Archiv für November 2009

Sydney – Griffith

Dienstag, 24. November 2009

23. November 2009

So, jetzt wirds ernst. Kathrin und ich haben uns gestern auf den Weg ins nahe Outback Richtung Griffith gemacht. Schnauze voll von dem immergleichen Einerlei in Kings Cross, haben wir gestern früh um 8 Uhr unser Hab und Gut in den Jeep geschmissen und losgefahren. Erste Station war “Super Cheap Auto”. Vergleichbar mit Hein Gericke oder Polo, nur eben für PkWs. Dort gabs erstmal ein Feintuning für meinen Süßen in Form eines kleinen Kühlschranks. Danach in Windeseile durch die City (bin langsam geübt) auf den Great Western Highway und ab ins Outback, vorbei an den Blue Mountains und zu unserem ersten Stop in Orange, einer bekannten Fruitpicking-Gegend. Unser Besuch im Arbeits-Center war ziemlich ernüchternd. “Wir haben hier keine Arbeit, aber ihr könnt euch in eine Liste eintragen.” Im Auto darüber brütend kamen wir auf die glorreiche Idee erstmal die anderen Gegenden anzurufen, bevor wir dorthin fahren. Die Frau aus dem Ort Young am anderen Ende der Leitung gab uns zu verstehen, dass sie absolut niemanden dort zum arbeiten brauchen. Okay, wir sind jetzt schon über 300 Kilometer gefahren, Umdrehen ist nicht. Der nächste Anruf in Griffith war dann erfolgversprechender. Dort gibts unsere Zwiebeln zum ernten. Das wussten wir ja auch eigentlich, aber wir wollten uns den Weg bis nach Griffith (weitere 400 Kilometer) ersparen. Außerdem, mit wem auch immer wir am Telefon über den Zwiebeljob sprachen, gab uns zu verstehen, dass die Arbeit WIRKLICH SEHR SEHR HART ist. Dankeschön. Ohne Wahl begaben wir uns auf den mit Känguruhs gepflasterten Highway, weiter hinein ins Outback. Die Landschaft veränderte sich seit den Blue Mountains immer mehr. Der Horizont entfernte sich immer weiter, Bäume wurden immer seltener, genauso wie Autos und die Weiden für die Kühe, Schafe und Pferde schienen unermesslich groß. Das wird hier deutlich, wenn die Tiere vom Auto aus nur so groß wie Stecknadelköpfe scheinen. Nach insgesamt 435 Kilometern wurde getankt. 12,9 L im Schnitt, da ist noch Platz nach unten. Ich fragte die Frau in der Tanke, ob viele Känguruhs über die Straße hüpfen wenn es dunkel wird. Sie weitete ihre Augen und sagte ja. Beruhigend. Wie auf Kommando begegneten wir dann mehreren potenzielen Straßenbelägen. Nachdem die Abenddämmerung vorbei war, haben wir keine Tierchen mehr gesehen. Aber es war auf jeden Fall eine spannende Weiterfahrt. Die Straßen wurden ebenener (was dem Benzinkonsum hoffentlich zu Gute kommt) und das Ziel greifbar. 11 Uhr abends kamen wir dann in Griffith an, suchten uns ein schattiges Plätzchen und schliefen.

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Heute gings dann ab zu McDoof ins Internet, danach zum Jobcenter, bei dem wir uns einschrieben fürs Zwiebel Pflücken. Jetzt warten wir gespannt auf den Anruf und werden dann noch einige Besorgungen machen (müssen).

Ich Grüße die Heimat und steht uns bei!

Bis dann!!

Aus dem Leben eines Backpackers.

Sonntag, 22. November 2009

22. November 2009

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Vorsicht! Detailliert.

Ich grüße euch! Wie gehts so? Und sagt mir keiner dass das Wetter in Berlin scheiße ist. Das Wetter hier in Sydney ist durchwachsen. Mittags brütend heiß. Abends auch mal kalt und windig. Aber geht schon klar, besonders wenn man  bedenkt dass bald 1. Advent ist. Aus meinem letzten Tief hab ich mich heraus gewunden. Nicht zuletzt durch ein paar nette Bekanntschaften in meinem Hostel.

Nachdem ich also nach meiner Ankunft im erstbesten Hostel (Pink House, 24 Dollar/8-Bett) eingekehrt war, zog ich auch schon wieder aus und suchte mir ein neues. Einfach zuviele Briten, zuviele Premier League Spiele und alles auch sehr klein und eng in dem ansonsten guten Hostel. Mein oberstes Gebot für das nächste Hostel, das ich mir suchen wollte hieß wohlfühlen. Das Original Backpackers wurde im Lonley Planet empfohlen und beschrieben als ein relativ großes Hostel. Ein bisschen mehr Anonymität für den Anfang fand ich eine gute Idee. So buchte ich mich ein für eine Nacht (28 Dollar/6-Bett), mit dem Plan im Hnterkopf mir am nächsten Tag voller Elan eine günstigere Unterkunft zu suchen.DSC05953 (Small)

Als ich mein Zimmer betrat hatte ich nicht dieses ungute Gefühl im Magen wie beim letzten Hostel. Ich kam auch gleich ins Gespräch mit meinem Bettnachbar. Johannes aus Deutschland. Während unseres Gespräches kicherte das Mädchen gegenüber, weil sie alles verstehen konnte. Sie kam auch aus Deutschland. Kathrin heißt sie. Sie hatte grade Geldprobleme und so nistete sie sich in Dakotas Bett ein. Dakota ist ein 18 jähriger Amerikaner und grade auf Weltreise. Ist doch ganz nett hier dachte ich. Dennoch checkte ich am nächsten morgen aus. Ich klapperte ein paar andere Hostels ab. Es war alles dabei von noch teurer, bis billig aber 2 Wochen ausgebucht und das Schärfste war eines das Schlafen im Mehrbettzimmer für 15 Dollar angab. Ein zwielichtiger, alter, abgefuckter Typ (gibts hier so einige) zeigte mir dann sein Zimmer, in das er dann ein zweites Bett in die Ecke stellen würde. Das tolle sei sein Fernseher, der rund um die läuft und irgendwelche Sportsendungen zeigt und alles für nur abgefuckte 20 Dollares. Nein Danke du Psycho!

