Archiv für März 2010

Verlängerung

Donnerstag, 25. März 2010

16.03. – 25.03.2010

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10 Tage sind vergangen und wieder ist einiges passiert, manches hat sich jedoch nicht verändert. Mein Auto steht noch in der Brougham Street, meine Flyer hängen immer noch in so ziemlich allen Hostels herum, alle 2 Tage von mir aufgefrischt. Der Preis ist nun schon bei 3500 Dollares angekommen und die Dusche im Original Backpacker Hostel kennt schon meinen Namen.

Wie ihr wisst, bin ich mit den 2 Sachsen Frank und Hagen in Frank’s Auto in die Blue Mountains gefahren. Durchaus ein Wechselbad der Gefühle. Insgesamt waren wir 4 Tage unterwegs. Die ersten 2 Nächte waren wir aus Kostengründen Zelten, was für meinen Magen zum Verhängnis wurde, da es mir am dritten Tag nicht mehr gut ging. Geplagt von Bauchschmerzen war der Abend des 3. Tages für mich gelaufen. Schuld war die bittere Kälte in den Bergen und das nicht Vorhandensein eines Schlafsackes.

Am ersten Tag wollten wir direkt eine von mir aus Erfahrung empfohlene Wanderung in Angriff nehmen, was daran gescheitert ist, dass Frank einen dicken Fuß hatte und Hagen für soetwas anscheinend generell nicht zu haben ist. Enttäuschend für mich, ich konnte mich dafür am dritten Tag rächen;) Geschlafen wurde im Wald auf einem Aussichtspunkt. Geweckt wurden wir von einer Horde echter Australier, jedenfalls würde man sie sich genauso vorstellen, wäre man noch nicht hier gewesen. Ein dutzend, große, kräftige und langbärtige, “How is it going mate?” grüßende Männer, die große Steinbrocken von einer Straßenseite zur anderen trugen, rollten oder warfen. Später an diesem Tag gings an einen See in Lithgow, eine Stunde nördlich. Dort gabs einen sehr günstigen Campingplatz auf dem wir es uns gemütlich machten. Wir genossen die, durchaus heiße Nachmittagssonne am See und entspannten. Die Nacht war die Hölle. Gefühlte Minusgrade machten mir zu schaffen. Eingekleidet in 3 T-Shirts, 2 Pullover und meine Regenjacke, dazu noch zugedeckt mit meinem Bettlacken und unter mir eine Isomatte. Half alles nix. Mit Hoffnung auf Besserung setzte ich mich in Franks Auto, der eingelullt in seinen Schlafsack und 2 dicke Decken wie ein Baby schlief. So sieht Kameradschaft aus. Ich zitterte mir einen ab und hoffte nur, dass die erlösende Sonne endlich aufgeht. Dann ging sie auf, ich brauchte einige Zeit im Licht aufzutauen. Da gings dann auch schon mit meinem Bauch los. Wir entschieden der Kälte zu entfliehen und die nächste Nacht im Hostel einzubuchen.

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Wir fanden das “Cecils” in Katoomba, ein wahnsinnig gutes Hostel. Augenscheinlich ein altes Restaurant. Gefrühstückt wurde dann sozusagen im Restaurant mit Nutzung der riesigen Restaurantküche. Unser eigenes 3 Bettzimmer stand uns dort genauso zu, wie Billard und Tischtennis. Ich legte mich nach dem Frühstück aufs Ohr, wurde von den anderen Beiden 2 Stunden später aus meinem wohltuenden Tiefschlaf gerissen mit der Begründung, dass unten 2 Däninen angekommen seien. Juhu, hab genug von Däninen. Den Rest des Abends wurde auf der Couch vorm Fernseher gechillt und Mimic 2 geschaut. Am nächsten Morgen wollten die Beiden, eigentlich nur Frank, nochmal wandern gehen. Ich konnte nicht und gab mir ein paar Seiten meines aktuellen Buches. Das Parfüm, nie wieder lese ich ein Buch, nachdem ich den Film gesehen hab. Dann gings wieder nach Sydney. Bei meinem Auto, welches noch  artig auf der Straße fiel mir dann etwas an meiner Fahrertür auf. Sie war unverschlossen. Ich hatte jedoch beide Schlüssel an mir und ich war mir 105 Prozent sicher, dass ich alles verschlossen hinterlassen hatte. Das kleinere, eindrückbare Fenster an der Fahrertür war ein kleinen Spalt offen und mir schwante Übles. Auf den ersten Blick fehlte nichts, auf den zweiten fehlte mein blauer großer Rucksack, gefüllt mit sämtlichen Ladegeräten, meinen Souvenirs aus Thailand, Kuala Lumpur und Singapur, mein abgebrochener Stein vom Uluru, meinen getrockneten Spinnen, mein graviertes Zippo und was weiß ich noch alles. Ich nahms mit Fassung, bin langsam Einiges gewohnt.

