Archiv für April 2010

Hongkong – letzter Beitrag

Donnerstag, 22. April 2010

Fotos…

Hallo ihr da draußen! Dies ist nun mein letzter Beitrag und ich danke allen, die mich ab und zu hier im Netz besucht haben. Nehmt euch etwas Zeit für diesen Artikel, denn er ist ganz schön lang geworden.

Schon etwas wehmütig saß ich eben noch im Flugzeug, nicht etwa weil meine Reise nun ein Ende hat, schon auch ein wenig deswegen, aber viel mehr, weil Hongkong einfach so geil ist. Meine absolute Traumstadt. Alles was ich an einer asiatischen Großstadt schätzen gelernt hab, ohne den Smog und die Nutten von Bangkok, ohne die strenge Kühle von Singapur und Kuala Lumpur. Riesige Wolkenkratzer, kunterbuntes Nachtleben, freundliche, rücksichtsvolle Menschen, die sich nicht die ganze Zeit wegsaufen und rumpöbeln wenn die Sonne untergeht. Endlose Straßen gefüllt mit Märkten, traumhafte Landschaft ringsherum und mal eben das kommunistische China nebenan, wofür man aber ein Visa beantragen muss, was einige Zeit dauert.

Meine Füße tun ziemlich weh. Ich bin in Hongkong jeden Tag von 12 bis 12 auf den Beinen gewesen und hab mich abenteuerlustig durch die Metropole geschlagen (und das in meinen 20 OZ Dollar Schuhen!).

Als ich nach meinem super gechillten (dank Platz mit Beinfreiheit in der Nähe vom Ausgang) Hinflug von Sydney nach Hongkong in den Bus stieg, 34 Dollar (Hongkong Dollar = 1:10) in einen Schlitz vor den Busfahrer geworfen hatte und mich ans Fenster setzte wusste ich nicht was mich erwartete. Ich hoffte ja einiges, aber was ich allein schon nach einer guten Stunde Busfahrt durch die Nacht und Hongkong zu sehen bekam machte mich sprachlos. Nagut, ich sprech ja eh nicht soviel zu mir selbst, obwohl…, ach sei ruhig!

Alles was ich bisher an großen Städten zu Gesicht bekam, wirkt jetzt, ich muss es leider so sagen, winzig. Auch good old Sydney kann da nicht ansatzweise mithalten.

Weniger groß war dann mein Zimmer, das ich mir von Sydney aus für zwei Tage im Vorraus gebucht hatte. Es befand sich in der Chung King Mansion, direkt an der Hauptstraße im kultigen Kowloon, einer der vier großen Bereiche von Hongkong. Ein großes (sinnlos zu sagen, es gibt eh keine kleinen Gebäude in Hongkong), etwas abgefucktes Gebäude. In der untersten Etage befinden Shops wie ich sie mag. Reisekoffer für 10 Euro, nachgemachte Handys, echte Uhren von Casio und Seiko (hunderte verschiedene, von 20 bis 100 Euro), Maßschneidereien, die dir einen Anzug anfertigen für verhandelbare 80 Tacken und jede Menge billige Klamotten. In den restlichen 18 befinden sich hauptsächlich “Gasthäuser”. Eine Mischung aus Hostel und Hotel (ja, es gibt auch was dazwischen).

Wenn man da also in dieses Gebäude reinmarschiert, kommen leider erstmal jede Menge Leute auf einen zugestürmt und wollen einem ihr Gasthaus aufschwatzen. Abgehärtet durch Thailand für mich nur Kleinkram. Anstatt fies abzuwinken kann man ja auch sagen, dass man einfach nicht will Buddy, dann kommt auch was freundliches zurück. Diese Schnepperei ist mir übrigens nur dort und nirgendwo anders in der Stadt aufgefallen.
Nachdem ich den richtigen Block (C) und den dazugehörigen Fahrstuhl fand, gelang ich zu meinen zwielichtigen, aber im nachhinein korrekten Gastgebern im 16. Stock. Nach dem Geschäftlichen wurde ich dann in Block B, 12. Etage verschleppt. Ich bekam mein Zimmer. Ohne zu übertreiben, unter 4 Quadratmetern inklusive Badezimmer. Das weiß ich deswegen, weil ich mich weder in die eine noch in die andere Richtung komplett austrecken konnte. Aber ich hatte mein eigenes Zimmer und es war verdammt sauber, wurde jeden Tag sauber gemacht inklusive neuem Handtuch. Zudem hatte ich nen Fernseher mit der chinesischen Version von GZSZ und BBC Worldnews und ich hatte sogar nen Aschenbecher, Klima und Ventilator. Das alles kostete mich 20 Euro die Nacht. Klar, ich hätte auch für nen 5er in einem ihrer Schlafsääle pennen können. Diesesmal kam es mir absolut nur auf die Stadt an. Auf Leute, hatte ich keinen Bock. Lenken nur ab.

Und so ging es dann erstmal frisch geduscht auf die Straße. Da ich mir erstmal was gönnen und alles entspannt angehen wollte, suchte ich mir ein Restaurant ein paar Straßen weiter. Danach schlenderte ich noch ein wenig umher und erkämpfte mir den Weg zurück zu  meinem Zimmer.

