Alice Springs – Nachtrag

20.02. – 26.02.2010

So ihr Lieben daheim, hier der Nachtrag zum Alice Springs Trip. Nach einer guten Stunde Schlaf trafen wir uns alle vor meinem Hostel. Ich nahm nur das wichtigste mit und ließ den restlichen Kram in meinem Pajero zurück. Trotzdem staunte ich nicht schlecht, wie wir das Gepäck von 4 Leuten in Franks relativ kleinem Auto verstauten.

Fertig bepackt gings dann erstmal mit Franks Auto und meiner Mühle zu Marks Haus, wo ich den Weißen sicher im Hinterhof parken konnte. Noch schnell meinen 25 Liter Wasserkanister in Franks Auto gequetschtgings dann auf unseren 4000 Kilometer-Trip Richtung Norden. Man stelle sich vor, das ist wie Deutschland von der Nordspitze bis zum südlichsten Punkt, 4 mal. Am ersten Tag schrubten wir um die 400 Kilometer und übernachteten auf einem einsamen Campingplatz mitten im fast Nichts. Am nächsten Tag erreichten wir cirka 300 Kilometer weiter die Opalstadt Coper Pedi. Ein wirklich mal surrealer Ort. Kilometer vor der Stadt fangen in der kahlen Wüste links und rechts vom Highway Sandhaufen an aufzutauchen. Tausende verlassener, aufgegebener Orte, an denen von vielen, vom Reichtum träumenden Australischen Seelen nach den, mal mehr, mal weniger wertvollen Opalen gesucht wurde. Im eigentlichen Ort angekommen macht sich der Gedanke breit, auf einem heißen, unwirtlichen Planeten gelandet zu sein, zumal, wenn man das Raumschiff aus dem Streifen Pitchblack erblickt.

DSC07290 (Small)Die Stadt ist zumeist nicht in die Höhe gebaut, sondern in die andere Richtung. Aufgrund der ganzjährigen Hitze wird verständlicherweise lieber in den kühlen Gefilden 10 Meter unter der Erde geschlafen. Unser Hostel, in das wir uns aufmachten, stellte unsere Betten ebenfalls unterirdisch bereit. Besser gesagt, wir schliefen in einer alten, ausgebauten Miene. Die Räume hatten keine Türen, sodass man sich nie alleine fühlen musste. Nach Mittagessen und einem Päuschen, um die extreme Sonne ziehen zu lassen, ging es dann auf, ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Ich als Filmheini war natürlich total scharf darauf den Drehort von Filmen wie Mad Max oder Red Planet zu sehen, und so wurde die Truppe motiviert 20 Kilometer über Stock und Stein zum absolut beeindruckenden Moon Plain zu gelangen. So muss es auf dem Mars aussehen. Flache, trockene Erde soweit das Auge sehen kann, vereinzelt scharfkantige Steine und am Horizont kahl aufstrebende Berge. Scharf! Nebenbei schauten wir uns den mit 5600 Kilometern längsten Maschendrahtzaun der Welt an.

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Der sogenannte Dog Fence hält die Dingos davon ab, ins von Menschen besiedelte Gebiet einzudringen. Weiter gings zu einer Untergrundkirche und zu einer Außen-Kunstgalerie. War schon etwas krankes Zeug, was der Mensch dort zusammengebastelt hat, aber die Pitch Black Kulissen konnten überzeugen, jedenfalls mich. Natürlich hatten wir uns auch das Raumschiff genauer vorgenommen, wie es traurig zwischen einem Hostel und öffentlichen Toiletten stand. Eine tolle Arbeit der Filmemacher. So überzeugend passt es in diese triste Wüstenlandschaft, so detailiert ist es gestaltet. Ich hätte ja mal gefragt ob ich ne Runde drehen darf, wäre es nicht so verdammt hohl gewesen. Also das Schiff, nicht die Absicht zu fragen;) Kurioserweise fing es dann abends an zu regnen. Faszinierend hier in der Wüste. Am nächsten Tag ging es dann zum Hauptziel, den Uluru. Wir starteten im Morgengrauen, ich war der Fahrer und war auch der einzige, der auf unserem Trip scharf bremsen musste, um nicht eines der Kängurus zu plätten. Nach jeder Menge Kilometer erreichten wir den Uluru Nationalpark. Wir entschieden uns, nachdem jeder 25 Dollar für ein 3 Tages Ticket hinblättern musste, erstmal mit den Olgas vorlieb zu nehmen und uns dann den Uluru im Sonnenuntergang anzuschauen. Die Olgas ragen, ähnlich wie der Uluru, wie riesige Steine aus dem roten Wüstensand hervor. Die Olgas bestehen dabei aber aus mehreren Erhöhungen und sind wohl nicht minder beeindruckend. Nach einem kurzen Trip zwischen die roten Felsen gings zum Sonnenuntergang, der schön, aber nicht so magisch war wie gedacht. Auf der Suche nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit scheiterten wir grandios und fuhren 80 Kilometer weiter zu einem freien Campingplatz. Am nächsten morgen wurden wir von einem ziemlich großen Vogel geweckt, der neugierig um unsere Zelte schlich und mir das Gefühl gab einen Abstecher in den Jurassic Park gemacht zu haben.

