenehmen 30 Grad, ein Feuerwehrauto mit Blaulicht und einem Mann, verkleidet als Santa Klaus, an einem vorbeifährt und den Kindern Geschenke mitbringt. Die Leute waren sofort freundlich und offen zu uns und rückten mit ihren Geschichten heraus. Ein ganz besonderer Abend wie ich finde.

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Zum Abschied bekamen wir sogar jeder ein kleines persönliches Geschenk von Ursula überreicht und ich nahm mir vor die Beiden am Ende meiner Reise auf jeden Fall noch einmal zu besuchen.
Mit gewechseltem Hinterrad ging es dann zurück nach Sydney. Die nächsten Tage sind wir erstmal in einem netten kleinen Hostel untergebracht, in Kings Cross, unweit von unserem letzten Hostel vor unserer Abfahrt aus Sydney vor über 3 Wochen. Nun sitz ich hier, frisch rasiert und musste vor ein paar Minuten vom Balkon aus beobachten, wie sich eine ganz normal aussehende junge Frau 5 Mal den Finger in den Hals steckte und sich übergab und ich denke: Ich bin wieder zurückgekehrt in die moderne Gesellschaft, zurück in der realen Welt. Terrys und Ursulas kleines Paradies, fernab von alldem Trubel hier in der Großstadt, war vielleicht nur ein kurzer Traum von einer anderen, friedlicheren Welt. Ich weiß nicht was die nächsten Tage bringen, aber ich denke ich bleibe hier bis Neujahr und dann mache ich mich vom Acker.

Viele liebe Grüße nach Hause zu euch und schöne Weihnachten! Hab euch alle lieb!

Fotos aus Canberra…

Fotos aus St. Albans…

Griffith

06. Dezember 2009

23.11. – 04.12.2009

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Hallo ihr daheim!

Die Uhr zeigt jetzt 20:44 Uhr (05.12.) und ich nutze meine, heute, durch ganztägiges lesen und abspannen im Auto gewonnene innere Ruhe, um euch von den letzten 2 Wochen in Australien zu berichten. Nachdem uns der Zwiebeljob in der Metropole (Scherz) Griffith zugesagt wurde, ließen wir uns von der Stadt-Information, die es hier in jeder noch so kleinen Stadt gibt, einen kostenlosen Campingplatz unweit von Griffith empfehlen. Dort angekommen suchten wir uns ein schattiges Plätzchen (wenn man den einen Baum so nennen kann, siehe Fotos), und versuchten so früh wie möglich zu schlafen. Arbeitsbeginn sollte 4 Uhr morgens sein, Treffpunkt halb 4 am Hostel in der Stadt. Ein paar Franzosen waren ebenfalls anwesend, offensichtlich aus dem gleichen Grund wie wir. Die armen Teufel…

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Pünktlich halb 3 Uhr morgens klingelte der Wecker. Wir machten uns fertig. Die Franzosen am anderen Ende des Platzes standen ebenfalls auf. Kurz nach 3 versuchte ich dann das Auto zu starten. Klappte, wenn er sich auch etwas zur Wehr setzte. Doch Als ich das Licht anmachen wollte ließ er (der Jeep) mich im Stich. Super, erster Arbeitstag und die Batterie ist leer. Der Motor lief, also zog ich ein wenig am Choke, um ihn auf Touren zu bringen. Half nix. Die Franzosen ordneten sich schon zu einer 4 köpfigen Kolonne. Als sie losfuhren ergriff ich meine Chance und reihte mich, mit der Kraft des Verzweifelten in das Kolonnenende ein. Nach ein paar Metern sprang das Licht an und wir konnten uns erstmal für die nächsten 15 Minuten entspannen. Kathrin schmierte neben mir im Auto unser Frühstück und wenig später erreichten wir das Hostel. Wir parkten alle ordentlich am Hostel und warteten. Es hieß um 3:30 Uhr kommt ein Bus und sackt die Leute vom Hostel ein und die Leute die selber fahren können einfach dem Bus hinterher fahren. 5:30 Uhr dann, entschieden die Franzosen schließlich einfach auf eigene Faust zur Zwiebelfarm zu fahren. Wir schlossen uns ebenfalls, etwas verwirrt und genervt, an. Nach weiteren 20 Minuten Fahrt erreichten wir die Zwiebelfarm. Es war noch dunkel und viele Zwiebelpflücker waren mit Kopflampe bewaffnet schon am Werk, frühzeitig arbeitend, um der erbarmungslosen australischen Sonne zu entgehen. Die Mischung aus Dunkelheit, kleinen Lichtern der Arbeiter weit und breit und der seltsamen dumpfen Geräusche der Scheren, mit denen jeder die Zwiebeln beschneiden musste, war recht surreal. Auch hier war wieder warten angesagt, bis dann doch mal jemand mit Zettel, Stift und Plan uns Scheren gab und uns zeigte wo wir anfangen können. Die Sonne war bereits aufgegangen und erstreckte sich bedrohlich am weiten Horizont. Nun konnte man auch die anderen Arbeiter erkennen, wie sie ihre Eimer mit großen roten Zwiebeln füllten. Es hieß 40 Dollar für einen Bin. Okay, was ist ein Bin? Naiv dachten wir, das die die Eimer meinen. Wir wurden eines besseren  belehrt, als die Traktoren anrollten und riesige, leere Kästen ankarrten. Das waren die sogenannten Bins? Ich hab mir gleich mal grob ausgerechnet, wieviele Eimer Zwiebeln wir sammeln mussten, um einen Bin vollzukriegen. Der Bin war ca. 1 mal 1 mal 0,5 Meter groß, was einen halben Kubikmeter macht oder 500 Liter. Ein normaler Eimer fasst 10 Liter, also brauchten wir um die 50 Eimer. Nicht schlecht Eckardt. Wir fingen an. Nach ca. 2,5 Stunden hatten wir den Bin gefüllt. Wir waren im Arsch. Wir haben 40 Dollar verdient, was durch 2 Leute 20 Dollar für jeden macht, was so irgendwas um die 13 Euro sind. Ganz schön bescheidener Stundenlohn. Ich glaub, da gehen noch 30 bis 40 Prozent Steuern ab.