Seitdem wohnen wir in zwei Autos auf der Straße. Zwei alte Bekannte bereicherten unsere Kings Cross Straßen Kommune. Der Schwede Joachim und Guddel sind ebenfalls in Sydney aufgeschlagen. Hagen schlief ein paar Tage mit bei mir und Guddel bei Frank. Joachim schlief im Hostel, war trotzdem jeden Tag bei uns. Der Italiener Pietro verabschiedete sich nach Thailand am 20. März, Guddel und Hagen flogen gestern gemeinsam nach Cairns um Freunde von ihm zu treffen und um auf einer Bananenfarm zu arbeiten. So blieben nur Frank und ich zurück. Frank wird am Sonntag aufbrechen in die Nähe von Griffith. Er hat einen guten Job als Traktorfahrer gefunden.

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Vor 2 Tagen hatte sich doch mal jemand dazu durchzuringen, sich für mein Auto zu interessieren. 2 Briten schlichen skeptisch um meinen Jeep. Als ich die Beiden von meinem generalüberholten Motor überzeugen wollte, spring die Karre nicht an. Batterie war total runter, ohne Anzeichen warum. Das wars mit der Kundschaft. Eine völlig unfassbare Situation. Ich fahre fast täglich umher, das Licht war aus, ser Schlüssel nicht in der Zündung. Seitdem ich die Batterie wieder geladen hatte funktioniert wieder alles normal. Unsere Theorie schwankt zwischen der Liebe des Autos zu mir, des Nicht-den-Besitzer-Wechseln-Wollens und der zweiten, möglicherweise realistischeren Möglichkeit: Das Auto will einfach in Ruhe sterben. Keine Reparaturen mehr, keine Touren durch Australien mehr.

So langsam nähert sich mein Gemüt der Schmerzgrenze. Zuviele Dinge treiben mich zurück nach Deutschland. Neuseeland wird nichts mehr, zum einen werde ich das Auto sicher nicht vor dem Abflug verkaufen können, zum anderen kann ich es mir auch gar nicht mehr leisten. Davon mal abgesehen ertrag ich die relative Nähe zu Alina eh nicht und ich bin sicherlich erheblich erleichtert, wenn ich mich wieder auf der anderen Seite des Erdballs befinde.
Meine restliche Reise wird sich auf Sydney und 1 oder vielleicht 2 Wochen Hongkong beschränken. Reine Schadensbegrenzung.

So jetzt drückt mir doch verdammt nochmal jemand die Daumen, dass ich die Karre loswerde und endlich von dem verflixten Kontinent fliehen kann.

Grüße in die Heimat und bis nächste Woche!!

Fotos der letzten Wochen…

Auf heißen Kohlen

Montag, 15. März 2010

04.03. – 15.03.2010

Mein Auto ist nun in der Werkstatt. Leider hab ich mich nicht so glücklich angestellt, denn der Chef Rudy ist ein zwielichtiger Italiener, der mir die ganze Zeit nur Märchen erzählt. Die Rechnung wird immer dicker und der Werkstattaufenthalt immer länger. Nun will ich mal nich meckern über diese SCHEISSE, denn ich blicke vorraus auf den Autoverkauf, der in den nächsten 2 Wochen über die Bühne gehen muss und über meinen Flug nach Neuseeland am 1. April. Solange muss ich mir hier einen ab-chillen.