Die Nacht war nicht sonderlich entspannend. Die nichtabschaltbare Zimmerlüftung machte nervige Geräusche und befreizte mich von erholsamen Schlaf. Trotzdem gings dann euphorisch raus auf die Straße. Als erstes gings in einen 7-Eleven. Diese Läden waren in Thailand sehr billig, in Australien völlig überteuert. Hier war ich neugierig und wurde positiv überrascht. Die Preise ähnelten eher denen in Thailand. Endlich wieder kalten Nescafé trinken bis zum abwinken. Eine Dose umgerechnet 70 Cent, in Thailand waren es 30 Cent, in Australien gabs Eiskaffee erst ab ca. 1,80 Euro. Ebenso die mir bekannten Sandwiches. Die gabs hier fürn Euro, cirka gleichteuer wie in Thailand. Da das die leichteste Form eines Frühstücks war, griff ich zu und machte mich auf den Weg. Ich lief die Nathan Road hinunter, entlang an verschiedenen Museen bis zum Wasser. Dort angekommen konnte ich zum ersten Mal die grandiose Skyline von Hongkong Island bestaunen. Leider machte der dichte Nebel die Aussicht etwas zu nichte. Mir egal, gab es erstmal eine Fotoorgie sondergleichen. Danach gings zum Informationsschalter, der direkt bei den Fähren lag. Ich deckte mich mit allen möglichen Prospekten ein, mit dem Ziel, soviel wie möglich in Hongkong zu sehen. Den restllichen TAg verbrachte ich damit, mit großen Augen durch Kowloon (Teil von Hongkong auf dem Festland) zu laufen. Ich fand die, durch eines der Prospekte empfohlene, Temple Street. In der findet täglich ein Nacht Markt statt. Die Leute fangen so um 18 Uhr an ihre Stände aufzubauen und verabschieden sich gegen 23 Uhr. Zu kaufen gibts das, was man auch erwartet dort kaufen zu können. Von billigen Klamotten, über billige (nachgemachte) Technik, Messer, Ferngläser, I-Phone Nachbauten für 50 Euro, Taschen, Souvenirs ect. Diese Märkte nehmen sich vom Inhalt nichts, findest du sie in Thailand, Malaysia oder auch in den Chinatowns Australiens. Selbst vom Preis her bewegen diese sich auf fast demselben Niveau. Im Gegensatz zu Thailand oder Malaysia wird man dafür hier von niemandem angesprochen oder gar gedrängt etwas zu kaufen. Alle sind völlig entspannt, bis auf die Leute, die hier Technik verkaufen. Die sind dann meist schon etwas agressiver. Sich bloß nicht lautstark für ein Handy oder ein Objektiv interessieren und es dann nicht kaufen. Dadurch erntet man nur abwertende Blicke. Ich kann sagen, egal wie sehr euch diese Technikläden oder Stände anmachen, lasst die Finger davon. Mal abgesehen davon, dass die Technik hier eh nicht billiger ist (man kann handeln), machen alle diese Technikverkäufer keinen besonders seriösen Eindruck.

Was mich an dem Abend faszinierte und nicht mehr losließ waren die Schuhe hier. Da ich leider süchtig nach Schuhen bin konnt ich mich den hier vorherrschenden Reizen nicht entziehen. Durchaus keine Nachgemachten Schuhe, durchaus billig, aber mit seltsamen Produktpaletten, warteten dir Verkäufer hier auf. Neupreis für ein Paar Adidas Schuhe war 50 Euro, jedoch gabs keinen Laden, indem nicht fast alle Schuhe um die Hälfte reduziert waren. Diesen Abend konnt ich mich noch beherrschen. Ich ging zurück zur Chung King Mansion, breitete vor mir alle, von mir eingeholten, Prospekte aus und machte mir einen perfekt durchgestylten Plan. Ich verwarf ihn am Ende des nächsten Tages.

Am nächsten Morgen machte ich mich auf die Suche nach einem günstigeren Zimmer. Ich arbeitet mich die Etagen hinunter, wurde von dem einen Gasthaus in Block B, zu ihrem Partnergasthaus in Block A geschickt. Dort wartete ich mit ein paar Franzosen auf einen Rezeptionisten. Dieser kam dann im Bademantel und zeigte zerknautscht auf einen Zettel an der Wand. Dieser besagte, das hier erst 12 Uhr mittags aus- oder eingecheckt wird. Belustigt ging ich weiter und traf im 15. Stock des Blockes A auf die Pension von Frau Kam. Diese war nett, zeigte mir ein Zimmer, welches gleich mehrere Vorteil mit sich brachte. Es war billiger (13 Euro), hatte ein Fenster, hatte kein störendes Lüftergeräusch und hatte mehr Platz, weil das Bad außerhalb war. Perfekt. Mein neues zu Hause.