Rauchend und verschnaufend berieten wir über dieses Dilemma und beschlossen, wenigstens noch einen Bin zu schaffen, damit sich das frühe Aufstehen wenigstens etwas gelohnt hat. Zu der Zeit war die Sonne am hellblauen Himmel auf ihrem Zenit. Wir wechselten auf ein anderes Feld, auf dem wir nun anstatt die roten, die weißen Zwiebeln ernten durften. Natürlich war der Bin für diese minderwertigere Sorte nur noch 35 Dollar wert. Nach 3 Stunden schweißtreibender Plackerei, mit wunden und verkrampfenden Fingern, Sonnenbrand im Nacken, völlig entnervt von den vielen, völlig hirnrissigen Fliegen die am Liebsten deinen Kopf durch Mund-, Nasen, und Ohrenöffnungen von Innen erkunden würden, holten wir uns das zweite Ticket (löst man später gegen Geld ein) ab und fuhren ziemlich erschlagen zurück zu unserem Camping Platz. Wir überlegten uns das Ganze eine Woche anzutun, um dann wenigstens plus minus Null wieder nach Hause zu gehen. Wir stellten abermals den Wecker, diesmal auf 4 Uhr. Wir verschliefen. Mit der gewonnenen Gleichgültigkeit schliefen wir gemütlich aus, bis lange nach 12 Uhr. Wir verbrachten dann etliche Zeit mit im Bett liegen, Dösen, Cola trinken und Rauchen. Ab und zu aufstehen um zur Toilette zu gehen, wieder zurück ins Auto aufs Bett. Es war sehr warm, wir ließen Türen und Fenster offen, weit und breit keine Menschenseele. Der Geruch von vollkommener Freiheit lag in der Luft. Wer würde das schon für lächerliche 70 Dollar gegen harte anstrengende Arbeit eintauschen? Ein schöner Tag.

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Abends fing es zu regnen. Gut für uns, dachten wir, im Regen wird nicht geerntet. Der Regen wandelte sich dann in ein wunderbar heftiges Gewitter und wir machten es uns zusammen mit 4 Liter Goon (billiger Weißwein) im Auto gemütlich, tranken, beobachteten das Unwetter und erzählten. Wieder schliefen wir bis hinein in den Nachmittag. Langsam gewöhnten wir uns an Griffith. Wurden Stammkunden in den Einkaufshallen und bei McDonalds. Nach 4 Tagen auf dem Campingplatz direkt am W..see begaben wir uns abermals in die Stadt, als der Motor plötzlich üble Geräusche machte und kaum noch Leistung brachte. Ich parkte ihn auf dem nächsten freien Parkplatz und musste erschreckender Weise feststellen, das leichter weißer Rauch unter der Motorhaube empor stieg. Ich war angepisst bis zur blanken Hilflosigkeit. Was nun? Auto im Arsch? 4000 Dollar für die Katz? Direktflug zurück nach Deutschland? Langsam. Erstmal Motorraum beschauen. Okay, keine Kühlflüssigkeit mehr. Hab ich den Motor jetzt eigenhändig zur Strecke gebracht, weil ich nachlässig war und nicht regelmäßig nachgeschaut habe? Der freundliche Typ im Autoteile Geschäft meinte nur Wasser rein und zur nächsten Werkstatt auf undichte Stellen untersuchen lassen. Nur war es Freitag abend. Er machte mir direkt einen Termin Montag früh halb 9. Also quälten wir uns ganz vorsichtig auf den nächsten Campingplatz. 80 Dollar für eine Woche mit Strom und sehr guten Toiletten. Ein gutes Angebot. Unwissend über den Zustand des Autos, verstrichen die Tage. Regelmäßig erkundeten wir nun Griffith zu Fuß. Was hieß 3 Kilometer zu McDoof und zurück. Es gibt genau 2 Straßen in Griffith die belebt sind. Beide laufen parallel zueinander und bieten kleine Geschäfte, Shopping Center und am Ende der einen Straße lag McDonalds, was für uns, dank freiem Internet essentiell wurde. Dort konnten wir Freitagabend beobachten, wie die gesammelte Griffither Dorfjugend völlig besoffen aus der Disko hinein zu McDonalds stürmte, sich mit Pommes und Cola bewarfen, ein unglaubliches Chaos hinterließen, die ganze Zeit irgendwas mit “Fuck!” stammelten und sich wieder aus dem Staub machten. Montag früh brachten wir das Auto in die Werkstatt, die aus einer Person bestand. Ein ziemlich dicker, dunkelhaariger Mann, mit einem vertrauenswürdigen Mitgefühl uns armen Backpackern gegenüber. Ich überließ ihm das Auto und wir besorgten uns das billigste Zelt was wir finden konnten. Abends wurde es erbärmlich kalt und es regnete. Die Nacht in dem Zelt war die bisher beschissenste in Australien, zudem ich auch wieder etwas krank geworden war. Am späten Nachmittag konnten wir das Auto erfreulicher Weise schon wieder abholen. Peter, der Mechaniker hatte mehrere leckende Schläuche und Rohre gewechselt und das Auto wieder zum Laufen gebracht. Ich war erleichtert und 370 Dollar ärmer.

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Wir bemühten uns die restliche Zeit erfolglos um Jobs in der Region zwischen Sydney und Griffith und beschlossen ernüchtert, auf dem Rückweg in die heimliche Hauptstadt, wenigstens der echten einen Besuch abzustatten. Lebewohl Griffith. Hallo Canberra.

Bis zum nächsten Mal!