Die letzten Tage waren, sag ich mal, ganz gemütlich. Zusammen mit Maria bewohne ich ein günstiges Doppelzimmer in Assi-KingsKross. Wir sind die ganze Zeit damit beschäftigt umherzulaufen, ins Kino zu gehen und uns Filme reinzuziehen. Jeden Tag wird ordentlich ausgeschlafen und das Housekeeping nach Hause geschickt. Vorgestern gabs “Wolfman” im Kino (was für eine Enttäuschung!!!), vor einer Woche hab ich es dann doch noch geschafft mir Avatar anzuschauen. Wobei ich sagen muss, dass der Film als solcher echt nix besonderes ist, die Effekte und der 3D Effekt aber wirklich spitze sind. Oscars zurecht für “The Hurt Locker”!

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Letztens waren wir im monströsen Centenials Park. Noch viel größer als der Botanische Garten, kann man sich dort wirklich gut verlaufen. Dort war auch die “Taste” Veranstaltung, ein Restaurant Festival, wenn man das so sagen kann. Leider wurde die Kundschaft schon am Eingang separiert. Eintritt: 30 Dollar und das Essen kostet ja dann auch noch was. Schade. Vorgestern hab ich mit Pietro bei seinem Kumpel Lorenzo übernachtet. Der wohnt dort in dem Haus von Freunden seiner Eltern. Ziemlich reiche Freunde, wie es scheint. Ein monströses, super chic eingerichtetes Haus auf einer Anhöhe mit fantastischem Blick auf den Bronte Beach. Dort konnte ich, durch Plünderung der Spirituosenvorräte, auch endlich wieder, nach Thailand, einen Whisky genießen. Dann gabs noch “Hot Fuzz” als Filmchen zum Einschlafen. Morgens hab ich dann auf dem Baugerüst vom frisch renovierten Balkon gesessen, und mit Blick auf den Strand ein Käffchen getrunken. Ja, so lässts sich leben;) Zurück in meinem wahren zu Hause verbrachte ich meine Zeit mit warten. Rudy tat gut daran, die Fertigstellung meines Autos immer weiter herauszuzögern. Am Samstag abend um 7 Uhr war es dann endlich soweit. Ich konnte mein Auto abholen. Vorher gabs kleinere Diskussionen und mal wieder Geschichten aus Italien. Nebenbei hat er mir noch sein High-Tech Geländewagen und seine Munition für seine Gewehre gezeigt. Da weiß man worin man hier investiert. Naja, der Motor läuft erstaunlich gut und leise, mehr kann ich nicht verlangen. Mit 1700 Dollar war es dann auch nicht gerade billig. Nun geht es an die Schadensbegrenzung, sprich den Verkauf des Autos. Gestern habe ich in so ziemlich jedem Hostel meine Auto-Flyer verteilt, auch auf den Ampelmasten und ebenso im Internet Anzeigen geschaltet. Vielmehr kann ich nun nicht mehr machen, außer ab und zu die Flyer checken und aktualisieren, bald mit dem Preis runtergehen und einfach hoffen, dass irgendjemand dieses Auto kaufen will. Die Zeit rennt, ich hab noch 2 Wochen, nicht viel, wenn man bedenkt, dass so manch einer 5 oder 6 Wochen wartet, ehe er sein Auto los wird. Gestern abend wurde mit Frank, der aus Adelaide hergefahren ist, da er noch immer auf seinen Arbeitseinsatz wartet, und dem Neuen in meinem Bekanntenkreis, Hagen (Oh man, 2 Sachsen!!!;)), nochmal ordentlich gefeiert. Einzelheiten nur auf Anfrage.
Maria ist heute auf nach Dänemark. Der Abschied war nicht so herzlich, da wir uns am gestrigen Tag etwas angemault haben. Mir auch egal;) Da der Frank seine Zeit hier nutzen will und heute in die Blue Mountains fährt und ich, obwohl ich dort schon war, nix Besseres zu tun habe, schließe ich mich ihm und besagtem Hagen an. Die nächsten 3 Tage gehts wieder ans Wandern, endlich wieder aktiv! In 1 Stunde gehts los, ich wünsche euch wärmere Temperaturen und mehr Sonne und man sieht sich ja bald!

See Ya!!

Alice Springs – Nachtrag

Samstag, 13. März 2010

20.02. – 26.02.2010

So ihr Lieben daheim, hier der Nachtrag zum Alice Springs Trip. Nach einer guten Stunde Schlaf trafen wir uns alle vor meinem Hostel. Ich nahm nur das wichtigste mit und ließ den restlichen Kram in meinem Pajero zurück. Trotzdem staunte ich nicht schlecht, wie wir das Gepäck von 4 Leuten in Franks relativ kleinem Auto verstauten.

