Archiv für die Kategorie ‘Australien 2010’

Good Night OZ

Samstag, 03. April 2010
Nach Tagen des Wartens, des im Auto B¸cher lesens und Playstation zockens war es nun vor 3 Tagen endlich soweit. Ich bin mein Auto, oder was davon ¸brig geblieben ist, losgeworden. 2100 Dollar hab ich noch bekommen. Ein schlitzohriger Israeli hat sich erbarmt, jedoch hart verhandelt. Nach erbarmungslos langer Probefahrt und gleichzeitigen Anfahrung der Autoummeldestelle, dr¸ckte er mir endlich die Kohle in die Hand, ich packte meine sieben Sachen und grinste mir einen, w‰hrend ich bepackt wie ein Esel im Zug zur¸ck nach Kings Cross stand. Endlich frei! Endlich nicht mehr wie ein Penner auf der Strafle (zugegebenermaflen zwar auf der Strafle, aber in meinem supergem¸tlichen Doppelbett) schlafen und mich jeden morgend in irgendein Hostel schleichen um zu duschen, um dann den Rest des Tages zu versuchen mich besch‰ftigt zu halten, um dann bei Dunkelheit mich ins Auto zu verkriechen. Genial. Das mir bekannte Travellers Rest Hostel angesteuert, in dem es zwar nach K‰sef¸flen riecht, aber sehr gem¸tlich ist, 2 Tage gebucht und beim K‰ffchen eine im Innenhof gepafft. Danach Lea und Sina, 2 M‰dels aus Stuttgart, die ich zusammen mit Frank auf der Strafle beim Auto verhˆkern kennen lernte, bescheid gesagt, dass diesen Abend nun mal gefeiert wird und direkt einen abartig billigen Goon (wers immer noch nicht weifl, abscheulicher Wein im 4 Liter Tetrapak) gekauft. Gegen 10 wurde in deren Hostel getroffen, mit lauten Engl‰ndern und 2 anderen Deutschen getrunken und gegen Mitternacht gings dann zum Abschluss nochmal in die gute alte World Bar. Voll und laut wie immer wurde dann bis fr¸h ged‰nzt. Hab mich lange nich mehr so befreit gef¸hlt wie an diesem Abend. Ich verabschiedete mich von den Leutchen, deren Flieger ging ein paar Stunden sp‰ter, wachte morgens vˆllig zufrieden, aber mit Kater, auf.
Zum ersten Mal f¸hlte ich mich hier in Sydney wie ein gewˆhnlicher Tourist. Ich schnappte mir einen Plan von Sydney an der Rezeption, ganz unauff‰llig, damit auch ja keiner denkt, ich bin neu hier, obwohl ich hier um die 2 bis 3 Monate verbracht habe, und kreuzte s‰mtliche Sehensw¸rdigkeiten an, die ich mir vor meinem glorreichen Abflug noch geben wollte. So gings dann nacheinander in die Art Gallery of NSW (kann ich empfehlen, ist kostenlos), in das NSW Regierungsgeb‰ude (denke ich zumindest dass es das war), ins Casino (wahrscheinlich wollte mein inneres ich nochmal versuchen meine Laune zu verderben, hats auch geschafft), am n‰chsten Tag wieder voller Tatendrang 250 Meter hoch auf den Sydney Tower, 153 Fotos sp‰ter wieder hinunter, ins Rathaus (der Besuch beschr‰nkt sich auf ein 1 mal 1 Meter groflen betretbaren Bereich), ins schˆn teure und schˆne Aquarium, zu “Clash of the Titans” (einer der schlechtesten und eindeutig nur zum Geld verdienen durch Doofies wie mich gemachte Film aller Zeiten), ins abgefahrene Museum of Contemporary Arts (mein zweiter Besuch). Ein Marathon. Ich w¸rde gerne mal die Kilometer nachz‰hlen, die mein armer Kˆrper zu laufen hatte.
Meine letzte Station war Paddys Market in Chinatown, um noch rechtzeitig Souvenirs zu ergattern, was jedoch in einem halben Nervenzusammenbruch geendet ist. Also liebe Verwandtschaft, bitte nicht bˆse sein, wenn es nix von diesem Souvenir-Schrott nach Deutschland schaffen wird.
Nach letztmaligen abh‰ngen im Botanischen Garten, bei Sonnenschein und Blick auf die Oper, gings an die letzten organisatorischen Dinge. Nun werd ich meine W‰sche abh‰ngen, packen (durch die Klauerei bin ich erstaunlich leicht bepackt), und nochmal Sydney Smog einatmen.
Morgen, am dritten April, gehts nach Hongkong. Auch da bin ich nur Tourist und ich freue mich schon sehr darauf. Ebenso freue ich mich auf den Duty Free Shop im Flughafen;) Dort kann ich mir 10 mal soviel Tabak kaufen, wie ich hier in OZ kˆnnte und auch tun musste.
Die n‰chste Mail kommt aus Hongkong!
Bis demn‰chst!

Nach Tagen des Wartens, des im Auto Bücher lesens und Playstation zockens war es nun vor 3 Tagen endlich soweit. Ich bin mein Auto, oder was davon übrig geblieben ist, losgeworden. 2100 Dollar hab ich noch bekommen. Ein schlitzohriger Israeli hat sich erbarmt, jedoch hart verhandelt. Nach erbarmungslos langer Probefahrt und gleichzeitigen Anfahrung der Autoummeldestelle, drückte er mir endlich die Kohle in die Hand, ich packte meine sieben Sachen und grinste mir einen, während ich bepackt wie ein Esel im Zug zurück nach Kings Cross stand. Endlich frei! Endlich nicht mehr wie ein Penner auf der Straße (zugegebenermaflen zwar auf der Straße, aber in meinem supergemütlichen Doppelbett) schlafen und mich jeden morgend in irgendein Hostel schleichen um zu duschen, um dann den Rest des Tages zu versuchen mich beschäftigt zu halten, um dann bei Dunkelheit mich ins Auto zu verkriechen. Genial. Das mir bekannte Travellers Rest Hostel angesteuert, in dem es zwar nach Käsefüßen riecht, aber sehr gemütlich ist, 2 Tage gebucht und beim Käffchen eine im Innenhof gepafft. Danach Lea und Sina, 2 Mädels aus Stuttgart, die ich zusammen mit Frank auf der Straße beim Auto verhökern kennenlernte, bescheid gesagt, dass diesen Abend nun mal gefeiert wird und direkt einen abartig billigen Goon (wers immer noch nicht weifl, abscheulicher Wein im 4 Liter Tetrapak) gekauft. Gegen 10 wurde in deren Hostel getroffen, mit lauten Engländern und 2 anderen Deutschen getrunken und gegen Mitternacht gings dann zum Abschluss nochmal in die gute alte World Bar. Voll und laut wie immer wurde dann bis früh gedänzt. Hab mich lange nich mehr so befreit gefühlt wie an diesem Abend. Ich verabschiedete mich von den Leutchen, deren Flieger ging ein paar Stunden später, wachte morgens völlig zufrieden, aber mit Kater, auf.

Zum ersten Mal fühlte ich mich hier in Sydney wie ein gewöhnlicher Tourist. Ich schnappte mir einen Plan von Sydney an der Rezeption, ganz unauffällig, damit auch ja keiner denkt, ich bin neu hier, obwohl ich hier um die 2 bis 3 Monate verbracht habe, und kreuzte sämtliche Sehenswürdigkeiten an, die ich mir vor meinem glorreichen Abflug noch geben wollte. So gings dann nacheinander in die Art Gallery of NSW (kann ich empfehlen, ist kostenlos), in das NSW Regierungsgebäude (denke ich zumindest dass es das war), ins Casino (wahrscheinlich wollte mein inneres ich nochmal versuchen meine Laune zu verderben, hats auch geschafft), am nächsten Tag wieder voller Tatendrang 250 Meter hoch auf den Sydney Tower, 153 Fotos später wieder hinunter, ins Rathaus (der Besuch beschränkt sich auf ein 1 mal 1 Meter groflen betretbaren Bereich), ins schön teure und schöne Aquarium, zu “Clash of the Titans” (einer der schlechtesten und eindeutig nur zum Geld verdienen durch Doofies wie mich gemachte Film aller Zeiten), ins abgefahrene Museum of Contemporary Arts (mein zweiter Besuch). Ein Marathon. Ich würde gerne mal die Kilometer nachzählen, die mein armer Körper zu laufen hatte.