Zu den Fotos…

Sydney – Griffith

24. November 2009

23. November 2009

So, jetzt wirds ernst. Kathrin und ich haben uns gestern auf den Weg ins nahe Outback Richtung Griffith gemacht. Schnauze voll von dem immergleichen Einerlei in Kings Cross, haben wir gestern früh um 8 Uhr unser Hab und Gut in den Jeep geschmissen und losgefahren. Erste Station war “Super Cheap Auto”. Vergleichbar mit Hein Gericke oder Polo, nur eben für PkWs. Dort gabs erstmal ein Feintuning für meinen Süßen in Form eines kleinen Kühlschranks. Danach in Windeseile durch die City (bin langsam geübt) auf den Great Western Highway und ab ins Outback, vorbei an den Blue Mountains und zu unserem ersten Stop in Orange, einer bekannten Fruitpicking-Gegend. Unser Besuch im Arbeits-Center war ziemlich ernüchternd. “Wir haben hier keine Arbeit, aber ihr könnt euch in eine Liste eintragen.” Im Auto darüber brütend kamen wir auf die glorreiche Idee erstmal die anderen Gegenden anzurufen, bevor wir dorthin fahren. Die Frau aus dem Ort Young am anderen Ende der Leitung gab uns zu verstehen, dass sie absolut niemanden dort zum arbeiten brauchen. Okay, wir sind jetzt schon über 300 Kilometer gefahren, Umdrehen ist nicht. Der nächste Anruf in Griffith war dann erfolgversprechender. Dort gibts unsere Zwiebeln zum ernten. Das wussten wir ja auch eigentlich, aber wir wollten uns den Weg bis nach Griffith (weitere 400 Kilometer) ersparen. Außerdem, mit wem auch immer wir am Telefon über den Zwiebeljob sprachen, gab uns zu verstehen, dass die Arbeit WIRKLICH SEHR SEHR HART ist. Dankeschön. Ohne Wahl begaben wir uns auf den mit Känguruhs gepflasterten Highway, weiter hinein ins Outback. Die Landschaft veränderte sich seit den Blue Mountains immer mehr. Der Horizont entfernte sich immer weiter, Bäume wurden immer seltener, genauso wie Autos und die Weiden für die Kühe, Schafe und Pferde schienen unermesslich groß. Das wird hier deutlich, wenn die Tiere vom Auto aus nur so groß wie Stecknadelköpfe scheinen. Nach insgesamt 435 Kilometern wurde getankt. 12,9 L im Schnitt, da ist noch Platz nach unten. Ich fragte die Frau in der Tanke, ob viele Känguruhs über die Straße hüpfen wenn es dunkel wird. Sie weitete ihre Augen und sagte ja. Beruhigend. Wie auf Kommando begegneten wir dann mehreren potenzielen Straßenbelägen. Nachdem die Abenddämmerung vorbei war, haben wir keine Tierchen mehr gesehen. Aber es war auf jeden Fall eine spannende Weiterfahrt. Die Straßen wurden ebenener (was dem Benzinkonsum hoffentlich zu Gute kommt) und das Ziel greifbar. 11 Uhr abends kamen wir dann in Griffith an, suchten uns ein schattiges Plätzchen und schliefen.

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Heute gings dann ab zu McDoof ins Internet, danach zum Jobcenter, bei dem wir uns einschrieben fürs Zwiebel Pflücken. Jetzt warten wir gespannt auf den Anruf und werden dann noch einige Besorgungen machen (müssen).

Ich Grüße die Heimat und steht uns bei!

Bis dann!!

Aus dem Leben eines Backpackers.

22. November 2009

22. November 2009

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Vorsicht! Detailliert.

Ich grüße euch! Wie gehts so? Und sagt mir keiner dass das Wetter in Berlin scheiße ist. Das Wetter hier in Sydney ist durchwachsen. Mittags brütend heiß. Abends auch mal kalt und windig. Aber geht schon klar, besonders wenn man  bedenkt dass bald 1. Advent ist. Aus meinem letzten Tief hab ich mich heraus gewunden. Nicht zuletzt durch ein paar nette Bekanntschaften in meinem Hostel.

Nachdem ich also nach meiner Ankunft im erstbesten Hostel (Pink House, 24 Dollar/8-Bett) eingekehrt war, zog ich auch schon wieder aus und suchte mir ein neues. Einfach zuviele Briten, zuviele Premier League Spiele und alles auch sehr klein und eng in dem ansonsten guten Hostel. Mein oberstes Gebot für das nächste Hostel, das ich mir suchen wollte hieß wohlfühlen. Das Original Backpackers wurde im Lonley Planet empfohlen und beschrieben als ein relativ großes Hostel. Ein bisschen mehr Anonymität für den Anfang fand ich eine gute Idee. So buchte ich mich ein für eine Nacht (28 Dollar/6-Bett), mit dem Plan im Hnterkopf mir am nächsten Tag voller Elan eine günstigere Unterkunft zu suchen.DSC05953 (Small)

Als ich mein Zimmer betrat hatte ich nicht dieses ungute Gefühl im Magen wie beim letzten Hostel. Ich kam auch gleich ins Gespräch mit meinem Bettnachbar. Johannes aus Deutschland. Während unseres Gespräches kicherte das Mädchen gegenüber, weil sie alles verstehen konnte. Sie kam auch aus Deutschland. Kathrin heißt sie. Sie hatte grade Geldprobleme und so nistete sie sich in Dakotas Bett ein. Dakota ist ein 18 jähriger Amerikaner und grade auf Weltreise. Ist doch ganz nett hier dachte ich. Dennoch checkte ich am nächsten morgen aus. Ich klapperte ein paar andere Hostels ab. Es war alles dabei von noch teurer, bis billig aber 2 Wochen ausgebucht und das Schärfste war eines das Schlafen im Mehrbettzimmer für 15 Dollar angab. Ein zwielichtiger, alter, abgefuckter Typ (gibts hier so einige) zeigte mir dann sein Zimmer, in das er dann ein zweites Bett in die Ecke stellen würde. Das tolle sei sein Fernseher, der rund um die läuft und irgendwelche Sportsendungen zeigt und alles für nur abgefuckte 20 Dollares. Nein Danke du Psycho!

Ich dachte über diese ganzen Hostels nach und irgendwie überkam mich ein warmes Gefühl als ich an das Original Backpackers dachte. So sagte ich mir scheiß auf die paar Dollar mehr und ich kehrte wieder zurück in mein Zimmer und ins gleiche Bett.

Die nächsten Tage verbrachte ich mit organisatorischen Dingen wie Steuernummer beantragen und Konto eröffnen. Mit Johannes hab ich mich ganz gut verstanden. Wir sind auch mal umhergelaufen, aber er hat schon irgendwie raushängen lassen dass er alleine reisen will. Anders Kathrin und Dakota. Mit den Beiden konnt ich schon mehr anfangen. Wir sind ab und zu abends weggegangen oder haben auf der Terrasse vom Hostel rumgesessen. Dazu kam die Bekanntschaft zu 3 Franzosen, die ebenfalls in meinem Zimmer wohnen. Renaud, Marin und Nathalie. C’est Bon! Mit denen versteh ich mich mittlerweile sehr gut. Wir gehen oft alle gemeinsam weg. Auch einen Berliner (kein waschechter) haben wir kennen gelernt. Stefan, 28, war 2 mal für die Bundeswehr im Ausland als Koch und hat hier in Sydney direkt Arbeit als Bäcker gefunden. Glückspilz.

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So läuft jeder Tag so wie Vorangegangener. Man steht spät auf, duscht, isst was, versucht was sinnvolles zu erledigen wie zum Beispiel Arbeit finden, trifft sich beim Hostel, trinkt was (nicht immer aber oft) geht dann weg in eine Bar (die Hostels organisieren immer freien Eintritt und Freigetränke) und danach gehts schlafen um dann aufzuwachen, zu duschen, etwas zu essen… Eigentlich gar nicht so übel, da man fürs Weggehen auch meistens kaum was ausgibt. Aber irgendwann denkt jeder mal, dass das nicht alles sein kann.