Fertig bepackt gings dann erstmal mit Franks Auto und meiner Mühle zu Marks Haus, wo ich den Weißen sicher im Hinterhof parken konnte. Noch schnell meinen 25 Liter Wasserkanister in Franks Auto gequetschtgings dann auf unseren 4000 Kilometer-Trip Richtung Norden. Man stelle sich vor, das ist wie Deutschland von der Nordspitze bis zum südlichsten Punkt, 4 mal. Am ersten Tag schrubten wir um die 400 Kilometer und übernachteten auf einem einsamen Campingplatz mitten im fast Nichts. Am nächsten Tag erreichten wir cirka 300 Kilometer weiter die Opalstadt Coper Pedi. Ein wirklich mal surrealer Ort. Kilometer vor der Stadt fangen in der kahlen Wüste links und rechts vom Highway Sandhaufen an aufzutauchen. Tausende verlassener, aufgegebener Orte, an denen von vielen, vom Reichtum träumenden Australischen Seelen nach den, mal mehr, mal weniger wertvollen Opalen gesucht wurde. Im eigentlichen Ort angekommen macht sich der Gedanke breit, auf einem heißen, unwirtlichen Planeten gelandet zu sein, zumal, wenn man das Raumschiff aus dem Streifen Pitchblack erblickt.

DSC07290 (Small)Die Stadt ist zumeist nicht in die Höhe gebaut, sondern in die andere Richtung. Aufgrund der ganzjährigen Hitze wird verständlicherweise lieber in den kühlen Gefilden 10 Meter unter der Erde geschlafen. Unser Hostel, in das wir uns aufmachten, stellte unsere Betten ebenfalls unterirdisch bereit. Besser gesagt, wir schliefen in einer alten, ausgebauten Miene. Die Räume hatten keine Türen, sodass man sich nie alleine fühlen musste. Nach Mittagessen und einem Päuschen, um die extreme Sonne ziehen zu lassen, ging es dann auf, ein paar Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Ich als Filmheini war natürlich total scharf darauf den Drehort von Filmen wie Mad Max oder Red Planet zu sehen, und so wurde die Truppe motiviert 20 Kilometer über Stock und Stein zum absolut beeindruckenden Moon Plain zu gelangen. So muss es auf dem Mars aussehen. Flache, trockene Erde soweit das Auge sehen kann, vereinzelt scharfkantige Steine und am Horizont kahl aufstrebende Berge. Scharf! Nebenbei schauten wir uns den mit 5600 Kilometern längsten Maschendrahtzaun der Welt an.

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Der sogenannte Dog Fence hält die Dingos davon ab, ins von Menschen besiedelte Gebiet einzudringen. Weiter gings zu einer Untergrundkirche und zu einer Außen-Kunstgalerie. War schon etwas krankes Zeug, was der Mensch dort zusammengebastelt hat, aber die Pitch Black Kulissen konnten überzeugen, jedenfalls mich. Natürlich hatten wir uns auch das Raumschiff genauer vorgenommen, wie es traurig zwischen einem Hostel und öffentlichen Toiletten stand. Eine tolle Arbeit der Filmemacher. So überzeugend passt es in diese triste Wüstenlandschaft, so detailiert ist es gestaltet. Ich hätte ja mal gefragt ob ich ne Runde drehen darf, wäre es nicht so verdammt hohl gewesen. Also das Schiff, nicht die Absicht zu fragen;) Kurioserweise fing es dann abends an zu regnen. Faszinierend hier in der Wüste. Am nächsten Tag ging es dann zum Hauptziel, den Uluru. Wir starteten im Morgengrauen, ich war der Fahrer und war auch der einzige, der auf unserem Trip scharf bremsen musste, um nicht eines der Kängurus zu plätten. Nach jeder Menge Kilometer erreichten wir den Uluru Nationalpark. Wir entschieden uns, nachdem jeder 25 Dollar für ein 3 Tages Ticket hinblättern musste, erstmal mit den Olgas vorlieb zu nehmen und uns dann den Uluru im Sonnenuntergang anzuschauen. Die Olgas ragen, ähnlich wie der Uluru, wie riesige Steine aus dem roten Wüstensand hervor. Die Olgas bestehen dabei aber aus mehreren Erhöhungen und sind wohl nicht minder beeindruckend. Nach einem kurzen Trip zwischen die roten Felsen gings zum Sonnenuntergang, der schön, aber nicht so magisch war wie gedacht. Auf der Suche nach einer günstigen Übernachtungsmöglichkeit scheiterten wir grandios und fuhren 80 Kilometer weiter zu einem freien Campingplatz. Am nächsten morgen wurden wir von einem ziemlich großen Vogel geweckt, der neugierig um unsere Zelte schlich und mir das Gefühl gab einen Abstecher in den Jurassic Park gemacht zu haben.