Meine letzte Station war Paddys Market in Chinatown, um noch rechtzeitig Souvenirs zu ergattern, was jedoch in einem halben Nervenzusammenbruch geendet ist. Also liebe Verwandtschaft, bitte nicht böse sein, wenn es nix von diesem Souvenir-Schrott nach Deutschland schaffen wird.

Nach letztmaligen abhängen im Botanischen Garten, bei Sonnenschein und Blick auf die Oper, gings an die letzten organisatorischen Dinge. Nun werd ich meine Wäsche abhängen, packen (durch die Klauerei bin ich erstaunlich leicht bepackt), und nochmal Sydney Smog einatmen.

Morgen, am dritten April, gehts nach Hongkong. Auch da bin ich nur Tourist und ich freue mich schon sehr darauf. Ebenso freue ich mich auf den Duty Free Shop im Flughafen;) Dort kann ich mir 10 mal soviel Tabak kaufen, wie ich hier in OZ kˆnnte und auch tun musste.

Die nächste Mail kommt aus Hongkong!

Bis demnächst!

Verlängerung

Donnerstag, 25. März 2010

16.03. – 25.03.2010

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10 Tage sind vergangen und wieder ist einiges passiert, manches hat sich jedoch nicht verändert. Mein Auto steht noch in der Brougham Street, meine Flyer hängen immer noch in so ziemlich allen Hostels herum, alle 2 Tage von mir aufgefrischt. Der Preis ist nun schon bei 3500 Dollares angekommen und die Dusche im Original Backpacker Hostel kennt schon meinen Namen.

Wie ihr wisst, bin ich mit den 2 Sachsen Frank und Hagen in Frank’s Auto in die Blue Mountains gefahren. Durchaus ein Wechselbad der Gefühle. Insgesamt waren wir 4 Tage unterwegs. Die ersten 2 Nächte waren wir aus Kostengründen Zelten, was für meinen Magen zum Verhängnis wurde, da es mir am dritten Tag nicht mehr gut ging. Geplagt von Bauchschmerzen war der Abend des 3. Tages für mich gelaufen. Schuld war die bittere Kälte in den Bergen und das nicht Vorhandensein eines Schlafsackes.

Am ersten Tag wollten wir direkt eine von mir aus Erfahrung empfohlene Wanderung in Angriff nehmen, was daran gescheitert ist, dass Frank einen dicken Fuß hatte und Hagen für soetwas anscheinend generell nicht zu haben ist. Enttäuschend für mich, ich konnte mich dafür am dritten Tag rächen;) Geschlafen wurde im Wald auf einem Aussichtspunkt. Geweckt wurden wir von einer Horde echter Australier, jedenfalls würde man sie sich genauso vorstellen, wäre man noch nicht hier gewesen. Ein dutzend, große, kräftige und langbärtige, “How is it going mate?” grüßende Männer, die große Steinbrocken von einer Straßenseite zur anderen trugen, rollten oder warfen. Später an diesem Tag gings an einen See in Lithgow, eine Stunde nördlich. Dort gabs einen sehr günstigen Campingplatz auf dem wir es uns gemütlich machten. Wir genossen die, durchaus heiße Nachmittagssonne am See und entspannten. Die Nacht war die Hölle. Gefühlte Minusgrade machten mir zu schaffen. Eingekleidet in 3 T-Shirts, 2 Pullover und meine Regenjacke, dazu noch zugedeckt mit meinem Bettlacken und unter mir eine Isomatte. Half alles nix. Mit Hoffnung auf Besserung setzte ich mich in Franks Auto, der eingelullt in seinen Schlafsack und 2 dicke Decken wie ein Baby schlief. So sieht Kameradschaft aus. Ich zitterte mir einen ab und hoffte nur, dass die erlösende Sonne endlich aufgeht. Dann ging sie auf, ich brauchte einige Zeit im Licht aufzutauen. Da gings dann auch schon mit meinem Bauch los. Wir entschieden der Kälte zu entfliehen und die nächste Nacht im Hostel einzubuchen.

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Wir fanden das “Cecils” in Katoomba, ein wahnsinnig gutes Hostel. Augenscheinlich ein altes Restaurant. Gefrühstückt wurde dann sozusagen im Restaurant mit Nutzung der riesigen Restaurantküche. Unser eigenes 3 Bettzimmer stand uns dort genauso zu, wie Billard und Tischtennis. Ich legte mich nach dem Frühstück aufs Ohr, wurde von den anderen Beiden 2 Stunden später aus meinem wohltuenden Tiefschlaf gerissen mit der Begründung, dass unten 2 Däninen angekommen seien. Juhu, hab genug von Däninen. Den Rest des Abends wurde auf der Couch vorm Fernseher gechillt und Mimic 2 geschaut. Am nächsten Morgen wollten die Beiden, eigentlich nur Frank, nochmal wandern gehen. Ich konnte nicht und gab mir ein paar Seiten meines aktuellen Buches. Das Parfüm, nie wieder lese ich ein Buch, nachdem ich den Film gesehen hab. Dann gings wieder nach Sydney. Bei meinem Auto, welches noch  artig auf der Straße fiel mir dann etwas an meiner Fahrertür auf. Sie war unverschlossen. Ich hatte jedoch beide Schlüssel an mir und ich war mir 105 Prozent sicher, dass ich alles verschlossen hinterlassen hatte. Das kleinere, eindrückbare Fenster an der Fahrertür war ein kleinen Spalt offen und mir schwante Übles. Auf den ersten Blick fehlte nichts, auf den zweiten fehlte mein blauer großer Rucksack, gefüllt mit sämtlichen Ladegeräten, meinen Souvenirs aus Thailand, Kuala Lumpur und Singapur, mein abgebrochener Stein vom Uluru, meinen getrockneten Spinnen, mein graviertes Zippo und was weiß ich noch alles. Ich nahms mit Fassung, bin langsam Einiges gewohnt.

Seitdem wohnen wir in zwei Autos auf der Straße. Zwei alte Bekannte bereicherten unsere Kings Cross Straßen Kommune. Der Schwede Joachim und Guddel sind ebenfalls in Sydney aufgeschlagen. Hagen schlief ein paar Tage mit bei mir und Guddel bei Frank. Joachim schlief im Hostel, war trotzdem jeden Tag bei uns. Der Italiener Pietro verabschiedete sich nach Thailand am 20. März, Guddel und Hagen flogen gestern gemeinsam nach Cairns um Freunde von ihm zu treffen und um auf einer Bananenfarm zu arbeiten. So blieben nur Frank und ich zurück. Frank wird am Sonntag aufbrechen in die Nähe von Griffith. Er hat einen guten Job als Traktorfahrer gefunden.

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Vor 2 Tagen hatte sich doch mal jemand dazu durchzuringen, sich für mein Auto zu interessieren. 2 Briten schlichen skeptisch um meinen Jeep. Als ich die Beiden von meinem generalüberholten Motor überzeugen wollte, spring die Karre nicht an. Batterie war total runter, ohne Anzeichen warum. Das wars mit der Kundschaft. Eine völlig unfassbare Situation. Ich fahre fast täglich umher, das Licht war aus, ser Schlüssel nicht in der Zündung. Seitdem ich die Batterie wieder geladen hatte funktioniert wieder alles normal. Unsere Theorie schwankt zwischen der Liebe des Autos zu mir, des Nicht-den-Besitzer-Wechseln-Wollens und der zweiten, möglicherweise realistischeren Möglichkeit: Das Auto will einfach in Ruhe sterben. Keine Reparaturen mehr, keine Touren durch Australien mehr.

So langsam nähert sich mein Gemüt der Schmerzgrenze. Zuviele Dinge treiben mich zurück nach Deutschland. Neuseeland wird nichts mehr, zum einen werde ich das Auto sicher nicht vor dem Abflug verkaufen können, zum anderen kann ich es mir auch gar nicht mehr leisten. Davon mal abgesehen ertrag ich die relative Nähe zu Alina eh nicht und ich bin sicherlich erheblich erleichtert, wenn ich mich wieder auf der anderen Seite des Erdballs befinde.
Meine restliche Reise wird sich auf Sydney und 1 oder vielleicht 2 Wochen Hongkong beschränken. Reine Schadensbegrenzung.