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Nach 2 Wochen hab ich mir dann ein Auto gekauft. Mehr eine Bauchentscheidung, als ein Vernunftskauf. Ich ließ mir ein paar Tage Zeit und hatte das Auto auch schon abgeschrieben, als ich dann doch eine 2. Probefahrt machte und die Kiste kaufte. Ein Mitsubishi Pajero Wagon. Ein Geländewagen. Ich kaufte ihn 2 Franzosen ab. Ein Päärchen. Er konnte kein Englisch, sie konnte. Also musste ich mit dieser hinterlistigen Schlange namens Laura verhandeln. Die war so rotzfrech, wollte mir immer irgendwie erklären warum dies und jenes am Fahrzeug nicht funktionierte, obwohl sie scheinbar überhaupt keine Ahnung hatte. Aber da es sich um nichts Lebenswichtiges handelte konnte ich darüber hinwegsehen. Ihr Freund hat mit sehr viel handwerklichem Geschick ein klappbares Bett in den Kofferraum gebaut, sodass du zu zweit oder gar zu fünft unterwegs sein kannst. So jetzt hab ich mein Auto und spar mir jeden Tag das Geld fürs Hostel indem ich im Auto übernachte. Das heißt nicht das ich darin lebe. Ich schlafe dort seit einer Woche, verbringe aber den Tag meist am Hostel. So vergehen die Tage, Bekanntschaften gehen ihren Weg, wie Dakota, der für 2 Wochen auf eine Farm gegangen ist und danach nach Neuseeland fliegt, oder Johannes, der sich einen Van gekauft hat und abgedampft ist. Doch wie das hier so ist lernt man neue Leute kennen, wie die 2 Stuttgarter Nick und Valentin, die ebenfalls auf Weltreise sind und für Australien 3 Wochen eingeplant haben.

Mit Kathrin aus Würzburg versteh ich mich ziemlich gut. So verbringen wir meistens die Tage zusammen. Da wir eine Auszeit von Sydney wollten, kamen wir auf die Idee 3 Tage mit dem Jeep in die “Blue Mountains” zu fahren. Da wir uns mit Nick und Valentin so gut verstanden, fuhren wir zu viert in die Berge.

Blue Mountains – 14. – 17. 11. 2009

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Die erste Bewährungsprobe für mein altes Auto und meine Fahrkünste, oder sollte ich besser sagen Armmuskeln? Also gings los tanken (70 L – 85 Dollar – 56 Euro). Dann in den dichten Stadtverkehr von Sydney. Kathrin und Vale schlafend und fertig vom gestrigen Abend auf der Rückbank und nur der tapfere Nick neben mir als Helfer mit der Karte. Zusammen fanden wir den Weg durch Sydney auf den Great Western Highway Richtung, äh, Westen. Vorbei an staubigen, an alte Westernstädte erinnernden Vororten, mit jeder Menge Autohändlern und Fastfood Häusern. Der Verkehr war dermaßen zäh, das wir nach über einer Stunde und ungelogen gerademal 13 gefahrenen Kilometern seit der Tankstelle erstmal bei Hungry Jacks (Burger King) einkehrten. Etwas erholt gings dann weiter. Motor an, Zigarette an und ab auf den Highway, schon irgendwie ein nettes Gefühl. Der Verkehr lockerte sich dann auch etwas und wir konnten endlich den frischen australischen Fahrtwind genießen.

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In den Blue Mountains angekommen waren wir erstmal etwas enttäuscht. Keine großen Berge in Sicht. Keine krassen Landschaften wenn man aus dem Fenster blickt. Was für ein Vorurteil dachte ich, als wir das erste Mal in der Nähe von Katoomba aus dem Auto stiegen und ein paar Meter weiter ganz unverhofft auf eine grandiose Landschaft blickten. Die Blue Mountains sind wohl soetwas wie der Grand Canyon nur überzogen mit Bäumen. Wenn man in die weite Landschaft schaut und den blauen Dunst sieht weiß man auch warum der Ort hier so heißt.

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Wir verbrachten die Tage mit exzessiven Wanderungen. Meist stieg man über hunderte Treppenstufen ins Tal hinab um sich dann am Ende des Weges wieder hoch zukämpfen (Kathrin hat einmal mitgezählt und kam auf 1100 Stufen nur hochwärts). Die Ausblicke die man dort genießen durfte waren das aber allemal wert. Übernachtet haben wir auf kostenlosen Campingplätzen. Das war immer ziemlich abenteuerlich, da wir uns immer erst nachts dorthin aufmachten und die Wege ziemlich einsam und holprig im Nirgendwo lagen. Am ersten Abend kamen wir auf einem Campingplatz (Perrys Lookout) an. Alles duster, keine Laternen oder Sonstiges, lediglich ein Van mit etwas älteren Herrschaften und ein Feuer, um das ein paar Leute saßen. Mit Kopflampe und Taschenlampe bewaffnet bauten wir das Auto um und das Zelt auf. Danach kochten wir uns noch Spaghetti über dem Gaskocher und gingen für ein Zigarettchen vor zur Aussichtsplattform. Dort angekommen konnte man sich ans Geländer lehnen und hinunterschauen, aber nichts erkennen. Man konnte nicht erahnen, welch Ausblick uns den nächsten morgen erwarten sollte.

Am nächsten Tag begaben wir uns auf eine weitere Wanderung bei den Wentworth Falls, die von allen die spektakulärsten Aussichten bot. Abends ging es wieder hoch abenteuerlich auf einen anderen Campingplatz noch weiter ab vom Schuss und mit noch schlechterer Straße.  Ein anderer Van war mit uns auf dem ziemlich großen Platz. Ich fragte mich ernsthaft, wie der es über diesen Weg bis hierher geschafft hat.

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Wir vier machten uns abends noch ein kleines Feuerchen und, was sonst, Spaghetti. Eigentlich alles entspannt, als wir Bekanntschaft mit einer dicken Spinne machten. Danach hatte keiner mehr Lust am Feuer zu sitzen.

Am nächsten morgen wurden wir wieder überrascht. Kein grandioser Ausblick, sondern ein See inklusive kleinem Wasserfall direkt neben uns. Nach 2 Tagen Schwitzen und Nicht-Duschen ein klarer Vorteil. Auch diesen Tag verbrachten wir mit ausgiebigen Wanderungen entlang atemberaubender Landschaften und bedrohlich steilen Treppen. Diesen Abend verbrachten wir wieder am selben Camping Platz.