Mein Plan stand. Ich wollte auf die Insel Lantau, den großen sitzenden Buddha anschauen. Da dort keine Fähre hinfährt, ging es mit dem Zug dorthin. Leider ist Lantau sehr eingeschränkt, was ich vorher nicht gedacht hatte. Es gibt nur 2 Wege auf dieser Insel, zurück nach Kowloon, oder hinein in die Insel zu 2 verschiedenen Touristenattraktionen. Man hatte 2 Möglichkeiten, entweder man nimmt den Bus, oder man nimmt die beliebte Gondel. Bei letzterer war die Wartezeit mit 2 Stunden ausgeschrieben, sodass ich den Bus nahm. Vorbei ging es an einsamen, unbewohnten und unbewohnbaren Landschaften, einem Gefängnis, welches im Nichts, eingekesselt zwischen Meer und Wald lag. Ich erreichte den Buddha, schaute ihn mir an, ebenso wie den Tempel gleich nebenan und machte mich wieder vom Acker.

Ich fuhr die gleiche Strecke mit Bus und Bahn zurück, jedoch etwas weiter bis zur Admiralty Station auf Hongkong Island. Ich lief von der Bahnstation gen Innenstadt. Ein großer Teil der Fußgängerwege befindet sich über der Straße. Man läuft sozusagen völlig entspannt durch die Stadt, muss auf keine Ampel warten und hat zudem auchnoch einen tollen Ausblick auf das Leben unter einem.

Auf meinem Plan stand der Peak. Der höchste Aussichtspunkt in Hongkong, mit grandiosem Ausblick. Ich arbeitet mich vor bis zur Peak – Zugstation, immer wieder unterbrochen von wilden Fotoeskapaden und Pausen, die ich mit Halsverrenkungen gen Wolkenkratzer verbrachte. Als ich die Fahrkarte kaufen wollte, wies mich die Verkäuferin enrgisch daraufhin, dass von dort oben vor lauter Nebel nichts zu sehen sei. Das schien mir aufgrund der enormen Leuchtkraft der Gebäude nicht realistisch und ich kaufte sie trotzdem. Mit der “Peaktram” ging es dann extrem steil bergauf. Anfangs beeindruckten die nun schief stehenden Hochhäuser noch neben uns, später beeindruckte nur noch die Dichtheit des Nebels. Ich fuhr die Rolltreppen des Peak Towers hinauf um mich an der Aussicht zu ergötzen, doch ich sah, …, nichts! Nur Nebel, nichts anderes. Hatte zwar auch was Unheimliches ala Silent Hill, versperrte aber einen einmaligen Blick. Ich bahnte mir den Weg zurück nach draußen, vorbei an unzähligen Geschäften in dem Peaktower. Unten angekommen wollte ich eigentlich mit der Bahn zurück fahren. Als ich die Schlange vor der Bahn sah, entschied ich mich ohne Probleme für den Weg zu Fuß. Das sollte ein Abenteuer werden.

Nachdem ich eine zeitlang den falschen Weg entlang gegangen bin, fand ich die “alte Peak Road”. Sie führte in Serpentinen verdammt steil hinunter. So langsam tauchten die majestätischen Hochhäuser im Hintergrund auf, schimmerten erst schwach durch den Nebel, bis sie dich mit ihren tausend hellen Augen anstarrten. Ich war völlig allein auf meinem Weg hinunter in die Stadt. 2 oder 3 mal kam mir jemand mit einem Hund an der Leine entgegen, das wars. Der Weg war anstrengend. Ich begann fürchterlich zu schwitzen, meine Oberschenkel und Füße begannen weh zu tun. Nach gefühlter Ewigkeit stieß ich auf eine Querstraße. Die “Old Peak Road” hörte auf und die neue Straße war noch nicht auf meinem Plan, was mir suggerierte, dass ich noch ein ganzes Stück von der Innenstadt entfernt war. Also ging ich auf gut Glück die Straße entlang. Ich folgte den nächsten Straßen hinunterwärts. Sie waren schmal und leergefegt. Es ging vorbei an gigantischen Hotels, die hier Seite an Seite am Berghang thronten. Ich fühlte mich wie in einer anderen Welt, wie auf einem fernen Planeten in der Zukunft. Ich vergaß sogar Fotos zu machen.

Durchgeschwitzt und müde vom marschieren kam ich dann zu einem Schild, welches mich zu einem Weg für Passanten führte. Ein Weg gesäumt von Rolltreppen. Zivilisation kehrte zurück, die Straßen wurden wieder heller und belebter und ich setzte mich erstmal auf eine der Treppen und ruhte mich aus. Rechts neben mir lief die Rolltreppe, die nur nach oben fuhr, links an der Seite gab es kleine Restaurants, zumeist mit Europäern gefüllt. Vor mir der endlose Blick die Treppen hinunter und hinein nach Hongkong. Im Hintergrund ragten die Hochhäuser durch den farbigen Nebel und wachten mit ihren leuchtenden Augen über ihre Einwohner und ich fühlte mich plötzlich so klein.

Nach endlosen Treppenstufen hinab in die City, über kilometerlange Fußgängerbrücken bis hin zum Bahnhof ließ ich, erschöpft von einem großartigen Tag. So sieht das perfekte Stadterlebnis aus. Keine (teure) Tour kann dir das bieten und kein Disneyland kann dich so in seinen Bann ziehen. Mir war klar, aus meinem Plan, den ich mir aus all meinen Prospekten zusammenstellte, würde nichts mehr werden.