DSC07543 (Small)Unser Ziel hieß Uluru. Also ging es wieder in den Nationalpark und wir nahmen uns die lange, 10 Kilometer andauernde, Tour vor. Ist schon ziemlich beeindruckend und ich ließ es mir auch nicht nehmen ein Stück vom Uluru abzubrechen und einzustecken. Übrigens, wer den Uluru erkunden will, sollte sich unbedingt ein Fliegennetz besorgen. Frank und ich hatten somit einen ruhigen Tag, Ben und Dirk waren, besonders Ben, am Rande eines Nervenzusammenbruchs.

DSC07569 (Small)Leider konnten wir nicht auf den Uluru raufkrabbeln, da wir zu spät dran waren und der Aufstieg nach 8 Uhr morgens gespeert wird, aufgrund von Hitze und jeder Menge Leute die in der Vergangenheit mit Wucht auf dem Boden aufgeschlagen sind. Weiter ging es dann zum gut 300 Kilometer entfernten Kings Canyon. Auf dem Weg hat es wieder angefangen zu regnen und wir kamen in den Genuss den Canyon im verregneten Sonnenuntergang zu bestaunen. Da es für die große Tour zu spät war, gings erstmal auf den völlig überteuerten und schlecht ausgestatteten Campingplatz gleich nebenan. Das Highlight waren die Dingos, die auf der Suche nach einem Fresschen auf dem Campingplatz herumschlichen. Übrigens, die Instant-Nudeln, die ich mir warm machte waren seid 2 Jahren abgelaufen. Eine Besonderheit in Australien, hier muss man höllisch aufpassen, wenn man reduzierte Ware kauft, sie könnte schon nicht mehr in ihrer ursprünglich gewollten Form existieren. Ohne Bauchschmerzen ging es am nächsten Morgen zum Canyon und wir liefen, kletterten und staunten uns einmal um den wunderschönen Kings Canyon und wir beschlossen, dass das unser Highlight auf unserem Trip war. Nachmittags fuhren wir die restlichen 400 oder so Kilometer nach Alice Springs. Wir fanden ein nettes Hostel für 22 Dollar. Abends gabs selbstgemachte Burger, Frank und ich leisteten uns sogar ein Bierchen (Oettinger). Am nächsten Tag wurde stramm durch die Stadt marschiert und über den vollen Fluss und die teils überfluteten, den Fluss kreuzenden Straßen gestaunt. Viel hat Alice ja dann doch nicht zu bieten, sodass es dann am späten Nachmittag direkt wieder Richtung Adelaide ging.

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See Ya!

Fotos Alice Springs

Eine Antwort zu “Alice Springs – Nachtrag”

  1. Mutsch sagt:

    Darauf habe ich gespannt gewartet. Liest sich gut! Ein interessanter und anschaulicher Beitrag. Die Fotos sind gelungen und ich freue mich total, dass ihr es geschafft habt, die Reise dorthin zu wagen. Sicher nicht ganz OHNE!
    Schade, dass ihr den Uluru nicht in seiner “Höchstform” wahrnehmen konntet, aber ich denke, auch so war alles sehr beeindruckend.
    LG Mutsch!