Den nächsten Tag ging es dann frühzeitig los Richtung Sydney. Auf dem Weg dorthin besuchten wir einen Wildlife Park. Ähnlich einem kleinen Zoo mit streichelbereiten Tieren. Wie in Deutschland, nur streichelt man hier anstatt Ziegen Kängurus. Endlich mal einheimische Tiere sehen und anfassen! Nach 2 Stunden ging es dann ab in die City. Eigentlich schade. Endlich mal die weite australische Luft geschnuppert, doch am Ende wieder in der Stadt. Andererseits freut man sich so auf die Leute, die man in den Hostels kennengelernt hat.

Die folgenden Tage liefen so ab wie gewohnt. Kathrin und ich bemühten uns begrenzt um Arbeit. Ich verteilte ein paar Lebensläufe in Videotheken und schauten im Internet nach Jobs. Wir stießen auf einen Fruitpicking Job in Griffith. Recht weit weg, aber eine gute Möglichkeit mal hier raus zu kommen. Montag werden wir uns auf den Weg machen. Ich denke wir bleiben für maximal 4 Wochen.

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Die Franzosen und ich haben gestern angestoßen. Renaud hat einen Job in einem französischen Restaurant bekommen und außerdem verlassen sie das Hostel am Montag, da sie in einem Apartment unterkommen. Also stürzten wir uns ins Nachtleben von Kings Cross. Ganz schön abgefahren am Samstagabend.  Ich werd nachher mit Kathrin einkaufen gehen für unseren Trip. Hoffe die Karre hält. Hab heut noch neue Boxen eingebaut, da die alten kaputt gegangen sind.

Ich weiß nicht wie das mit dem Internet ist dort in Griffith. Aber ich werd auf jeden Fall versuchen von dort aus zu berichten.

Ich sende euch allen liebe Grüße aus Australien. Zieht euch warm an und habt Spaß!

Bis zum nächsten Mal!!!

Fotos aus Sydney…

Fotos aus den Blue Mountains…

FUCK!!!

09. November 2009

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Mitten bei mir im Hostel! Muss doch nich sein…

Sydney

03. November 2009

1. November 2009

Hi!

Nachdem ich nach Rauchen und Kaugummikauen nur knapp der Todesstrafe durch Kaugummikauen bis zur Besinnungslosigkeit oder Nikotin intravenös entkommen bin, packte mich die Grippe mit eiserner Hand. Angekommen in Australiens größter Stadt, keuchte und hustete ich mir den Weg frei zum ersten Hostel. Alina und ich hatten vorher beschlossen wieder getrennte Wege zu gehen. Erstmal etwas geschockt von den Preisen hier (12 Euro für die Bahnfahrt vom Flughafen ins Zentrum = 6 Stationen = 15 min Fahrt), sah ich vorerst über die 25 Dollar (rund 15 Euro) für das Bett im 8-Bettschlafsaal hinweg. Dennoch lachte mich der Gedanke an, für fast umsonst in einem Van zu übernachten. Da kam direkt die nächste böse Überraschung. Die einzigen Automärkte für Backpacker in Kings Cross (Backpacker Stadtteil in Sydney), sind ein Witz. Nur eine handvoll Autos und Preise ab 8000 Dollar. Da bleiben nur die am Straßenrand parkenden Blechbüchsen der Backpacker. Einen gabs schon für 5000 Dollar. Wenn ich einen für 4000 erwische, dann hau ich ab aus Sydney! Sowieso hab ich hier grade meinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Krank, nicht in der Lage soziale Kompetenzen zu zeigen, kein Van in Sicht, kein super Typ der mit mir rumfährt und außerdem wieder auf mich allein gestellt. Aber vielleicht sollte ich mir einfach keinen Stress machen. Das wäre übrigens einfacher, wenn das Geld hier nicht mit Lichtgeschwindigkeit aus meinen Hosentaschen verschwinden würde. Nebenbei sitze ich gerade im Botanischen Garten von Sydney und über mir kreisen Flughunde, man könnte sie auch mit riesigen Fledermäusen verwechseln. Sydney ist cool, aber mir muss jetz mal was gutes passieren, sonst muss ich mir was überlegen. Wär gern fürn Abstecher mal eben in Berlin;) Also bis zum nächsten Mal!

Fotos folgen!

Singapur mit Nachgeschmack

03. November 2009

30. Oktober 2009

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Angekommen in der Sicherheitshochburg Singapur. Abgeschottet gelegen auf einer Insel, man könnte dazu auch Alcatraz sagen. Dennoch ohne Probleme erreichten wir das Stadtzentrum und auch wenig später zu Fuss unser Hostel. Auch wieder ganz in Ordnung, wenn auch hier der stetig ansteigende Preis Richtung Süden zur Geltung kam (36 Dollar / 18 Euro fürs DZ die Nacht. Das letzte in Malaysia schlug mit 8 Euro und das letzte in Thailand mit knapp 4 Euro zu Buche). Wir machten uns abends gleich auf Entdeckungstour, immer wachsam uns richtig zu benehmen. Immer korrekt über die Ampel und nicht etwa einfach so über die Straße gehen, rauchen nur auf dem Bürgersteig an der Straße (immerhin!), keine Kaugummis und auf gar keinen Fall Müll fallen lassen. Nervig, aber die Folgen dieser Verbote sah man der Stadt auch wirklich an. Absolut Müllfrei, nichts, naja, 2 Zigarettenstummel hab ich gesehen (diese Schweine!), aber ansonsten selbst in der kleinsten Gasse kein Funken Müll. Erstaunlich. Von den Gerüchten getrieben, dass die Technik in Singapur billig ist, bin ich gleich mal in eines dieser Technikkaufhäuser (ähnlich dem in Kuala Lumpur) gegangen und wurde enttäuscht. Nirgendwo stehen Preise dran, und wenn, dann sind die nicht geringer als bei uns. Sowieso machten diese Kaufhäuser ein absolut zwielichtigen Eindruck. Viel ging danach bei uns nicht mehr. Alina war zudem ziemlich erkältet. So gingen wir diesmal frühzeitig ins Bett. Am nächsten Tag erkundeten wir, nach einem fulminanten Frühstück (nicht!) die weiteren Stadtteile. Gingen am Fluss entlang. Ich ließ mich von der enorm hohen Bauweise beeindrucken, Alina mehr von irgendwas anderem. Danach folgten Burger King (halb so teuer wie bei uns) ein Besuch im Museum für Geschichte und Fotoshootings vor der beeindruckenden Skyline bei Nacht. Am nächsten Tag hatten wir noch Zeit bis zum Nachmittag, so das ich mir noch eine kleine Festplatte, die wirklich saubillig war, kaufen konnte. Danach gabs noch indisches Essen in Little India. War ja ganz in Ordnung, nur hab ich mir an einem der vielen Knochenstücke im Reis, ein ziemlich großes Stück eines meiner Backenzähne abgebrochen. Kein gutes Gefühl mit nem halben Zahn durch die Welt zu reisen. Irgendwie zieh ich zurzeit das Pech am letzten Tag magisch an. Etwas angepisst ging es dann zurück ins Hostel indem wir noch etwas chillten, bis es dann zum Flughafen ging.