So jetzt drückt mir doch verdammt nochmal jemand die Daumen, dass ich die Karre loswerde und endlich von dem verflixten Kontinent fliehen kann.

Grüße in die Heimat und bis nächste Woche!!

Fotos der letzten Wochen…

Auf heißen Kohlen

Montag, 15. März 2010

04.03. – 15.03.2010

Mein Auto ist nun in der Werkstatt. Leider hab ich mich nicht so glücklich angestellt, denn der Chef Rudy ist ein zwielichtiger Italiener, der mir die ganze Zeit nur Märchen erzählt. Die Rechnung wird immer dicker und der Werkstattaufenthalt immer länger. Nun will ich mal nich meckern über diese SCHEISSE, denn ich blicke vorraus auf den Autoverkauf, der in den nächsten 2 Wochen über die Bühne gehen muss und über meinen Flug nach Neuseeland am 1. April. Solange muss ich mir hier einen ab-chillen.

Die letzten Tage waren, sag ich mal, ganz gemütlich. Zusammen mit Maria bewohne ich ein günstiges Doppelzimmer in Assi-KingsKross. Wir sind die ganze Zeit damit beschäftigt umherzulaufen, ins Kino zu gehen und uns Filme reinzuziehen. Jeden Tag wird ordentlich ausgeschlafen und das Housekeeping nach Hause geschickt. Vorgestern gabs “Wolfman” im Kino (was für eine Enttäuschung!!!), vor einer Woche hab ich es dann doch noch geschafft mir Avatar anzuschauen. Wobei ich sagen muss, dass der Film als solcher echt nix besonderes ist, die Effekte und der 3D Effekt aber wirklich spitze sind. Oscars zurecht für “The Hurt Locker”!

wolfman

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Letztens waren wir im monströsen Centenials Park. Noch viel größer als der Botanische Garten, kann man sich dort wirklich gut verlaufen. Dort war auch die “Taste” Veranstaltung, ein Restaurant Festival, wenn man das so sagen kann. Leider wurde die Kundschaft schon am Eingang separiert. Eintritt: 30 Dollar und das Essen kostet ja dann auch noch was. Schade. Vorgestern hab ich mit Pietro bei seinem Kumpel Lorenzo übernachtet. Der wohnt dort in dem Haus von Freunden seiner Eltern. Ziemlich reiche Freunde, wie es scheint. Ein monströses, super chic eingerichtetes Haus auf einer Anhöhe mit fantastischem Blick auf den Bronte Beach. Dort konnte ich, durch Plünderung der Spirituosenvorräte, auch endlich wieder, nach Thailand, einen Whisky genießen. Dann gabs noch “Hot Fuzz” als Filmchen zum Einschlafen. Morgens hab ich dann auf dem Baugerüst vom frisch renovierten Balkon gesessen, und mit Blick auf den Strand ein Käffchen getrunken. Ja, so lässts sich leben;) Zurück in meinem wahren zu Hause verbrachte ich meine Zeit mit warten. Rudy tat gut daran, die Fertigstellung meines Autos immer weiter herauszuzögern. Am Samstag abend um 7 Uhr war es dann endlich soweit. Ich konnte mein Auto abholen. Vorher gabs kleinere Diskussionen und mal wieder Geschichten aus Italien. Nebenbei hat er mir noch sein High-Tech Geländewagen und seine Munition für seine Gewehre gezeigt. Da weiß man worin man hier investiert. Naja, der Motor läuft erstaunlich gut und leise, mehr kann ich nicht verlangen. Mit 1700 Dollar war es dann auch nicht gerade billig. Nun geht es an die Schadensbegrenzung, sprich den Verkauf des Autos. Gestern habe ich in so ziemlich jedem Hostel meine Auto-Flyer verteilt, auch auf den Ampelmasten und ebenso im Internet Anzeigen geschaltet. Vielmehr kann ich nun nicht mehr machen, außer ab und zu die Flyer checken und aktualisieren, bald mit dem Preis runtergehen und einfach hoffen, dass irgendjemand dieses Auto kaufen will. Die Zeit rennt, ich hab noch 2 Wochen, nicht viel, wenn man bedenkt, dass so manch einer 5 oder 6 Wochen wartet, ehe er sein Auto los wird. Gestern abend wurde mit Frank, der aus Adelaide hergefahren ist, da er noch immer auf seinen Arbeitseinsatz wartet, und dem Neuen in meinem Bekanntenkreis, Hagen (Oh man, 2 Sachsen!!!;)), nochmal ordentlich gefeiert. Einzelheiten nur auf Anfrage.
Maria ist heute auf nach Dänemark. Der Abschied war nicht so herzlich, da wir uns am gestrigen Tag etwas angemault haben. Mir auch egal;) Da der Frank seine Zeit hier nutzen will und heute in die Blue Mountains fährt und ich, obwohl ich dort schon war, nix Besseres zu tun habe, schließe ich mich ihm und besagtem Hagen an. Die nächsten 3 Tage gehts wieder ans Wandern, endlich wieder aktiv! In 1 Stunde gehts los, ich wünsche euch wärmere Temperaturen und mehr Sonne und man sieht sich ja bald!

See Ya!!

Alice Springs – Nachtrag

Samstag, 13. März 2010

20.02. – 26.02.2010

So ihr Lieben daheim, hier der Nachtrag zum Alice Springs Trip. Nach einer guten Stunde Schlaf trafen wir uns alle vor meinem Hostel. Ich nahm nur das wichtigste mit und ließ den restlichen Kram in meinem Pajero zurück. Trotzdem staunte ich nicht schlecht, wie wir das Gepäck von 4 Leuten in Franks relativ kleinem Auto verstauten.

Fertig bepackt gings dann erstmal mit Franks Auto und meiner Mühle zu Marks Haus, wo ich den Weißen sicher im Hinterhof parken konnte. Noch schnell meinen 25 Liter Wasserkanister in Franks Auto gequetschtgings dann auf unseren 4000 Kilometer-Trip Richtung Norden. Man stelle sich vor, das ist wie Deutschland von der Nordspitze bis zum südlichsten Punkt, 4 mal. Am ersten Tag schrubten wir um die 400 Kilometer und übernachteten auf einem einsamen Campingplatz mitten im fast Nichts. Am nächsten Tag erreichten wir cirka 300 Kilometer weiter die Opalstadt Coper Pedi. Ein wirklich mal surrealer Ort. Kilometer vor der Stadt fangen in der kahlen Wüste links und rechts vom Highway Sandhaufen an aufzutauchen. Tausende verlassener, aufgegebener Orte, an denen von vielen, vom Reichtum träumenden Australischen Seelen nach den, mal mehr, mal weniger wertvollen Opalen gesucht wurde. Im eigentlichen Ort angekommen macht sich der Gedanke breit, auf einem heißen, unwirtlichen Planeten gelandet zu sein, zumal, wenn man das Raumschiff aus dem Streifen Pitchblack erblickt.

DSC07290 (Small)Die Stadt ist zumeist nicht in die Höhe gebaut, sondern in die andere Richtung. Aufgrund der ganzjährigen Hitze wird verständlicherweise lieber in den kühlen Gefilden 10 Meter unter der Erde geschlafen. Unser Hostel, in das wir uns aufmachten, stellte unsere Betten ebenfalls unterirdisch bereit. Besser gesagt, wir schliefen in einer alten, ausgebauten Miene. Die Räume hatten keine Türen, sodass man sich nie alleine fühlen musste. Nach Mittagessen und einem Päuschen, um die extreme Sonne ziehen zu lassen, ging es dann auf, ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Ich als Filmheini war natürlich total scharf darauf den Drehort von Filmen wie Mad Max oder Red Planet zu sehen, und so wurde die Truppe motiviert 20 Kilometer über Stock und Stein zum absolut beeindruckenden Moon Plain zu gelangen. So muss es auf dem Mars aussehen. Flache, trockene Erde soweit das Auge sehen kann, vereinzelt scharfkantige Steine und am Horizont kahl aufstrebende Berge. Scharf! Nebenbei schauten wir uns den mit 5600 Kilometern längsten Maschendrahtzaun der Welt an.