DSC07543 (Small)Unser Ziel hieß Uluru. Also ging es wieder in den Nationalpark und wir nahmen uns die lange, 10 Kilometer andauernde, Tour vor. Ist schon ziemlich beeindruckend und ich ließ es mir auch nicht nehmen ein Stück vom Uluru abzubrechen und einzustecken. Übrigens, wer den Uluru erkunden will, sollte sich unbedingt ein Fliegennetz besorgen. Frank und ich hatten somit einen ruhigen Tag, Ben und Dirk waren, besonders Ben, am Rande eines Nervenzusammenbruchs.

DSC07569 (Small)Leider konnten wir nicht auf den Uluru raufkrabbeln, da wir zu spät dran waren und der Aufstieg nach 8 Uhr morgens gespeert wird, aufgrund von Hitze und jeder Menge Leute die in der Vergangenheit mit Wucht auf dem Boden aufgeschlagen sind. Weiter ging es dann zum gut 300 Kilometer entfernten Kings Canyon. Auf dem Weg hat es wieder angefangen zu regnen und wir kamen in den Genuss den Canyon im verregneten Sonnenuntergang zu bestaunen. Da es für die große Tour zu spät war, gings erstmal auf den völlig überteuerten und schlecht ausgestatteten Campingplatz gleich nebenan. Das Highlight waren die Dingos, die auf der Suche nach einem Fresschen auf dem Campingplatz herumschlichen. Übrigens, die Instant-Nudeln, die ich mir warm machte waren seid 2 Jahren abgelaufen. Eine Besonderheit in Australien, hier muss man höllisch aufpassen, wenn man reduzierte Ware kauft, sie könnte schon nicht mehr in ihrer ursprünglich gewollten Form existieren. Ohne Bauchschmerzen ging es am nächsten Morgen zum Canyon und wir liefen, kletterten und staunten uns einmal um den wunderschönen Kings Canyon und wir beschlossen, dass das unser Highlight auf unserem Trip war. Nachmittags fuhren wir die restlichen 400 oder so Kilometer nach Alice Springs. Wir fanden ein nettes Hostel für 22 Dollar. Abends gabs selbstgemachte Burger, Frank und ich leisteten uns sogar ein Bierchen (Oettinger). Am nächsten Tag wurde stramm durch die Stadt marschiert und über den vollen Fluss und die teils überfluteten, den Fluss kreuzenden Straßen gestaunt. Viel hat Alice ja dann doch nicht zu bieten, sodass es dann am späten Nachmittag direkt wieder Richtung Adelaide ging.

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See Ya!

Fotos Alice Springs

Adelaide – Alice Springs – Sydney

Donnerstag, 04. März 2010

Hey Ihrs,

wie angekündigt hats mich letztens an den Uluru verschlagen. Da ich grade keine Lust habe viel zu schreiben, lass ich einfach mal Fotos sprechen.