Australien, wir kommen!

Fotos folgen!

Kuala Lumpur

03. November 2009

26. Oktober 2009

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Moin!

Unser Weg führte uns nun Richtung Süden. Mit dem Bus gelangten wir nach Hat Yai im instabilen Süden Thailands. Eine Stadt, etwas gebeutelt durch einen ewig andauernden Streit zwischen der Regierung und der mehrheitlich Muslimischen Bevölkerung dort im Süden.Dementsprechend haben wir dann auch die Leichtigkeit und Freundlichkeit der restlichen Bevölkerung vermisst. Hostel war dennoch super und wir haben Bustickets echt billig bekommen.
Am nächsten Morgen ging es dann los. Goodbye Thailand, es war so schön! Auf in ein neues, unbekanntes Land. Im (super bequemen) Bus gings dann 9 Stunden lang hinein nach Malaysia. Es war schon dunkel als wir die Pforte nach Kuala Lumpur durchschritten. Umso beeindruckender wirkten dann aber die mächtigen, 450 Meter hohen, voll beleuchteten Petronas Twin Towers am Horizont. Und überhaupt. Ich fand es, nach der vielen Natur in den letzten 2 Wochen, richtig scharf, mich mal wieder durch den muffigen Großstadtdschungel zu kämpfen. Nachdem wir in unserem Hostel eingecheckt haben, begaben wir uns zu den Twin Towers. Wirklich ganz schön groß sag ich euch. Das größte Gebäude dass ich je gesehen hab. Was Wolkebkratzer angeht hat die verhältnismäßig kleine Stadt, einiges zu bieten. Sie hat auch einen Fernsehturm, wie unser geliebtes Berlin, nur ist die Aussichtsplattform auf 400 Meter Höhe. Direkt am nächsten Morgen bestiegen wir kostenlos die Brücke zwischen den Twin Towers auf 170 Meter Höhe.

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Wirklich schöne Aussicht, hätte aber noch etwas höher sein können. Danach begaben wir uns zu Fuß in ein echtes Malay-Viertel, in das sich normalerweise kein Touri verirrt. Dort gabs dann leckeres einheimisches Essen für’n Euro und viele Blicke der Leute dort. Pünktlich wie jeden Tag begann 2 Uhr nachmittags der Monsun zu wüten. Vergeblich versuchten wir uns ein Taxi ranzuholen, was dazu führte, dass 2 Männer uns anboten uns in ihrem Auto mitzunehmen. Das war echt nett und wir erfuhren zudem sehr viel über sie und die Stadt. Zugegeben, man hat bei sowas in Asien immer ein leicht flaues Gefühl im Magen, weil man nie weiß ob man für soetwas am Ende was bezahlen muss oder nicht. Wir spinnten uns sogar aus, dass sie uns irgendwo hinfahren um unsere Organe zu verkaufen, da die Fahrt so seltsam lange dauerte. Natürlich war das ein blödes Vorurteil und ich denke, die beiden waren einfach nur total nett und hilfsbereit;) Sie empfahlen uns, in einem berüchtigten Shoppingviertel auszusteigen. Das taten wir dann auch und ich kam in den Genuss das abgefahrenste Elektronikkaufhaus meines Lebens zu betreten. 6-stöckig, überall Laptops, Kameras und Handys. Die echte Elektronik war leider genauso teuer wie in Deutschland, dafür lagen neben den Originalen gleichnoch, als Trost für den recht gering verdienenden Einheimischen, die passenden Fälschungen. Auch wer die SIM-Lock in seinem I-Phone entfernt haben möchte, wurde prompt bedient. Aus jeder Ecke rief jemand Mister, Mister! Und sobald du Interesse gezeigt hast und dich einem Artikel genähert hast stand dann jemand gefährlich nah neben dir. Den wurdest du dann immer erst los, wenn du den Ladenbereich verlassen hast. Am meisten feiern musste ich über die Werbung für ein Antivirus-Programm, die überall aushing, in der mein Held Jacky Chan die Werbefigur mimte. Jacky Chan und Antivirussoftware? Abgefahren. Alina nutzte die Zeit im Übrigen für eine Fußmassage.

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Am nächsten Tag dann, liefen wir schier endlos umher, besichtigten ein paar Sehenswürdigkeiten und verliefen uns ganz böse. Wir liefen und liefen und endeten auf der Stadtautobahn, auf der wir dann weiterliefen. Man muss dazu sagen, dass die Stadt sehr kompakt ist, und man im Grunde alles easy zu Fuß erreichen kann. Kein Vergleich zu Berlin. Letztendlich nahmen wir uns ein Taxi und ließen uns in einen freundlicheren Stadtteil als die Autobahn bringen. Abends sind wir dann noch durch die Einkaufsstraßen von Chinatown geschlendert, auf denen es außer DVD-Raubkopien, Sonnenbrillen-Fälschungen, unechten Taschen und Schuhen nicht soviel gibt. Zurück in unserem Hostel haben wir dann noch mit einem Waliser auf der Dachterrasse abgehangen, der nunmehr seit 4 Jahren durch die Welt reist, nachdem er sein Haus verkauft und seinen Job gekündigt hatte. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem Bus (in dem ich grade den Beitrag schreibe) Richtung Singapur.

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Zusammenfassend kann ich sagen, günstige Stadt mit vielen riesigen Gebäuden und interessanten, multinationalen Einwohnern, aber ich denke 3 Tage reichen vollkommen aus. Jetzt bin ich erstmal gespannt auf Singapur, wo du für jeden Scheiß Strafe bezahlen oder in den Knast musst. Hier ist die Todesstrafe auchnoch voll im Trend. Da muss ich mich echt zusammenreißen bei Verboten wie, Rauchen in der Öffentlichkeit oder das Kauen eines Kaugummis. Da vermisst man doch so ein ganz bisschen die gute Berliner Anarchie;)
Bis zum nächsten Mal!