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Der sogenannte Dog Fence hält die Dingos davon ab, ins von Menschen besiedelte Gebiet einzudringen. Weiter gings zu einer Untergrundkirche und zu einer Außen-Kunstgalerie. War schon etwas krankes Zeug, was der Mensch dort zusammengebastelt hat, aber die Pitch Black Kulissen konnten überzeugen, jedenfalls mich. Natürlich hatten wir uns auch das Raumschiff genauer vorgenommen, wie es traurig zwischen einem Hostel und öffentlichen Toiletten stand. Eine tolle Arbeit der Filmemacher. So überzeugend passt es in diese triste Wüstenlandschaft, so detailiert ist es gestaltet. Ich hätte ja mal gefragt ob ich ne Runde drehen darf, wäre es nicht so verdammt hohl gewesen. Also das Schiff, nicht die Absicht zu fragen;) Kurioserweise fing es dann abends an zu regnen. Faszinierend hier in der Wüste. Am nächsten Tag ging es dann zum Hauptziel, den Uluru. Wir starteten im Morgengrauen, ich war der Fahrer und war auch der einzige, der auf unserem Trip scharf bremsen musste, um nicht eines der Kängurus zu plätten. Nach jeder Menge Kilometer erreichten wir den Uluru Nationalpark. Wir entschieden uns, nachdem jeder 25 Dollar für ein 3 Tages Ticket hinblättern musste, erstmal mit den Olgas vorlieb zu nehmen und uns dann den Uluru im Sonnenuntergang anzuschauen. Die Olgas ragen, ähnlich wie der Uluru, wie riesige Steine aus dem roten Wüstensand hervor. Die Olgas bestehen dabei aber aus mehreren Erhöhungen und sind wohl nicht minder beeindruckend. Nach einem kurzen Trip zwischen die roten Felsen gings zum Sonnenuntergang, der schön, aber nicht so magisch war wie gedacht. Auf der Suche nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit scheiterten wir grandios und fuhren 80 Kilometer weiter zu einem freien Campingplatz. Am nächsten morgen wurden wir von einem ziemlich großen Vogel geweckt, der neugierig um unsere Zelte schlich und mir das Gefühl gab einen Abstecher in den Jurassic Park gemacht zu haben.

DSC07543 (Small)Unser Ziel hieß Uluru. Also ging es wieder in den Nationalpark und wir nahmen uns die lange, 10 Kilometer andauernde, Tour vor. Ist schon ziemlich beeindruckend und ich ließ es mir auch nicht nehmen ein Stück vom Uluru abzubrechen und einzustecken. Übrigens, wer den Uluru erkunden will, sollte sich unbedingt ein Fliegennetz besorgen. Frank und ich hatten somit einen ruhigen Tag, Ben und Dirk waren, besonders Ben, am Rande eines Nervenzusammenbruchs.

DSC07569 (Small)Leider konnten wir nicht auf den Uluru raufkrabbeln, da wir zu spät dran waren und der Aufstieg nach 8 Uhr morgens gespeert wird, aufgrund von Hitze und jeder Menge Leute die in der Vergangenheit mit Wucht auf dem Boden aufgeschlagen sind. Weiter ging es dann zum gut 300 Kilometer entfernten Kings Canyon. Auf dem Weg hat es wieder angefangen zu regnen und wir kamen in den Genuss den Canyon im verregneten Sonnenuntergang zu bestaunen. Da es für die große Tour zu spät war, gings erstmal auf den völlig überteuerten und schlecht ausgestatteten Campingplatz gleich nebenan. Das Highlight waren die Dingos, die auf der Suche nach einem Fresschen auf dem Campingplatz herumschlichen. Übrigens, die Instant-Nudeln, die ich mir warm machte waren seid 2 Jahren abgelaufen. Eine Besonderheit in Australien, hier muss man höllisch aufpassen, wenn man reduzierte Ware kauft, sie könnte schon nicht mehr in ihrer ursprünglich gewollten Form existieren. Ohne Bauchschmerzen ging es am nächsten Morgen zum Canyon und wir liefen, kletterten und staunten uns einmal um den wunderschönen Kings Canyon und wir beschlossen, dass das unser Highlight auf unserem Trip war. Nachmittags fuhren wir die restlichen 400 oder so Kilometer nach Alice Springs. Wir fanden ein nettes Hostel für 22 Dollar. Abends gabs selbstgemachte Burger, Frank und ich leisteten uns sogar ein Bierchen (Oettinger). Am nächsten Tag wurde stramm durch die Stadt marschiert und über den vollen Fluss und die teils überfluteten, den Fluss kreuzenden Straßen gestaunt. Viel hat Alice ja dann doch nicht zu bieten, sodass es dann am späten Nachmittag direkt wieder Richtung Adelaide ging.

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See Ya!

Fotos Alice Springs

Adelaide – Alice Springs – Sydney

Donnerstag, 04. März 2010

Hey Ihrs,

wie angekündigt hats mich letztens an den Uluru verschlagen. Da ich grade keine Lust habe viel zu schreiben, lass ich einfach mal Fotos sprechen.

Fotos – Fringe Festival Adelaide

Fotos – Alice Springs

So, danach gings für mich und mein Auto zurück nach Sydney. Soviel kann ich sagen, angekommen sind wir beide. Mein Auto hat es nicht so gut überstanden. Mal abgesehen davon, dass ich schon nach dem ersten Stopp, 200 Kilometer hinter Adelaide nicht mehr vorwärts gekommen bin, es irgendwie am nächsten Tag geschafft habe zum nächsten Mechaniker zu gelangen (150 Kilometer weiter), der mir den Riemen an der Lichtmaschine festgezogen hatte (40 Dollar, Sonderangebot), hab ich heute früh beim Losfahren ein grässliches Geräusch im Motorraum festgestellt. Jedenfalls hab ich mich nach Sydney geschleppt, einen Mechaniker gefunden, der nur meinte 1500 Dollar Reparatur oder neuer (alter) Motor für das gleiche. Okay. Verkaufen hat sich somit erledigt. Jetzt steh ich vor der Aufgabe entweder die Schrottkarre an den nächsten Verwerter zu verticken oder irgendwoher nen Motor aufzutreiben und hoffen das ich das Auto dann verkaufen kann.

Nachher treff ich mich mit der Dänin Maria, die ich in Adelaide kennengelernt hab.

Das waren die neuesten Nachrichten, bis denne!

Adelaide, meine Perle.

Mittwoch, 03. März 2010

Hey! Wieder ist ganz schön viel Zeit vergangen und viel ist passiert, jedenfalls bei mir.

Nach insgesamt 4 Arbeitstagen und 200 verdienten Dollars pro Person verließen wir Waikerie und machten uns auf nach Adelaide. Jedoch aus verschiedenen Gründen. Ich hatte vor in Adelaide mein Licht reparieren zu lassen, die anderen wollten sich in den Weinregionen nach Arbeit umschauen. Warum ich nicht? Weil ich kein Bock mehr hab meine Zeit in Australien mit sinnloser Arbeitssuche zu vergeuden und endlich mal was von meinem Trip haben wollte. Diese Einstellung ist zwar ganz schön teuer aber ich bin nur einmal hier. So verabschiedeten wir uns voneinander auf dem McDonalds Parkplatz in Adelaide und gingen (vorerst) getrennte Wege. Ich buchte mich erstmal in das Sunnys Backpacker ein, da ich wusste, dass der gute Pietro ebenfalls dort nächtigte. Die anderen (Frank, Guddl, Joachim, Inga und Kathrin ) machten sich auf den Weg ins McLaren Vale.  Dekadenterweise hatte ich einen eigenen Parkplatz am Hostel, was das Sunnys in meinem Ranking mal gleich ganz nach oben schob. Endlich keine stressige Parkplatzsuche mehr! Nachdem mich die überaus nette Romy empfangen hatte und mir die, na ich sag mal, Hausmutti Denise das Bett machte, gönnte ich mir den mir bekannten Foodcourt in Chinatown, in dem man seinen Teller für 6,50 Dollar so voll machen kann wie man will. Mit leichten Bauchschmerzen traf ich Pietro dann im Hostel wieder. Kein bisschen verändert, muss ich erstmal eine Runde Poker mitspielen. Bin mal wieder ziemlich früh ausgeschieden. Er hat immernoch seinen Job, hat aber ein paar Stunden zusätzlich bekommen, was gut für ihn ist. Unser Zimmer stank nach alten Socken, war aber recht kühl und ruhig. Weil wir uns so sehr über unser Wiedersehen freuten wurde erstmal Bier gekauft und Abends wurde sich dann draußen am Hostel zusammengesetzt und geschnakt. Dann bekam ich einen Anruf von Kathrin, dass alle außer Frank, nach Adelaide zurückkehren, da sich das mit dem Job erledigt hatte. So kam es zu einem frühen Wiedersehen. Auch der gute Mark aus Brisbane besuchte uns am Hostel. Schon seltsam wie am Ende doch wieder alle Fäden zusammenlaufen. So saßen nun Pietro, Kathrin, die Leute aus Waikerie, Mark, ich und neue Menschen vom Hostel zusammen und verbrachten den Abend. Mit den  neuen Menschen sollte sich dann auch der nächste Trip für mich ergeben, aber dazu später mehr.