Frau Kam und ich kamen ab und zu ins Gespräch. Sie ist wirklich sehr nett und witzig. Sie brachte mir ein paar Worte auf cantonesisch bei und ich versucht eihr ein paar Worte in deutsch einzutrichtern. Sie hatte sich einen Access Point gekauft, da ihr Router allein nicht bis in alle Räume sendet. Ich versuchte ihr zu helfen und war mir auch sicher, dass ich das Problem lösen kann, aber wie das immer so ist mit der Technik, gab ich mich um 2 Uhr nachts geschlagen.

Mittwoch. Ich probierte einen der zwielichtigen Elektronikläden aus. Ich interessierte mich für ein Ultraweitwinkel Objektiv für meine Kamera. Preis in Deutschland wäre cirka 400 – 450 Euro. Ich handelte lange und geübt und landete bei 240 Euro. Ich hatte eines ihrer Vorführobjektive ausprobieren können. Kein Fake, alles echt. Nun gings ums bezahlen. Sie wollten von mir gleich eine Kreditkarte sehen. Ich wollte in Bar bezahlen, musste aber erst noch Geld holen. Nach einiger Zeit hatte ich das Geld und wollte mein Objektiv abholen. Es hieß, komm mal in 2 Stunden wieder, ist noch nicht hier. Im Endeffekt kam das Objektiv nie an. Was hätte ich wohl gemacht, wenn ich gleich mit Karte bezahlt hätte?

Heute war das Wetter schlecht. Es regnete, es war kalt und düster. Zudem war heute Museumstag, Eintritt frei in jedem Museum in Hongkong. Ich besuchte das Museum der Künste und freute mich endlich wieder über Kultur. Danach ging es ins Raumfahrt Museum. Auch das ging in Ordnung. Auch wenn es etwas voll war und überall ungebändigte Kinder umhernervten. Danach lief ich wieder zum Pier und startete die nächste Fotoorgie. Als ich zufrieden war lief ich nordwärts. Ich hatte einen Tip bekommen, wo man was leckeres Essen kann in einer besonderen, filmischen Atmosphäre. Ich durchquerte den “Kowloon Park” und gesellte mich an einen Springbrunnen. Dort gab es ein ziemlich buntes Publikum zu bestaunen. Eine Gruppe von stämmigen Mädchen tanzte zu seltsamer Musik. Hatte was orientalisches, aber auch hundert andere Dinge. Inder unterhielten sich, ältere Chinesen trafen sich zum Essen. Ich ging weiter.

Ich kam zu einem weiteren, viel kleineren Park. Dort gab es mehrere Tisch, an denen es von Leuten nur so wimmelte, die sich um 2 andere Leute scharrten. Diese 2 spielten angestrengt ein Brettspiel, welches ich nicht kenne. Ich besuchte den Tin Hau Tempel gleichnebenan und verlief mich auf der Suche nach dem Ort, von dem ich gehört habe. Ein Rumäne, der schon seit 3 Jahren hier lebt half mir und führte mich netterweise auf den richtigen Weg. Der Ort hieß Kubrick. Es war eine Bibliothek mit einem Café innendrin, indem man auch lecker Essen bestellen konnte. Ich setzte mich ans Fenster, schnappte mir eine Filmzeitschrift und bestellte mir Spaghetti mit Ente. Ich fühlte mich so pudelwohl. In einem Ort zu sein, in dem es nur um Filme geht, angenehm leise und unaufgeregt und dazu schlechtes Wetter. Ich ließ mir Zeit. Danach wollte ich mir in dem Kino gleich nebenan “Das weiße Band” anschauen, leider kam ich zu spät oder es war ausverkauft. Ich habe sie nicht ganz verstanden. Als ich auf dem Rückweg den Park wieder durchqueren wollte fielen mir Straßenhändler auf, die vor ein paar Stunden noch nicht da waren. Sie verkauften rund um den Park Bronzebuddhas, Jadefiguren und Schmuck. An anderen Ständen wurde die Zukunft aus der Hand gelesen. Diese Stände waren seltsamerweise ziemlich gut besucht von, wie es schien, Einheimischen Männern und Frauen. Wieder andere Stände verkauften Sexspielzeuge und auf der Straße gegenüber wurden chinesische Lieder gesungen. Ich kaufte einem der Händler einen 4-gesichtigen Bronzebuddha und ein bronzenen Türklopfer. Wieder habe ich lange und hart verhandelt und hatte richtig Spaß dabei, warscheinlich mehr als der Verkäufer.

Und dann war Donnerstag. Im Bauch kribbelte es schon etwas. Ich war etwas traurig diese fantastische Stadt zu verlassen, andererseits juckte es mich schon, Familie, Freunde und Berlin wiederzusehen.
Auf meiner Liste standen noch das Geschichtsmuseum und das Wissenschaftsmuseum. Leider hatte Letzteres zu, sodass ich mit der Geschichte Hongkongs vorlieb nehmen musste. Diese hat wirklich einiges zu bieten. Sehr anschaulich wurde durch die Geschichte Hongkongs vor, während und nach britischer Herrschaft geleitet. Ich muss sagen, die Museen hier sind nicht sonderlich vollbeladen mit Informationen, diese werden aber immer, egal in welchem Museum, sehr anschaulich nähergebracht. Als ich in einem  kleinen Kino im Museum, in dem ein, zugegebenermaßen, ganz schön schnulziger Film zur Übergabe Hongkongs an China lief, in einer deutschen Zeitung von 97 den Artikel über dieses Ereignis las, lief es mir kalt den Rücken runter. Ich denke man kann das schon mit dem Fall der Berliner Mauer vergleichen. Somit haben wir mit den Leuten hier durchaus etwas gemeinsam.