Hier die Fotos…

Schlangenbiss im Paradies

28. Oktober 2009

20. Oktober 2009

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Angekommen auf Phuket, der Tourihochburg Thailands. Alles begann in Phuket-City, dass so gar nicht Tourimäßig ist. Fanden wir super und erfreuten uns der guten Preise, des grandiosen Nachtmarktes, auf dem wir uns den Magen an den zahlreichen Essenständen (Motorräder mit Beiwagen) vollschlugen, und der Übernachtung im berühmten On-On-Hotel, in dem schon Leo DiCaprio im Beginn von “The Beach” genächtigt hatte. Kein Foto oder Sonstiges weist auf die Berühmtheit hin, nur der Lonley Planet. Es ist auch wirklich genauso schäbig wie im Film, aber irgendwie mit Stil. Abends wurden wir Zeuge einer seltsamen Zeremonie. Das “Vegetarier-Festival”. Ein Straßenfest bei dem es um Götter, Dämonen und Vegetarier geht. Tausende Menschen, komplett in weiß gekleidet stehen rum, laufen unter lautem Feuerwerk-Getöse die Straßen entlang und der ein oder andere fängt dabei an zu zittern, schreien und in Trance zu verfallen. Strange.

Am nächsten Tag wollten wir am Strand chillen. Fuhren nach Patong und stellten fest, dass es auch in Thailand den Ballermann gibt. Nur 10 Minuten entfernt lag ein viel schönerer Strand, auf dem kaum eine Menschenseele war. Dort ließen wir uns braten. Am nächsten Tag verließen wir Phuket und fuhren wir mit der Fähre auf die Insel Ko Ph-Phi.

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Eine kleine Insel ohne Straßen und Autos. Weite Wege legt man dort mit dem Longtailboot zurück, ansonsten kämpft man sich den Weg frei bis zum Resort. Ein Münchner in Chiang Mai gab mir den Tip für ein spezielles und günstiges Resort, versteckt auf der Insel. Mit dem Ziel ließen wir uns zu einem Strand fahren und genossen erstmal die grandiose Aussicht. Weißer Sand, blaues Wasser und eine schöne kleine Insel in kurzer Entfernung zu unserer. Moment mal. Diese einprägsame Form dieser Insel erinnerte mich an,…, genau, die Insel aus “The Beach”. Unglaublich, nun saßen wir nicht weit entfernt von dem Paradies, das man im Film nur mit einer geheimen Karte finden konnte. Beschwippst von dieser Vorstellung bahnten wir uns den Weg zu unserem, auch ein bisschen geheimen, Resort. Und was für eins. Etwas abgelegen (Man muss einen kleinen Berg besteigen und dann wieder hinunter an einen kleinen Strand klettern), mit liebevoll eingerichteten Bungalows und netten Angestellten. Einfach nur das Paradies. Kann man nicht anders sagen. Muss man gesehen haben.

Abends gings dann durch über Stock und Stein in die einzige Stadt auf der Insel. Dort trafen wir unsere Freundin, die Alina mit nach Ko-Phangan brachte. Zusammen besuchten wir eine Ladyboy-Show (Ladyboys nennt man in Thailand Männer, die aber eigentlich Frauen sein wollen – sehen manchmal gefährlich  echt wie hübsche Frauen aus;)) Die haben dann auf der Bühne Karaoke gesungen und Tänze aufgeführt. Nach drei Eimern Alkohol mit irgendwas gings dann ins Bettchen.

Am nächsten Tag gings dann ans Schnorcheln und tatsächlich auf “The Beach”! Wir mieteten uns zu dritt ein Longtailboot samt Fahrer, der uns zu den besten Schnorchelstellen brachte. Da haben wir dann mit allerlei bunten Fischen und ein paar kleinen Haien im Wasser herumgetollt. Nett. An einer Stelle an der Insel haben wir angelegt und konnten jede Menge Affen sehen und lustige Fotos schießen. Aber für mich war das Highlight der Aufenthalt auf dem wahren Strand aus dem Film “The Beach”. Er ist wirklich so wunderschön wie im Film. Leider ist er auch der Touri-Anziehungspunkt hier. Allerdings erfährt man erst auf der großen Insel mit den Resorts, dass die kleine Insel nebenan DIESE Insel ist.

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Die nächsten 2 Tage haben wir mit shoppen, gammeln am Strand, essen und Kajak fahren verbracht. Als wir uns am letzten Abend, gegen Mitternacht, den Weg aus der Stadt in unser Resort bahnten und wie immer im Dunkeln durch das sicher scheinende Unterholz am Rand der Insel liefen, hatte ich plötzlich das Gefühl, als ob mich jemand mit einer großen, schleimigen Hand am Fuß packt. Ich dachte nicht viel drüber nach und schüttelte mein Bein aus Reflex, als Alina plötzlich losschrie. SCHLANGE!!! AHHH! Da bekam ich dann doch sowas wie Panik kurz vorm Herzstillstand und rannte ein paar Meter vor, schaute dann zurück und sah noch wie sich eine Schlange (Größe kann ich nicht mehr sagen, irgendwas unter einem Meter), hektisch vom Weg in den Busch schlängelte. Da wurde mir dann doch anders. Scheiße, dachte ich: “Gibts hier auf der Insel giftige Schlangen?” Völlig aufgelöst begutachteten wir zusammen meinen Fuß. Da ich keinerlei Schmerzen hatte, machte ich mir keinen Kopf. Zufälligerweise hatte ich 2 rote Punkte genau nebeneinander. Okay lass mal die Leute im Resort fragen gehen. Dort angekommen, zeigte ich einer Person die Stelle am Fuß mit der Frage, ob es überhaupt giftige Schlangen auf Ko Phi-Phi gibt. In unverständlichem Thai hastete die Person los und kam mit jemand anderem wieder. Auch der war verstörend hektisch. Innerhalb von Sekunden standen ca. 8 Einheimische um mich herum. Ich hatte die Hosen voll. Während der eine das Gift aus dem Biss saugte, sagte der andere, dass es sehr wohl giftige Schlangen gäbe, gefährlich giftige. Normalerweise aber nur im Inselinneren. Da ich keinerlei Schmerzen oder sonstige Erscheinungen hatte, kam mir das doch trotzdem alles komisch vor. Sie haben dann nur gesagt, auch wenn es nichts ist (es gibt auch ungiftige), müssen wir dich ins Krankenhaus zur Untersuchung bringen. Cool, dachte ich, und das am letzten Abend. Also schwangen wir uns zu sechst auf eines der Longtailboote und versuchten loszufahren. Da der Steuermann aber irgendwie nicht fahren konnte, und beim losfahren ins Wasser fiel, verzögerte sich meine Rettung. Scheiße, wenn ich jetzt doch von einer ultragiftigen und fiesen Schlange gebissen wurde, dann holt doch bitte jemanden, der das Boot auch steuern kann! Dieser jemand kam dann auch und ab gings mit Karacho! Unterwegs auf die andere Seite der Insel, wurde ich dann immerwieder gefragt, ob ich müde sei oder Schmerzen habe. Nö, nichts. Im Krankenhaus wurde mir dann Blut abgenommen und glücklicherweise mitgeteilt, dass ich kein Gift in mir habe. Entweder ist ihr Biss nicht kräftig genug gewesen, oder die doofe Schlange war nicht giftig. Erleichtert gings dann wieder zurück zum Resort, wo eine besorgte Alina in sorgsamer thailändischer Gesellschaft auf mich wartete.