Fotos – Fringe Festival Adelaide

Fotos – Alice Springs

So, danach gings für mich und mein Auto zurück nach Sydney. Soviel kann ich sagen, angekommen sind wir beide. Mein Auto hat es nicht so gut überstanden. Mal abgesehen davon, dass ich schon nach dem ersten Stopp, 200 Kilometer hinter Adelaide nicht mehr vorwärts gekommen bin, es irgendwie am nächsten Tag geschafft habe zum nächsten Mechaniker zu gelangen (150 Kilometer weiter), der mir den Riemen an der Lichtmaschine festgezogen hatte (40 Dollar, Sonderangebot), hab ich heute früh beim Losfahren ein grässliches Geräusch im Motorraum festgestellt. Jedenfalls hab ich mich nach Sydney geschleppt, einen Mechaniker gefunden, der nur meinte 1500 Dollar Reparatur oder neuer (alter) Motor für das gleiche. Okay. Verkaufen hat sich somit erledigt. Jetzt steh ich vor der Aufgabe entweder die Schrottkarre an den nächsten Verwerter zu verticken oder irgendwoher nen Motor aufzutreiben und hoffen das ich das Auto dann verkaufen kann.

Nachher treff ich mich mit der Dänin Maria, die ich in Adelaide kennengelernt hab.

Das waren die neuesten Nachrichten, bis denne!

Adelaide, meine Perle.

Mittwoch, 03. März 2010

Hey! Wieder ist ganz schön viel Zeit vergangen und viel ist passiert, jedenfalls bei mir.

Nach insgesamt 4 Arbeitstagen und 200 verdienten Dollars pro Person verließen wir Waikerie und machten uns auf nach Adelaide. Jedoch aus verschiedenen Gründen. Ich hatte vor in Adelaide mein Licht reparieren zu lassen, die anderen wollten sich in den Weinregionen nach Arbeit umschauen. Warum ich nicht? Weil ich kein Bock mehr hab meine Zeit in Australien mit sinnloser Arbeitssuche zu vergeuden und endlich mal was von meinem Trip haben wollte. Diese Einstellung ist zwar ganz schön teuer aber ich bin nur einmal hier. So verabschiedeten wir uns voneinander auf dem McDonalds Parkplatz in Adelaide und gingen (vorerst) getrennte Wege. Ich buchte mich erstmal in das Sunnys Backpacker ein, da ich wusste, dass der gute Pietro ebenfalls dort nächtigte. Die anderen (Frank, Guddl, Joachim, Inga und Kathrin ) machten sich auf den Weg ins McLaren Vale.  Dekadenterweise hatte ich einen eigenen Parkplatz am Hostel, was das Sunnys in meinem Ranking mal gleich ganz nach oben schob. Endlich keine stressige Parkplatzsuche mehr! Nachdem mich die überaus nette Romy empfangen hatte und mir die, na ich sag mal, Hausmutti Denise das Bett machte, gönnte ich mir den mir bekannten Foodcourt in Chinatown, in dem man seinen Teller für 6,50 Dollar so voll machen kann wie man will. Mit leichten Bauchschmerzen traf ich Pietro dann im Hostel wieder. Kein bisschen verändert, muss ich erstmal eine Runde Poker mitspielen. Bin mal wieder ziemlich früh ausgeschieden. Er hat immernoch seinen Job, hat aber ein paar Stunden zusätzlich bekommen, was gut für ihn ist. Unser Zimmer stank nach alten Socken, war aber recht kühl und ruhig. Weil wir uns so sehr über unser Wiedersehen freuten wurde erstmal Bier gekauft und Abends wurde sich dann draußen am Hostel zusammengesetzt und geschnakt. Dann bekam ich einen Anruf von Kathrin, dass alle außer Frank, nach Adelaide zurückkehren, da sich das mit dem Job erledigt hatte. So kam es zu einem frühen Wiedersehen. Auch der gute Mark aus Brisbane besuchte uns am Hostel. Schon seltsam wie am Ende doch wieder alle Fäden zusammenlaufen. So saßen nun Pietro, Kathrin, die Leute aus Waikerie, Mark, ich und neue Menschen vom Hostel zusammen und verbrachten den Abend. Mit den  neuen Menschen sollte sich dann auch der nächste Trip für mich ergeben, aber dazu später mehr.

Am nächsten Tag Ließ ich erst Dirk mein Auto begutachten, der konnte am Licht nix machen, erklärte mir allerdings was alles so an meinem Auto kaputt ist (Ventile, Kupplung,…). Danke. Als nächstes machte sich Mark auf den Fehler in der Lichtanlage zu finden. Als auch er nichts fand ging es zur Werkstatt, die mir einen Termin für den nächsten Tag gab.