Am nächsten Tag Ließ ich erst Dirk mein Auto begutachten, der konnte am Licht nix machen, erklärte mir allerdings was alles so an meinem Auto kaputt ist (Ventile, Kupplung,…). Danke. Als nächstes machte sich Mark auf den Fehler in der Lichtanlage zu finden. Als auch er nichts fand ging es zur Werkstatt, die mir einen Termin für den nächsten Tag gab.

Dann bekam ich den Anfall mein Auto noch schnell zum Verkauf anzubieten, was bei den niedrigen Preisen in Adelaide ziemlich unmöglich schien. Also verteilte ich Anzeigen in den ganzen Hostels und wen traf ich da? Frank. Er hat zwar einen Traktorfahrer-Job sicher, jedoch fängt dieser erst in 2 Wochen an. So ganz alleine schien es, als ob nicht alles in feierlicher Bruderschaftlichkeit zwischen ihm und den anderen 4 auseinander gegangen ist. Er fragte ob ich immernoch vorhab nach Alice Springs zu fahren, und ich sagte ich sei nicht sicher und dass ich meine Karre verkaufen wolle. Er hat vor seine 2 Wochen zu nutzen und sich den Uluru anzuschauen.  So kam mir der Gedanke mein Auto hier zu lassen und bei ihm einfach mit ins Auto zu steigen.

Abends wurde sich wieder zusammengesetzt, diesmal war Frank auch dabei. Am nächsten Tag ließ ich dann das verdammte Auto reparieren, was 300 Dollares aus meinem Portmonaie saugte. Immerhin gings dann mit Licht zurück in die City.

Am nächsten Morgen wurde dann früh um sechs aufgestanden und Italien gegen Deutschland aka Florenz gegen Bayern in der Champions League geschaut. War für Pietro und mich natürlich Pflichtprogramm.

Dann ist zur Zeit das Fringe Festival in der Stadt, was nichts anderes heißt als 30 Tage immer irgendwelche Live Bands und Veranstaltungen. Ganz schön nice! So gings dann abends mit Frank, Dirk, der lieblichen Romy, Ben (schläft in meinem Zimmer) und ein paar anderen auf zum Festival. Ich sag nur eines, lange nicht mehr so einigen lustigen Weggeh-Abend erlebt, was nicht unbedingt am Festival lag.

Na auf jeden Fall stieß sich der Dirk (32, Labertasche), auf dem Hinweg, wie auch immer, seinen Zeh beim Pissen gehen so derb, dass wir ihn erstmal zum Erste-Hilfe-Zelt brachten. Er nahms mit Humor, immer drauf bedacht alles weibliche in seiner Nähe vollzuquasseln. Mit frischem Verband gings dann zur Liveband. War wirklich nett, aber der aufkommende Staub, der verschuldet wurde durch die tausenden Leute und Adelaides Wüstendasein, zogen wir wieder Leine, um uns was zu trinken zu besorgen. Da trafen wir auch die Kathrin, mit dem Schweden Joachim wieder, die uns dann begleiteten. Also bahnten wir uns den Weg durch die Rundle Street auf der Suche nach einem Liquor Store. Als wir die Straße zwischen Rundle Street und Rundle Mall überquert hatten, sah ich, als ich mich umdrehte um nach den anderen zu schauen, wie der Dirk in Zeitlupe über den minimalen Bordstein auf Höhe der Fußgängerampel stolpert und vornüber kippt. Als wenn er versuchen wollte gen Mekka zu beten, näherte sich sein Kopf dem harten Betonboden. Jedoch stoppte er diesen nicht, sondern ließ seinen Kopf mit ziemlicher Wucht aufschlagen, was sich direkt mit einer dicken, roten Beule rächte. Zuerst kamen die Sorgen, dann die Beruhigung, dann die Scherze, die bis heute anhalten. Mach uns heut bloß nicht den Dirk!;) Man muss aber sagen, dass wir das nur machen können, weil er seine Tolpatschigkeit mit grandiosem Humor nahm. Der Abend endete an unserem Hostel, für die meisten, nicht für Romy, Frank und mich. Wir machten Bekanntschaft mit einer Adelaider Lesbe, die uns direkt mit in einen Gay Club zerrte. War jetzt nicht so krass wie gedacht, es war eher ganz süß. So hatten wir keine Hemmungen das Tanzbein zu schwingen. So um sechs in der Früh, gings dann zurück und nur Romy und ich blieben übrig. Wir kamen auf die Idee uns Harry Potter reinzuziehen, war nix anderes da. So war ich bis halb zehn morgens wach, Romy hat geschummelt und ist eingeschlafen. Aber da war ja noch was. Genau! in 2 Stunden gehts mit Frank, Dirk und Ben auf nach Alice Springs!

Alles darüber im nächsten Beitrag!

Waikerie

Mittwoch, 10. Februar 2010

09.02.2010

So hier mal ein kurzes Update.

Nachdem der gute Pietro uns (vorerst) verlassen hat, versuchen Kathrin und ich unser Glück immer noch beim Orangen ernten. Wir sind in der Zwischenzeit vom Campingplatz rüber auf ein Schiff, welches fest vor Anker auf dem Murray River auf der anderen Straßenseite liegt. Wir haben zu zweit einen eigenes Zimmer und bezahlen das gleiche, als wenn wir drüben im Auto schlafen würden. (10 Dollar pro Person und Nacht). Genial! Besonders wenn man die derzeitigen Temperaturen bedenkt. Heute hatten wir gut über 40 Grad und eine richtig miese Sonne. Da tut die natürliche Wasserkühlung unten im Schiff schon ganz gut. Die letzten drei Tage haben wir versucht das beste aus der Arbeit zu machen. Gestern waren wir ganz gut und haben 5 Bins gepackt, den Tag davor nur 2 wegen kahler Bäume, heute nur 3 wegen des ultraharten Wetters.

Mein Auto hat immer noch kein Licht, so ist es für uns jedesmal ein Abenteuer im Dunkeln zur Arbeit zu finden. Heute war ich in einer Mitsubishi Werkstatt. Die meinten es liegt am Schalter und vielleicht noch ein paar Probleme mit der Erdung. Den Schalter gibt es aber nirgends vorrätig, so kann man nur hoffen, dass man ihn mal irgendwo auftreiben kann. Schalter allein würde neu 140 Dollar kosten plus 100 Einbau plus Erdungsprobleme fixen, dabei ist er sich aber nicht so ganz sicher ob das Problem dann gelöst ist. Gut, muss ich wohl auf dem nächsten Trip die ganzen Autoverwerter (Wreckers) abklappern, oder zu nem Autoelektriker gehen. Solange der Motor läuft…

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Gestern musste ich mal wieder pusten. Ich komme nun schon auf 5 Kontrollen. 3 mal nicht angeschnallt, 2 mal Alkoholtest. Ob das am Auto liegt oder daran das ich immer versuche so freundlich wie möglich zu den Sonnenbebrillten, Cowboyhut und Colt tragenden Polizisten rüber zu lächeln? Das letzte Mal war es vielleicht etwas übertrieben, deswegen wohl der extra Drogentest neben dem Pusten. Das einzige Problem war mein Führerschein, den ich auf dem Schiff vergessen hatte.
In der Bibliothek gibts freies W-LAN 7 Tage die Woche 24 Stunden, hört sich gut an, ist aber auf 30 MB Traffic beschränkt,…, ist aber trotzdem gut. Nur mal so nebenbei. Ansonsten gibts auf der Toilette auf dem Campingplatz jede Menge Redback Spinnen, wie auf den letzten Fotos zu sehen ist. Nach anfänglichen Ängsten (die zweitgefährlichste Spinne Australiens) hat man sich schon gut angefreundet. 5 friedlich dahin existierende Redbacks suchen auch nur Anschluss. Ansonsten ist der Campingplatz, zur Erklärung, der Campingplatz und das Schiff gehören zusammen, bevölkert mit Deutschen und Franzosen und einem Schweden, 2 Asiaten (einer ganz dünn und klein, der andere groß und dick, beide können oder wollen?? anscheinend nicht sprechen und es gibt immer Reis zu essen (nicht so ungewöhnlich)) und ein paar Briten. Ich glaub der Satz war zu lang.