Danach ging es wieder in mein Lieblingscafe, das Kubrick. Diesmal gab Spaghetti mit knusprigem Huhn. Genauso lecker! Dieses Mal war ich allerdings schlauer und kaufte mir ein Kinoticket, bevor ich ins Cafe ging. Das weiße Band lief nicht mehr. Ich wählte mir einen echten, einheimischen Kinofilm aus. “Crossing Hennessy” Ein süßer Film über das Leben und Lieben von Menschen hier in Hongkong. Es stellte sich als sehr gute Wahl heraus, auch wenn man sich in diesem Kino etwas sehr überwacht fühlte. Alle 5 Minuten schlich einer der Angestellten mit einer Taschenlampe quer durch den Saal. Wahrscheinlich um das Mitfilmen zu verhindern. Davon abgesehen haben sich die 5,50 Euro gelohnt. Man konnte lachen und mitfiebern und feststellen, das es hier tolle Schauspieler gibt, die man sogar von anderen Chinesen unterscheiden kann. Etwas mitgenommen von der Story über Beziehungen , aber dennoch in guter Stimmung schlenderte ich wieder vorbei an dem Markt mit seinen ganzen Händlern. Diesmal ließ ich mich von einem dicken Jadebuddha erweichen. Für meine Großeltern nur das Beste. Was ich bisher nicht tat, musste ich heute abend unbedingt nachholen. Ich fotografierte die Skyline Hongkong Islands bei Nacht. Es war schwierig ohne Objektiv, aber es sprangen tolle Bilder heraus. Danach chillte ich ein letztes Mal bei einer Zigarette am Wasser, prägte mir den Ausblick genau ein und ließ mich ein letztes Mal in meinem Raumwunder ins Bett fallen.

Freitag. Letzter Tag. Klamotten kaufen: Erledigt. Für einfach jeden in der Familie sinnvolle Souvenirs gekauft: Erledigt. Mir selbst doch noch Schuhe gekauft: Erledigt. Mich gebildet und Museen besucht: Erledigt. Chinesisches Essen gegessen und versucht so selten wie möglich zu McDonalds zu gehen: Erledigt. Persönlich zur Hochschule für bildene Kunst gegangen und wegen einem Studium gefragt: Verdammt.

Ich gab meine zwei Rucksäcke bei Frau Kam ab, die sie freundlicherweise in ihr Büro quetschte und machte mich auf den Weg. Auf dem Weg die Treppen hinunter dokumentierte ich noch das Gebäude, in dem ich die letzten 6 Nächte verbrachte und verließ es mit einem mulmigen Gefühl. Der Zug brachte mich nach Hongkong Island. Ich ging zur Honkkong Akademie of Performing Arts. Ich ließ mich in das Büro für werdende Studenten leiten und fragte nach den Vorraussetzungen und Möglichkeiten eines Studiums in der Abteilung Film und Fernsehen. Da ich auf der Internetseite schon in Deutschland gelesen hatte, dass die Schule ihre Internationalität steigern will und immer gerne Leute außerhalb Hongkongs aufnehmen möchte, war ich recht frohen Mutes. Die Dame hinterm Pult nickte auch freundlich, machte mich aber darauf aufmerksam, dass die Bewerbung in Cantonesisch abzugeben ist. Auf meine Frage, wie sie denn ihre internationalen Studenten auf ihre Schule kriegen wollen, konnte sie nur mitleidsvoll die Schultern heben. Schon etwas angepisst verließ ich das Gebäude und machte mich auf den Weg in die Innenstadt. Ich zückte meinen guten alten Stadtplan und suchte mir den Hongkongpark im Westen der Insel aus. Nach einem schier endlosen Weg, entlang der nicht besonders spannenden Hauptstraße erreichte ich eine der grünen Lungen Hongkongs. Anfangs skeptisch, war ich dann doch, nach erreichen des glasklaren und mit Kois und Schildkröten gefüllten Teiches in der Mitte des Parks, zufrieden gestellt. Gleichnebenan war das Teemuseum, welches ich mir ebenfalls ansah. Das ist wirklich einzigartig an Hongkong. Man muss nicht suchen, irgendwann begegnet einem ein Schild, auf dem irgendeine Sehenswürdigkeit, oder eben ein Museum ausgeschildert ist. Man muss nie suchen.

Wieder etwas schlauer verließ ich das Museum und dann den Park. Der Hunger trieb mich auf die Straße. Leider bewegte ich mich im Bankenviertel Hongkongs. Was heißt leider. Meine Kamera lief heiß und mein Genick fing an zu schmerzen. Ich bewegte mich zur Hennessy Street, die Straße, an der sich der Film von gestern hauptsächlich abspielte. Ich suchte verzweifelt zwischen den Massen an Menschen nach irgendetwas Essbarem. Leider war McDoof das Einzige, was ich finden konnte. Ich bestellte mir das BigMäc Menü für zwei Euro und dazu, weil mein unersättliches Gehirn dachte, warum sparen, wenn man für einen Preis, der unter dem eines Menüs in Deutschland liegt, das Menü und dazu noch mehr kriegen kann, Chicken Wings. Ich hasse diese Denkweise an mir. Warum nicht einfach genausoviel Essen wie in einem deutschen McDoof und 3 Euro sparen? Nun warum ich eigentlich überhaupt den Besuch beim Teufel erwähne? Als ich mich setzte, stellte ich fest, dass am Tisch gegenüber die Schauspielerin saß, die die Tante der Hauptfigur verkörperte, saß. Kurios.