Dann bekam ich den Anfall mein Auto noch schnell zum Verkauf anzubieten, was bei den niedrigen Preisen in Adelaide ziemlich unmöglich schien. Also verteilte ich Anzeigen in den ganzen Hostels und wen traf ich da? Frank. Er hat zwar einen Traktorfahrer-Job sicher, jedoch fängt dieser erst in 2 Wochen an. So ganz alleine schien es, als ob nicht alles in feierlicher Bruderschaftlichkeit zwischen ihm und den anderen 4 auseinander gegangen ist. Er fragte ob ich immernoch vorhab nach Alice Springs zu fahren, und ich sagte ich sei nicht sicher und dass ich meine Karre verkaufen wolle. Er hat vor seine 2 Wochen zu nutzen und sich den Uluru anzuschauen.  So kam mir der Gedanke mein Auto hier zu lassen und bei ihm einfach mit ins Auto zu steigen.

Abends wurde sich wieder zusammengesetzt, diesmal war Frank auch dabei. Am nächsten Tag ließ ich dann das verdammte Auto reparieren, was 300 Dollares aus meinem Portmonaie saugte. Immerhin gings dann mit Licht zurück in die City.

Am nächsten Morgen wurde dann früh um sechs aufgestanden und Italien gegen Deutschland aka Florenz gegen Bayern in der Champions League geschaut. War für Pietro und mich natürlich Pflichtprogramm.

Dann ist zur Zeit das Fringe Festival in der Stadt, was nichts anderes heißt als 30 Tage immer irgendwelche Live Bands und Veranstaltungen. Ganz schön nice! So gings dann abends mit Frank, Dirk, der lieblichen Romy, Ben (schläft in meinem Zimmer) und ein paar anderen auf zum Festival. Ich sag nur eines, lange nicht mehr so einigen lustigen Weggeh-Abend erlebt, was nicht unbedingt am Festival lag.

Na auf jeden Fall stieß sich der Dirk (32, Labertasche), auf dem Hinweg, wie auch immer, seinen Zeh beim Pissen gehen so derb, dass wir ihn erstmal zum Erste-Hilfe-Zelt brachten. Er nahms mit Humor, immer drauf bedacht alles weibliche in seiner Nähe vollzuquasseln. Mit frischem Verband gings dann zur Liveband. War wirklich nett, aber der aufkommende Staub, der verschuldet wurde durch die tausenden Leute und Adelaides Wüstendasein, zogen wir wieder Leine, um uns was zu trinken zu besorgen. Da trafen wir auch die Kathrin, mit dem Schweden Joachim wieder, die uns dann begleiteten. Also bahnten wir uns den Weg durch die Rundle Street auf der Suche nach einem Liquor Store. Als wir die Straße zwischen Rundle Street und Rundle Mall überquert hatten, sah ich, als ich mich umdrehte um nach den anderen zu schauen, wie der Dirk in Zeitlupe über den minimalen Bordstein auf Höhe der Fußgängerampel stolpert und vornüber kippt. Als wenn er versuchen wollte gen Mekka zu beten, näherte sich sein Kopf dem harten Betonboden. Jedoch stoppte er diesen nicht, sondern ließ seinen Kopf mit ziemlicher Wucht aufschlagen, was sich direkt mit einer dicken, roten Beule rächte. Zuerst kamen die Sorgen, dann die Beruhigung, dann die Scherze, die bis heute anhalten. Mach uns heut bloß nicht den Dirk!;) Man muss aber sagen, dass wir das nur machen können, weil er seine Tolpatschigkeit mit grandiosem Humor nahm. Der Abend endete an unserem Hostel, für die meisten, nicht für Romy, Frank und mich. Wir machten Bekanntschaft mit einer Adelaider Lesbe, die uns direkt mit in einen Gay Club zerrte. War jetzt nicht so krass wie gedacht, es war eher ganz süß. So hatten wir keine Hemmungen das Tanzbein zu schwingen. So um sechs in der Früh, gings dann zurück und nur Romy und ich blieben übrig. Wir kamen auf die Idee uns Harry Potter reinzuziehen, war nix anderes da. So war ich bis halb zehn morgens wach, Romy hat geschummelt und ist eingeschlafen. Aber da war ja noch was. Genau! in 2 Stunden gehts mit Frank, Dirk und Ben auf nach Alice Springs!

Alles darüber im nächsten Beitrag!