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Man trifft sich zum Kochen, was etwas kompliziert ist, da nur eine einzige Herdplatte funktioniert. Man arrangiert sich. Man unterhält sich, man geht sich abkühlen im Pool. Alle sind etwas angepisst wegen der sich nicht lohnenden Arbeit. Manche sind nur hier, damit sie sich ein zweites Visa beantragen können, ein Päärchen ist sogar hier um Geld zu machen indem sie 6 bis 10 Bins am Tag schaffen. Unreal. Am letzten Freitag wurden alle arbeitswilligen Backpacker versetzt, sodass wir allesamt beschlossen am nächsten Tag die Farmer zu versetzten. So gab es am Abend eine nette Party auf dem obersten Deck des Schiffes. Ansonsten haben mir ein paar Deutsche, die schon frustriert abgefahren sind, einen ganzen Haufen Filme auf meine Platte geschoben, sodass Kathrin und ich uns fast täglich ein Filmchen gönnen können.

Beschlossen morgen einen Tag Pause zu machen, wird jetzt erstmal ordentlich gechillt. Kathrin ist bereits im Land der Träume, ich zieh mir die zweite Hälfte von Stirb Langsam 4 rein, die ich gestern, wegen Ausgelaugtheit nicht mehr schauen konnte.

Übrigens hab ich von einem Polizisten ein neuen Aussie-Slang-Ausdruck aufgegriffen: No Troubles!

Man liest sich!

On the Road to Adelaide

Donnerstag, 04. Februar 2010

30.12.2009 – 04.02.2010

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Hey meine Lieben!!

Wie gehts?? Will Kommentare sehen! Lang her seit meinem letzten Artikel. Ich war viel unterwegs und bin schließlich in Adelaide gelandet. Die Vorgeschichte. Mein letzter Beitrag ist vom 29. Dezember, also fang ich mal mit Sylvester, oder wie man hier dazu sagt, New Years Eve, an. Man lang her… Ich sag nur es war voll. Kathrin, Marco und meine Herrlichkeit trafen uns mit den Italienern Pietro, Carlo, Marco und Tommi im Circular Quay, mit der Absicht uns ins Gedränge rund um die Oper zu mischen. Vollgepackt mit Alkohol standen wir vor 2 Problemen. Alkohol verboten und um 4 war die Oper und alles rundherum dicht. Wir begaben uns kurzentschlossen und leicht angetrunken in die Fähre zur anderen Seite des Flusses und fanden den perfekten Platz. Eine Wiese mit Platz zum hinsetzen ziemlich nah an der beeindruckenden Harbour Bridge. Der Rest ist nicht weiter erwähnenswert, da man sich vorstellen kann was man so macht wenn man 7 Stunden aufs Feuerwerk wartet. Wir tranken, lachten, bestaunten das kleine Feuerwerk um 21 Uhr, reihten uns in die unendlich langen Schlangen vor den Dixies ein und tranken und lachten weiter. Dann kam das Feuerwerk und wir sangen und tanzten alle zusammen, begossen uns mit unserem übrigen Wein und dachten uns, so superkrass war das Feuerwerk jetzt aber auch nicht wie alle erwartet hatten. Aber das war wirklich nur nebensächlich. Danach bewegte sich die Masse Richtung Innenstadt und wir folgten. Dort sah es aus wie bei uns zur Weltmeisterschaft. Ich traf noch kurz meine Franzosen im Hyde Park und die Italiener verabschiedeten sich in Richtung Clubs in Kings Cross.

Am nächsten Morgen war es dann 2010 und ich hatte keinen Kater! Ich hatte eine Entscheidung zu treffen. Einerseits hatte ich ein Probearbeiten am 4. Januar als Umzugsmensch, andererseits hatten Pietro und ich die Idee, zusammen nach Brisbane zu fahren und die Farmen abzuklappern. Ich entschied mich für Letzteres. Und so gebaben wir uns am 5. Januar auf die Reise, allerdings kurz entschlossen Richtung Süden und nicht Norden, also Brisbane. Zuvor hab ich mir noch nen neuen Reifen aufziehen lassen, was mit 100 Dollar erstaunlich günstig war und zusammen mit den Italienern in Ihrem Apartment zum Abschied nochmal lecker gekocht. Am morgen danach gings dann los mit einiger Verspätung. Pietro hatte sich ein paar Tage zuvor einen tiefen Schnitt im Fuß zugezogen, welcher darauf etwas anschwoll. So gings dann erstmal zum Arzt. 4 Uhr Nachmittags verließen wir dann Sydney und fuhren südwärts entlang der Küste.

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Als sich die ersten Strände und Küstenlandschaften vor uns erstreckten, wusste ich, dass es die richtige Entscheidung war Sydney zu verlassen. Nach ca. 150 Kilometern passierten wir das kleine Coledale und sahen ein Schild mit der Aufschrift “Poker tonight”. Das konnten wir uns auf gar keinen Fall entgehen lassen und so mischten wir uns unter die Spielenden. Der Einsatz war mit 5 Dollar erfreulich gering und so war es auch kein Beinbruch als wir fast zeitgleich nach einer Stunde ausschieden. Draußen wurde es dunkel und als wir weiterfahren wollten verließen uns die Scheinwerfer meines Pajero. So verbrachten wir die Nacht auf einem Parkplatz direkt am Strand in Coledale.

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Wir kochten, oder besser gesagt Pietro kochte was leckeres zu essen und dann kam uns plötzlich ein Hund entgegen. Ein kleiner Bullterrier, der gleiche wie auf der Farm, aber etwas größer und durchaus noch respekteinflößender. Irgendwie machte die kleine Killermaschine einen verlorenen Eindruck. Wir beschäftigten uns den ganzen Abend mit ihm und irgendwann kam uns der Gedanke, falls der Kleine wirklich Herrenlos war, warum können wir ihn dann nicht mitnehmen. So ein kleiner Travelmate wär doch was schönes. Wenn dir einer dumm kommt, brauchst du bloß aufzupassen, das der Kleine keine Spuren hinterlässt. Außerdem ist so ein Hund natürlich auch in vielen anderen Dingen eine Bereicherung. Wir dachten nach und beschlossen schlafen zu gehen und den Morgen abzuwarten, ob er dann immernoch da ist. So musste ich den Kleinen aufwecken und aus dem Auto bitten. Nach dem Frühstück am nächsten Tag und nach einer kleinen Plauderei mit einem Mann, der uns eine Werkstatt empfahl, kam uns etwas kleines, aber gewichtig aussehendes Etwas entgegen. Unser Freund war zurück, etwas schmutzig und zerknittert, aber spielwütig wie eh und jeh. Nach Momenten der Freude kehrte dann doch die Vernunft zurück und wir beschlossen ihn dort zulassen. Nicht das es schon schwierig gewesen wäre Platz im Auto für ihn zu schaffen, aber der Gedanke das wir den Ausreißer von einer Familie entführen war dann doch zuviel.

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Weiter gings mit einem kurzen Abstecher ins Kangaroo Valley. War nicht so spannend, klingt aber gut. Wir fuhren weiter südwärts bis wir in Ulladulla einen perfekten Schlafplatz fanden. Wieder direkt am Strand, diesmal aber mit mehr Komfort. BBQ, Toiletten, anderen Reisenden und sogar Duschen. Perfekt, und alles for free! Das war uns dann sogar 2 Nächte wert.