Ich fuhr rüber nach Kowloon, um das Wissenschaftsmuseum zu besuchen, dass letztens geschlossen war. Es war gegen 18 Uhr. Mein Flieger würde kurz nach 23 Uhr gehen. Müsste passen. Ich zahlte den ungewöhnlichen Wucherpreis von 3,50 Euro, schaute mir ausgestopfte Tiere in der Spezialausstellung an und arbeitet mich Etage für Etage hinauf durch die permanenten Austellungen. Es ging zumeist um technische, praktisch anwendbare Spielereien, die zusammen mit den ganzen Kindern das Museum in einen Kindergarten verwandelten. Da fühlt man sich schon alt, wenn man, umgeben von Knirpsen allein und mit Vollbart (Ladegerät vom Rasierer war im geklauten Rucksack) durch den Spiegelsaal läuft und über lustige perspektivisch Veränderte Spiegelbilder seiner selbst schmunzeln muss. In der fünften Etage war ich dann fast alleine. Wahrscheinlich kommen kleine Kinder mit optischen Tricks nicht klar oder interessieren sich nicht für Elektrizität. Ich war fasziniert und stand brav vor jedem Bild, um den optischen Trick herauszufinden oder mein Hirn zu täuschen indem ich mit meinem Kopf Kreisbewegungen vor einer aufgemalten Spirale ausführte. Dann erklang ein Gong und eine männliche Stimme teilte mit, dass in ein paar Minuten, die größte Maschine Hongkongs in Betrieb genommen würde. Das war also das Ding, welches sich von der einen Seite des Kellers, 5 Etagen hoch, auf die andere Seite und wieder hinab schlängelte. Es begann. Mehrere (Bowling-) Kugeln wurden auf Knopfdruck nach oben transportiert und dann sich selbst überlassen. Sie rollten dann über immer andere Wege und über klingende Hindernisse auf die eine Seite, dann hinunter und wieder zum Anfang. Faszinierend, wie die Wege der Kugeln sich immer änderten. Ich hätte mir das noch stundenlang anschauen können, nur leider drückte jetzt die Zeit.

Ich machte mich aufgeregt auf den Weg zu Frau Kam. Ich bedankte mich bei ihr, freute mich für sie, dass ihr Accesspoint endlich funktionierte, machte noch Fotos von uns Beiden und verabschiedete mich. Schwer bepackt, mit der Bequemlichkeit eines 5 Dollar Rucksacks, hechelte ich auf die andere Straßen seite und sprang in den nächsten Bus der Linie 21. Nun war eine Stunde entspannen angesagt. Es war schon dunkel. Die Stadt zeigte ihr wunderschönes leuchtendes Gesicht und ich hatte Zeit über die vergangenen Monate nachzudenken. Über die Menschen, die ich kennen lernte, über die, die ich wiedersehen will, über die atemberaubenden Landschaften in Asien und Australien, über meine Zeit mit und ohne Alina.

Auf sechs Flügen legte ich zusammen 34700 Kilometer zurück. Ich bin insgesamt ziemlich genau 3550 Kilometer mit Bus, Bahn und Fähre (Taxi und Tuk Tuk nicht eingerechnet) durch Asien gefahren. Ich habe mich mit meinem Jeep cirka 7100 Kilometer durch Australien geschleppt und etwa 4000 Kilometer in dem Auto eines Freundes verbracht. Ich tankte knapp 1000 Liter Benzin und bezahlte dafür cirka 1250 Australische Dollar. Ich wurde 6 mal von der Polizei angehalten, 4 mal war ich nicht angeschnallt, wollte einen U-Turn machen wo es nicht erlaubt war, musste 2 mal pusten, einen Speicheltest abgeben und 1 mal wurde das Auto grob nach Drogen untersucht. Ich musste nie etwas bezahlen. Ich leistete mir drei Strafzettel wegen Falschparkens, wovon ich einen bezahlte. Ich musste sechs mal in die Werkstatt, was mich insgesamt genau 2595 Dollar kostete. Zudem wurde ich beklaut. Insgesamt verlor ich 550 Dollar Casino, arbeitete einen Tag als Zwiebelpflücker, an dem ich 35 Dollar verdiente und 6 Tage als Orangenpflücker, wo mir das Geld, 200 Dollar, nie überwiesen wurde. Ich wurde von einer Schlange angefallen, war eine halbe Stunde im Krankenhaus und hätte eigentlich einmal zum Zahnarzt gemusst.

In Thailand verbrachte ich mehr als einen Tag Zeit mit sieben Menschen aus 3 verschiedenen Ländern. In Australien waren es sehr viele. Kathrin, Frank, Renaud und Pietro werde ich wiedersehen.