Die Behandlung im Krankenhaus kostete mich 400 Baht – 8 Euro.

Mit viel Erlebtem und bis auf diese unwichtige Kleinigkeit ging es dann am nächsten Morgen Richtung Festland. Der nächste Artikel dreht sich dann um Malaysia.

Bis dann!!! Euer Schlangenbezwinger;)

Fotos von Phuket…

Fotos von Ko Phi-Phi…

Auf in den Dschungel!

28. Oktober 2009

16. Oktober 2009

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So, nun sitze ich in der Fähre und hab etwas Zeit zwei weitere Stationen nachzuholen. Anfangen tue ich mit dem Trip in den Dschungel. Dieser befindet sich im Kao Sok Nationalpark im südlichen Thailand. Nachdem Alina und ich unsere Freunde auf Ko-Phangan verabschieden mussten, machten wir uns mit der Fähre von der Insel. Da wir zu spät auf dem Festland ankamen, waren wir gewissermaßen dazu verpflichtet, die Kasse des einzigen Hotels im Ort aufzubessern. Am nächsten morgen schafften wir es irgendwie in dem ganzen Bus- und Zug-Wirrwarr den richtigen Bus zu finden und 2 Stunden später standen wir an der Pforte zum Kao Sok Nationalpark. Kein blaues Wasser mehr, kein entspannen in der Hängematte am Strand, dafür dichter, saftig grüner Urwald. Dank der Mehrzweckwaffe Lonely Planet haben wir auch eine wunderschöne Unterkunft zwischen Kreidefelsen und Fluss gefunden. Krass war, dass man trotz Dschungel und dem Gefühl mitten im Nirgendwo zu sein, freies W-LAN hatte. (Zeit genug um meinen Blog zu schrotten;)) Wir entschieden uns für eine Tour zum großen See im Park am nächsten Tag. Gute Entscheidung dachten wir uns, als wir im Longtail-Boot über den klaren, riesig großen See bretterten. Eine gute Stunde später kamen wir dann zu Einer Ansammlung von Hütten, die mitten auf dem See standen. Von dort aus erkundeten wir den See mit dem Kajak. Später gings mit der Gruppe weiter zur anderen Seite des Sees, wo wir kurz durch den Dschungel liefen (dort hab ich nun endlich meinen ersten freilebenden Affen gesehen!), und dann in einer Höhle ankamen. Alina bekam eine Autobatterie umgeschnallt und eine, damit verbundene, Neonröhre in die Hand und musste für Beleuchtung sorgen. Ansonsten wars langweilig, bis auf die abartige Elephant-Spider, die sichs in der Höhle gemütlich gemacht hatte. Auf der Rückfahrt hatten wir nochmal Zeit mit dem Kajak rumzuschlendern und dann gings zurück. Die restlichen Tage im Dschungel verbrachten wir mit der erfolglosen Suche nach wilden Tieren und mit Roller fahren durch das “echte” Thailand, indem wir gefragt wurden, was wir hier machen? Wir farangs (Ausländer) sind doch nur da hinten in den Resorts. War aber wie immer nicht böse gemeint. Ein Mädchen hat uns dann noch bis zur nächsten Tankstelle gebracht, weil wir einfach mal keine Ahnung hatten, wo wir verdammt nochmal eine Tankstelle hernehmen sollten und der Tank schon vom Rost gezerrt hatte. Die Tankstelle war übrigens ziemlich stylish. Eine nette alte Dame hatte mehrere größere Glasflaschen mit violetter Flüssigkeit darin, die sie ab und zu in die Klapperkisten ihrer Dorfbewohner kippte.
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Eine witzige Situation offenbarte sich, als wir dringend Luft für unseren Reifen brauchten und zufällig auf eine Polizeistation trafen. Der Polizist war so froh was zu tun zu haben und uns helfen zu können, dass er kurz entschlossen seine fette Karre hinter dem Haus hervorzauberte. Eine 500er Susi mit gefühltem Baujahr 1960. Voller Stolz wankte er, kaum die Füße auf den Boden bekommend, zu uns hinüber, winkte, um uns zu verstehen zu geben: “Los Männer, folgt mir!” Lächelnd setzte er an, dem Kickstarter ordentlich eins überzubraten. Der Motor sprang an, wie jemand wieder anfängt zu atmen, der gerade 2 Minuten die Luft angehalten hat. Der Auspuff knallte und der Gashebel wurde gequält. Yeahh! Abgesoffen. Noch ein Versuch! Der kleine Mann bemühte sich den Rostesel am Leben zu halten, doch es schien keine Hoffnung mehr zu geben. Mit der Vorstellung belustigt, dass der nette und dennoch so absolut harmlose Polizist mit seiner Karre, die einfach keinen Bock mehr zu haben scheinte, unser Retter in wirklicher Not sein sollte, erheiterte unsere Gemüter so sehr, dass wir aufpassen mussten, nicht laut loszufeiern. 12-16 Versuche, das Gerät in Gang zu bekommen später gelang es unserem Helfer endlich und wir brachen auf, indem wir (Polizist! vorraus) ohne zu blinken mit Vollgas über die durchgezogene Linie der Gegenfahrbahn und natürlich ohne Helm, losballerten. Alles andere hat dann super funktioniert. Wie gesagt ein wirklich hilfsbereites Volk.
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Nach ein paar schönen Tagen im Thailändischen Outback brachen wir wieder auf um das Geheimnis von “The Beach” zu lüften. Dazu später mehr. Viel Spaß mit den Fotos!

Zu den Fotos…