Immer auf der Suche nach einem neuen Relais für die Scheinwerfer, arbeiteten wir uns weiter südwärts. Vorbei am traumhaft schönen Mysterie Bay, an dem wir eine Pause zum Mittagessen und Schwimmen einlegten, weiter zu den Mimosa Rocks, wo wir notgedrungen wegen Dunkelheit nächtigen mussten. Was nicht heißt, dass dies kein schöner Ort war. Hart keine schönen Orte zu finden an Küstennähe in Australien. Unser Relais haben wir unterwegs ersetzen können. Nachdem eine Werkstatt 200 Dollar zum Nachbauen haben wollte und Mitsubishi 3 Wochen veranschlagte um das Teil von Japan zu importieren, fanden wir einen Autoverwerter der uns das Relais einfach in die Hand drückte. Leider wurde das Problem dadurch nicht gelöst. Am nächsten Tag verschlug es uns nach Tathra, ein kleines Nest mit schönem Strand, unser letzter Tag an der Ostküste. Nun ging es über die Snowy Mountains.

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Okay, es liegt kein Schnee im Sommer, sieht aber trotzdem nett aus. Kurzzeitig hatten wir ein bisschen Angst um mein Auto, da es schon ziemlich steil bergauf ging und der alte Junge doch etwas heiß lief. Nachdem wir die Steigungen überwunden hatten arbeiteten wir uns entlang der wunderschönen Berge, inklusive dem höchsten Berg Australiens, weiter durch die Stadt Cooma bis auf die andere Seite des Gebirges. Nun ging es bergab und diesmal hatte ich mehr Angst um die Bremsen. 2 Stunden vor Sonnenuntergang fanden wir einen kostenlosen Campingplatz namens Geeki, direkt an einem Bergfluss. So nice. Wir kühlten uns im kalten klaren Wasser ab, kochten Abendessen und konnten sogar ein paar Känguhrus beobachten. Im Waschbecken hab ich eine verendete Spinne gefunden und direkt mit zu meiner Trophähensammlung gesteckt. Gott, ich bin geheilt! Den nächsten Tag haben wir hauptsächlich mit Autofahren verbracht. Es ging ca. 400 Kilometer weiter über das Hochland, vorbei am höchstgelegenen Dorf Australiens. Das Gebirge hinter uns gelassen, näherten wir uns unserem Ziel, Shepparton. Die erste Farm, die uns dort begegnete, beglückten wir gleich mit unserem deutsch – italienischem Charme. Wir fragten erfolglos nach Arbeit, konnten uns aber gut mit den Arbeitern dort unterhalten. Beide sind vor einigen Jahren aus Bayern nach Australien gekommen (ich hab das Gefühl das die meisten Deutsch-Australier ursprünglich aus Bayern stammen – warum nur??) und arbeiten hier auf der Farm eines Inders. Die Beiden empfahlen uns einen Ort zum kostenfreien nächtigen, den wir dann auch direkt ansteuerten. Nach einiger Suche verschlug es uns an den Murray River, der die Grenze zwischen NSW und Victoria markiert. Dort gab es jede Menge Gleichgesinnter und die Möglichkeit im seltsam bräunlichen Wasser des Flusses zu baden. Beim Abendessen vernahmen wir plötzlich ein gewaltiges, krachendes Geräusch unweit von uns entfernt. Dort ist mal eben ein mächtiger Teil eines Baumes abgebrochen und auf unseren Parkplatz gefallen. Ich denke das dies aus der extremen Trockenheit in diesem Gebiet resultiert. Tagsüber brennt dir der Fahrtwind bei 45 Grad im Schatten wie ein heißer Föhn im Gesicht und du überlegst dir dreimal eine zu rauchen, wenn die Schilder, die die Feuergefahr anzeigen auf “extrem” stehen. Nachts konnten wir dann wegen der anhaltenden Hitze kaum schlafen.

Frühmorgens machten wir uns auf einen Job zu finden. Wir fuhren die Straßen auf und ab, hielten an allen vielversprechenden Farmen an und erkundigten uns nach Erntejobs. Leider hieß die Antwort immer, Pfirsiche sind geerntet und Birnenernte fängt erst in 2 Wochen an. Wir machten uns auf nach Melbourne. Nur 2 Stunden später waren wir dort.

Bewölkt und 20 Grad weniger auf dem Thermosmeter klapperten wir unter dem Druck der untergehenden Sonne so viele Hostels wie möglich ab. Keines hatte auch nur ein freies Bett. So suchten wir in Strandnähe nach einem geeigneten Parkplatz. Man könnte sagen wir hatten ein Schweineglück im Unglück. Wir fanden einen Parkplatz, zwar direkt an der Hauptstraße in der Stadt, aber nur 50 Meter zum Wasser. Als wir aus dem Wagen stiegen erblickten wir öffentliche Toiletten auf der anderen Straßenseite und eine Stranddusche auf der Strandpromenade. Verzweifelt vor Stinken schnappten wir uns Handtuch und Duschbad und duschten uns in aller Öffentlichkeit und zudem im Regen. Ich hoffe die Passanten fanden das genauso lustig wie wir. Am nächsten Morgen verschafften wir uns dann endlich 2 Betten in einem Hostel. Nach einigem hin und her und der Feststellung, dass es in Melbourne teuer ist und es verdammt schwierig ist einen kostenlosen Parkplatz zum Unterbringen des Autos zu finden, einigten wir uns auf Adelaide als unser nächstes Ziel. Am Abend erkundeten wir die Stadt etwas, spielten Poker in einer Bar und parkten das Auto um, indem Pietro ohne Führerschein und natürlich ohne Licht rückwärts über die sechsspurige Straße fuhr, um dann Blitzschnell in einer Seitenstraße zu verschwinden.

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Am nächsten morgen beglückten wir die Great Ocean Road. Wir machten uns auf einen 4 tägigen Marathon ins heiße Adelaide. Auf dem Weg kamen uns die 12 Apostel entgegen. Nach zwei Tagen trafen wir Kathrin und Marco wieder, die sich im gemieteten Van ebenfalls der Great Ocean Road annahmen, sich jedoch schon wieder auf dem Rückweg nach Melbourne gemacht hatten. Ein schönes Gefühl soweit entfernt vom letzten Treff (Sydney) bekannte Gesichter zu erblicken. Wegen schlechten Wetters erreichten wir Adelaide schon einen Tag früher als geplant. Da wir unser Hostel in Adelaide erst für den nächsten Tag gebucht hatten, verbrachten wir die Nacht 40 Kilometer außerhalb des Zentrums am Maslin Beach. Der Strand dort war ebenso gigantisch, wie der Ausblick atemberaubend. Jedoch war es ziemlich windig und so machten wir uns am nächsten Tag zeitig auf zum Hostel. Die Kiwi Lodge, so der Name, sollte für uns ein ganz spezielles Hostel werden.