Die Lichter der Hochhäuser hören auf dich anzustarren und blinzeln nur noch müde aus der Ferne herüber. Der Ausgang kommt näher. Ich gebe meine letzten 64 Hongkong Dollar für eine leckere Nudelsuppe mit gebackenem Hühnchen aus, rauche die letzte Zigarette für die nächsten 18 Stunden in einem kleinem Raum im Flughafen , eingepfercht mit zwanzig anderen. Ich steig ins Flugzeug, mein Kopf ist klar wie schon lange nicht mehr. Das Flugzeug startet. Ich sehe die Lichter der Metropole ein letztes Mal bevor der Nebel sie mir wieder weg nimmt. Meine Mundwinkel steigen leicht in die Höhe, denn ich freue mich auf zu Hause, und allem was dazu gehört.

Um Mitternacht startet das Unterhaltungsprogramm des Flugzeuges, ich wähle den Film “A Serious Man” und lehne mich zurück.

Good Night OZ

Samstag, 03. April 2010
Nach Tagen des Wartens, des im Auto B¸cher lesens und Playstation zockens war es nun vor 3 Tagen endlich soweit. Ich bin mein Auto, oder was davon ¸brig geblieben ist, losgeworden. 2100 Dollar hab ich noch bekommen. Ein schlitzohriger Israeli hat sich erbarmt, jedoch hart verhandelt. Nach erbarmungslos langer Probefahrt und gleichzeitigen Anfahrung der Autoummeldestelle, dr¸ckte er mir endlich die Kohle in die Hand, ich packte meine sieben Sachen und grinste mir einen, w‰hrend ich bepackt wie ein Esel im Zug zur¸ck nach Kings Cross stand. Endlich frei! Endlich nicht mehr wie ein Penner auf der Strafle (zugegebenermaflen zwar auf der Strafle, aber in meinem supergem¸tlichen Doppelbett) schlafen und mich jeden morgend in irgendein Hostel schleichen um zu duschen, um dann den Rest des Tages zu versuchen mich besch‰ftigt zu halten, um dann bei Dunkelheit mich ins Auto zu verkriechen. Genial. Das mir bekannte Travellers Rest Hostel angesteuert, in dem es zwar nach K‰sef¸flen riecht, aber sehr gem¸tlich ist, 2 Tage gebucht und beim K‰ffchen eine im Innenhof gepafft. Danach Lea und Sina, 2 M‰dels aus Stuttgart, die ich zusammen mit Frank auf der Strafle beim Auto verhˆkern kennen lernte, bescheid gesagt, dass diesen Abend nun mal gefeiert wird und direkt einen abartig billigen Goon (wers immer noch nicht weifl, abscheulicher Wein im 4 Liter Tetrapak) gekauft. Gegen 10 wurde in deren Hostel getroffen, mit lauten Engl‰ndern und 2 anderen Deutschen getrunken und gegen Mitternacht gings dann zum Abschluss nochmal in die gute alte World Bar. Voll und laut wie immer wurde dann bis fr¸h ged‰nzt. Hab mich lange nich mehr so befreit gef¸hlt wie an diesem Abend. Ich verabschiedete mich von den Leutchen, deren Flieger ging ein paar Stunden sp‰ter, wachte morgens vˆllig zufrieden, aber mit Kater, auf.
Zum ersten Mal f¸hlte ich mich hier in Sydney wie ein gewˆhnlicher Tourist. Ich schnappte mir einen Plan von Sydney an der Rezeption, ganz unauff‰llig, damit auch ja keiner denkt, ich bin neu hier, obwohl ich hier um die 2 bis 3 Monate verbracht habe, und kreuzte s‰mtliche Sehensw¸rdigkeiten an, die ich mir vor meinem glorreichen Abflug noch geben wollte. So gings dann nacheinander in die Art Gallery of NSW (kann ich empfehlen, ist kostenlos), in das NSW Regierungsgeb‰ude (denke ich zumindest dass es das war), ins Casino (wahrscheinlich wollte mein inneres ich nochmal versuchen meine Laune zu verderben, hats auch geschafft), am n‰chsten Tag wieder voller Tatendrang 250 Meter hoch auf den Sydney Tower, 153 Fotos sp‰ter wieder hinunter, ins Rathaus (der Besuch beschr‰nkt sich auf ein 1 mal 1 Meter groflen betretbaren Bereich), ins schˆn teure und schˆne Aquarium, zu “Clash of the Titans” (einer der schlechtesten und eindeutig nur zum Geld verdienen durch Doofies wie mich gemachte Film aller Zeiten), ins abgefahrene Museum of Contemporary Arts (mein zweiter Besuch). Ein Marathon. Ich w¸rde gerne mal die Kilometer nachz‰hlen, die mein armer Kˆrper zu laufen hatte.
Meine letzte Station war Paddys Market in Chinatown, um noch rechtzeitig Souvenirs zu ergattern, was jedoch in einem halben Nervenzusammenbruch geendet ist. Also liebe Verwandtschaft, bitte nicht bˆse sein, wenn es nix von diesem Souvenir-Schrott nach Deutschland schaffen wird.
Nach letztmaligen abh‰ngen im Botanischen Garten, bei Sonnenschein und Blick auf die Oper, gings an die letzten organisatorischen Dinge. Nun werd ich meine W‰sche abh‰ngen, packen (durch die Klauerei bin ich erstaunlich leicht bepackt), und nochmal Sydney Smog einatmen.
Morgen, am dritten April, gehts nach Hongkong. Auch da bin ich nur Tourist und ich freue mich schon sehr darauf. Ebenso freue ich mich auf den Duty Free Shop im Flughafen;) Dort kann ich mir 10 mal soviel Tabak kaufen, wie ich hier in OZ kˆnnte und auch tun musste.
Die n‰chste Mail kommt aus Hongkong!
Bis demn‰chst!

Nach Tagen des Wartens, des im Auto Bücher lesens und Playstation zockens war es nun vor 3 Tagen endlich soweit. Ich bin mein Auto, oder was davon übrig geblieben ist, losgeworden. 2100 Dollar hab ich noch bekommen. Ein schlitzohriger Israeli hat sich erbarmt, jedoch hart verhandelt. Nach erbarmungslos langer Probefahrt und gleichzeitigen Anfahrung der Autoummeldestelle, drückte er mir endlich die Kohle in die Hand, ich packte meine sieben Sachen und grinste mir einen, während ich bepackt wie ein Esel im Zug zurück nach Kings Cross stand. Endlich frei! Endlich nicht mehr wie ein Penner auf der Straße (zugegebenermaflen zwar auf der Straße, aber in meinem supergemütlichen Doppelbett) schlafen und mich jeden morgend in irgendein Hostel schleichen um zu duschen, um dann den Rest des Tages zu versuchen mich beschäftigt zu halten, um dann bei Dunkelheit mich ins Auto zu verkriechen. Genial. Das mir bekannte Travellers Rest Hostel angesteuert, in dem es zwar nach Käsefüßen riecht, aber sehr gemütlich ist, 2 Tage gebucht und beim Käffchen eine im Innenhof gepafft. Danach Lea und Sina, 2 Mädels aus Stuttgart, die ich zusammen mit Frank auf der Straße beim Auto verhökern kennenlernte, bescheid gesagt, dass diesen Abend nun mal gefeiert wird und direkt einen abartig billigen Goon (wers immer noch nicht weifl, abscheulicher Wein im 4 Liter Tetrapak) gekauft. Gegen 10 wurde in deren Hostel getroffen, mit lauten Engländern und 2 anderen Deutschen getrunken und gegen Mitternacht gings dann zum Abschluss nochmal in die gute alte World Bar. Voll und laut wie immer wurde dann bis früh gedänzt. Hab mich lange nich mehr so befreit gefühlt wie an diesem Abend. Ich verabschiedete mich von den Leutchen, deren Flieger ging ein paar Stunden später, wachte morgens völlig zufrieden, aber mit Kater, auf.

Zum ersten Mal fühlte ich mich hier in Sydney wie ein gewöhnlicher Tourist. Ich schnappte mir einen Plan von Sydney an der Rezeption, ganz unauffällig, damit auch ja keiner denkt, ich bin neu hier, obwohl ich hier um die 2 bis 3 Monate verbracht habe, und kreuzte sämtliche Sehenswürdigkeiten an, die ich mir vor meinem glorreichen Abflug noch geben wollte. So gings dann nacheinander in die Art Gallery of NSW (kann ich empfehlen, ist kostenlos), in das NSW Regierungsgebäude (denke ich zumindest dass es das war), ins Casino (wahrscheinlich wollte mein inneres ich nochmal versuchen meine Laune zu verderben, hats auch geschafft), am nächsten Tag wieder voller Tatendrang 250 Meter hoch auf den Sydney Tower, 153 Fotos später wieder hinunter, ins Rathaus (der Besuch beschränkt sich auf ein 1 mal 1 Meter groflen betretbaren Bereich), ins schön teure und schöne Aquarium, zu “Clash of the Titans” (einer der schlechtesten und eindeutig nur zum Geld verdienen durch Doofies wie mich gemachte Film aller Zeiten), ins abgefahrene Museum of Contemporary Arts (mein zweiter Besuch). Ein Marathon. Ich würde gerne mal die Kilometer nachzählen, die mein armer Körper zu laufen hatte.

Meine letzte Station war Paddys Market in Chinatown, um noch rechtzeitig Souvenirs zu ergattern, was jedoch in einem halben Nervenzusammenbruch geendet ist. Also liebe Verwandtschaft, bitte nicht böse sein, wenn es nix von diesem Souvenir-Schrott nach Deutschland schaffen wird.

Nach letztmaligen abhängen im Botanischen Garten, bei Sonnenschein und Blick auf die Oper, gings an die letzten organisatorischen Dinge. Nun werd ich meine Wäsche abhängen, packen (durch die Klauerei bin ich erstaunlich leicht bepackt), und nochmal Sydney Smog einatmen.

Morgen, am dritten April, gehts nach Hongkong. Auch da bin ich nur Tourist und ich freue mich schon sehr darauf. Ebenso freue ich mich auf den Duty Free Shop im Flughafen;) Dort kann ich mir 10 mal soviel Tabak kaufen, wie ich hier in OZ kˆnnte und auch tun musste.

Die nächste Mail kommt aus Hongkong!

Bis demnächst!