In dem seltsamen Mix aus Motel und Hostel schliefen wir in einem 7 Bett Zimmer. Die Nächte waren verdammt kurz, da das einzige Fenster zur Straße öffnete. Diese Straße kann man mit dem Trubel in Kings Cross vergleichen. Party und Schreihälse jede Nacht. Die Leute, die wir in dem Hostel kennen lernten waren,ich sag mal, nicht unsere Altersgruppe. Da war Chris. Ich schätze ihn auf verbrauchte 45 Jahre. Ein wirklich seltsamer, gesprächiger Typ. Sein Gesicht geprägt von Narben und tiefen Falten erzählt von einem wilden Leben. Er selbst meint, er reist seit Monaten herum und muss nicht arbeiten, da er Geld von früheren Tätigkeiten übrig hat. Später erzählte er von Drogengeschäften, bei denen er Millionen verdient hatte. Irgendwann hat er die Nase voll vom vielen Geld gehabt und begann sein Land zu erkunden. Je mehr Tage vergingen, desto verwirrter schien er. Einen Tag bevor er das Hostel verließ schrieb er uns kurioserweise seine Führerscheinnummer und die Telefonnummer seiner Mutter auf, falls wir nicht doch mal Lust haben Geld zu verdienen und ein paar Kilo Koks in Europa zu verticken. Falls etwas schief läuft sollen wir doch einfach irgendwem seine Führerscheinnummer durchsagen und derjenige boxt uns dann raus. Genauso wie seine anderen Kumpels, die komischerweise aber alle im Knast sitzen oder saßen. Mal davon abgesehen war Chris ein hilfsbereiter und irgendwie herzenswarmer Mensch, den die Einsamkeit zu schaffen machte. Denk ich jedenfalls, seitdem ich ihn desöfteren allein und vor sich her flüsternd nachts vorm Fernseher sah. Chris, ich wünsch dir alles Gute. Eine weitere spezielle Persönlichkeit ist Allen. Er ist 57 Jahre alt, wirkt mit Vollbart und kleiner Statur wie der Lieblingsonkel eines jeden Neffen. Er hat 34 Jahre als Krankenschwester in der Abteilung für psychisch Kranke gearbeitet und ziemlich viel Elend gesehen. Am Ende wurde er aus seinem Job geworfen, weil er wohl irgendwas in seinem Krankenhaus aufdecken wollte. Mit ihm war es meistens spannend sich zu unterhalten. Dank seines kleinen Alkoholproblems haben wir uns einmal mittags im naheliegenden Pub ein paar Bierchen gegönnt und über die Welt, die korrupte Gesellschaft und Frauen unterhalten. Wirklich nett. Ich glaube Allen ist ein guter Mensch, der im Herzen sehr jung geblieben ist, der jedoch auch von seiner Vergangenheit dahingerafft wurde. Take care, Allen. Da war noch Heike, eine in die Jahre gekommene Ex-Bayerin. Auch ihr Leben scheint etwas aus den Fugen geraten. Lebt sie seit Monaten mit ihrem Mann in dem Hostel in einem fensterlosen Zweibettzimmer. Ihr Mann, ein IT-Spezi, ist schon ewig auf der Suche nach Arbeit in seiner Branche, aber irgendwie hatte ich das Gefühl die Hoffnung hatte ihn schon längst verlassen und die deprimierte und pessimistische Stimmung trug er über seine Frau nach Außen. Er selber war nie außerhalb seines Raumes, in den man von der Treppe im Flur aus hineinschauen konnte. Kopf hoch ihr Beiden! Da war dann noch Chris, ein deutscher aus dem Pott und eine deutsch-sprechende Italienerin, deren Namen ich mir einfach nicht merken konnte. Er arbeitet seit 6 Jahren bei der Spaßkasse und wollte sich nun mal eine 6 monatige Auszeit nehmen. Er ist 22 Jahre alt. Die Beiden lernten sich in Sydney kennen und reisten seitdem zusammen. Anfangs dachte ich nicht so gut über ihn, da er leicht arrogant, wie mir schien, über unser liebgewonnenes Hostel hergezogen ist. Durch seine offene, lustige Art hatten wir dann doch alle zusammen ein paar schöne Tage. Und da war noch Mark. Mark ist 28. Er stammt aus Brisbane und alles war auch gut für ihn. Dann schlief seine damalige Freundin mit seinem besten Freund und er musste raus aus Brisbane, raus aus Queensland. So trafen wir ihn dort im Hostel. Er kommt aus der Bar und Restaurant Szene und arbeitet jetzt als Koch in einem Restaurant in Adelaide. Zum Australia Day präsentierte er uns seine Kochkünste und bereitete marinierte Shrimps, Bouletten und Steaks vor. Diese wurden dann beim BBQ am Strand in Adelaide verputzt. Nach 3 Tagen in der Kiwi Lodge kam dann Kathrin zu uns. Ich holte sie vom Busbahnhof ab und brachte sie zum Hostel. Nach nunmehr 5 Wochen waren wir dann wieder alle 3 zusammen.

Und so vergingen die Tage. Ich ging zweimal mit Pietro ins Casino. Ich konnte mich nie wieder überwinden zu spielen, Pietro verlor alles. Samstags haben wir dann einen drauf gemacht, sind in der Woche ab und zu an Adelaids Strände. Kathrin und ich sind desöfteren los und haben Bewerbungen verteilt, Pietro ging 3 mal die Woche seiner Arbeit als Küchengehilfe nach. Ich verbrachte einen tollen Tag mit Maria, einer Dänin, die ich in der Lobby vom Hostel kennen lernte. Wir spazierten durch den Botanischen Garten, durch China Town und schauten uns “It’s Complicated” im Kino an, was schmerzte, da ich natürlich einlud. Leider musste sie einen Tag später weiter Richtung Perth.

Als dann das Big Day Out Festival in die Stadt kam waren unsere Betten dann ausgebucht und wir mussten das Hostel verlassen. Wir machten uns auf ein paar Tage kostenlos am Strand zu campen. Einmal wurden wir geweckt und sollten Bußgeld bezahlen, doch Pietro hatte sich eine nette Story bereitgelegt und so hieß es nur “no worries”.

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Eines Morgens bei McDoof im Internet stieß ich auf eine Anzeige, die zum Orangen Picken in Waikerie aufrief. Wir beraten uns und beschlossen es zu versuchen. Vorher mussten wir nochmal zum Hostel, da Pietro seinen Mp3-Player dort vergessen hatte. Die Rezeptionistin erzählte von Jobs in einer Fleisch Produktion. Dort sollte es reichlich Arbeit als Cow-Killer, Zerstückler und Packer geben. So ging es dann als erstes nach Murray Bridge zur Fleischfabrik. Es gab reichlich Jobs, nur nicht für Backpacker. Eigentlich war ich ganz roh, äh, froh hier wieder die Fliege zu machen. Dann ging es nach Waikerie. Ein kleines Nest mit einem Supermarkt, einer Tankstelle, einem Campingplatz und einer Bushaltestelle. Wir machten uns auf den unverschämt teuren Campingplatz. Wir schlossen gleich Bekanntschaft mit ein paar Leuten, die ebenfalls zum Orangen Picken verdammt sind. Netterweise werden wir jetzt immer von Flo, einem netten deutschen Backpacker, morgens zur Farm geleitet, da wir ohne funktionierendes Licht halb sechs Uhr morgens aufgeschmissen sind. Leider ist auch diese Arbeit sehr enttäuschend. Man bekommt oftmals schlecht bestückte Bäume vorgesetzt, bei denen man dreimal solange braucht einen Bin zu befüllen wie mit normalen “guten” Bäumen. So quälten wir uns zu dritt am ersten Tag auf 5 Bins á 25 Dollar. Macht 125 Dollar minus Steuern, also um die 110 Dollar durch drei. Macht einen Stundenlohn von gut 4 Dollar. Geht das nur mir so oder kann man sich hier wie ein ausgebeuteter Backpacker fühlen. Langsam fang ich an dieses Arbeitssystem in Australien zu hassen. Es gibt soviele Backpacker die um Arbeit betteln, inklusive uns, dass die Farmer bloß eine Anzeige im Internet schalten müssen und alle rennen notgedrungen hin und stellen nach 1 Tag fest, dass diese Arbeit völlig sinnlos ist und hauen wieder ab. Pietro ist nach dem ersten Tag wieder nach Adelaide zurück, wo er in seinem 15 Wochenstunden-Job mehr verdient als hier bei 60 Stunden. Kathrin und ich haben leider nicht das Privileg einer anderen Arbeit und werden uns noch bis nächste Woche weiterquälen. Gestern haben wir zu zweit 4,5 Bins geschafft und unseren Stundenlohn auf ca. 6-7 Dollar geschraubt. Wenn man bedenkt das wir auf eine Farm 30 Kilometer entfernt geschleppt wurden und mein Auto nunmal Benzin liebt, fällt der Stundenlohn dann doch wieder auf 5-6 Dollar. Heute hat es geregnet und wir entschieden 5:30 Uhr morgens, bereit zum Arbeiten, lieber hier zu bleiben und schliefen bis 2 Uhr Nachmittags. Nun hocke ich in der Bibliothek von Waikerie und hoffe das mein Limit von 30 Megabyte (!) ausreicht um diesen Beitrag online zu stellen. Also machts gut und lasst euch nicht vom kalten Wetter ärgern. Ich hoffe der nächste Beitrag lässt nicht so lang auf sich warten.

Bis dann!!

Fotos:

NYE

Sydney – Melbourne

Melbourne – Adelaide

Adelaide

Waikerie – Orange Picking