Ich dachte über diese ganzen Hostels nach und irgendwie überkam mich ein warmes Gefühl als ich an das Original Backpackers dachte. So sagte ich mir scheiß auf die paar Dollar mehr und ich kehrte wieder zurück in mein Zimmer und ins gleiche Bett.

Die nächsten Tage verbrachte ich mit organisatorischen Dingen wie Steuernummer beantragen und Konto eröffnen. Mit Johannes hab ich mich ganz gut verstanden. Wir sind auch mal umhergelaufen, aber er hat schon irgendwie raushängen lassen dass er alleine reisen will. Anders Kathrin und Dakota. Mit den Beiden konnt ich schon mehr anfangen. Wir sind ab und zu abends weggegangen oder haben auf der Terrasse vom Hostel rumgesessen. Dazu kam die Bekanntschaft zu 3 Franzosen, die ebenfalls in meinem Zimmer wohnen. Renaud, Marin und Nathalie. C’est Bon! Mit denen versteh ich mich mittlerweile sehr gut. Wir gehen oft alle gemeinsam weg. Auch einen Berliner (kein waschechter) haben wir kennen gelernt. Stefan, 28, war 2 mal für die Bundeswehr im Ausland als Koch und hat hier in Sydney direkt Arbeit als Bäcker gefunden. Glückspilz.

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So läuft jeder Tag so wie Vorangegangener. Man steht spät auf, duscht, isst was, versucht was sinnvolles zu erledigen wie zum Beispiel Arbeit finden, trifft sich beim Hostel, trinkt was (nicht immer aber oft) geht dann weg in eine Bar (die Hostels organisieren immer freien Eintritt und Freigetränke) und danach gehts schlafen um dann aufzuwachen, zu duschen, etwas zu essen… Eigentlich gar nicht so übel, da man fürs Weggehen auch meistens kaum was ausgibt. Aber irgendwann denkt jeder mal, dass das nicht alles sein kann.

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Nach 2 Wochen hab ich mir dann ein Auto gekauft. Mehr eine Bauchentscheidung, als ein Vernunftskauf. Ich ließ mir ein paar Tage Zeit und hatte das Auto auch schon abgeschrieben, als ich dann doch eine 2. Probefahrt machte und die Kiste kaufte. Ein Mitsubishi Pajero Wagon. Ein Geländewagen. Ich kaufte ihn 2 Franzosen ab. Ein Päärchen. Er konnte kein Englisch, sie konnte. Also musste ich mit dieser hinterlistigen Schlange namens Laura verhandeln. Die war so rotzfrech, wollte mir immer irgendwie erklären warum dies und jenes am Fahrzeug nicht funktionierte, obwohl sie scheinbar überhaupt keine Ahnung hatte. Aber da es sich um nichts Lebenswichtiges handelte konnte ich darüber hinwegsehen. Ihr Freund hat mit sehr viel handwerklichem Geschick ein klappbares Bett in den Kofferraum gebaut, sodass du zu zweit oder gar zu fünft unterwegs sein kannst. So jetzt hab ich mein Auto und spar mir jeden Tag das Geld fürs Hostel indem ich im Auto übernachte. Das heißt nicht das ich darin lebe. Ich schlafe dort seit einer Woche, verbringe aber den Tag meist am Hostel. So vergehen die Tage, Bekanntschaften gehen ihren Weg, wie Dakota, der für 2 Wochen auf eine Farm gegangen ist und danach nach Neuseeland fliegt, oder Johannes, der sich einen Van gekauft hat und abgedampft ist. Doch wie das hier so ist lernt man neue Leute kennen, wie die 2 Stuttgarter Nick und Valentin, die ebenfalls auf Weltreise sind und für Australien 3 Wochen eingeplant haben.

Mit Kathrin aus Würzburg versteh ich mich ziemlich gut. So verbringen wir meistens die Tage zusammen. Da wir eine Auszeit von Sydney wollten, kamen wir auf die Idee 3 Tage mit dem Jeep in die “Blue Mountains” zu fahren. Da wir uns mit Nick und Valentin so gut verstanden, fuhren wir zu viert in die Berge.

Blue Mountains – 14. – 17. 11. 2009

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Die erste Bewährungsprobe für mein altes Auto und meine Fahrkünste, oder sollte ich besser sagen Armmuskeln? Also gings los tanken (70 L – 85 Dollar – 56 Euro). Dann in den dichten Stadtverkehr von Sydney. Kathrin und Vale schlafend und fertig vom gestrigen Abend auf der Rückbank und nur der tapfere Nick neben mir als Helfer mit der Karte. Zusammen fanden wir den Weg durch Sydney auf den Great Western Highway Richtung, äh, Westen. Vorbei an staubigen, an alte Westernstädte erinnernden Vororten, mit jeder Menge Autohändlern und Fastfood Häusern. Der Verkehr war dermaßen zäh, das wir nach über einer Stunde und ungelogen gerademal 13 gefahrenen Kilometern seit der Tankstelle erstmal bei Hungry Jacks (Burger King) einkehrten. Etwas erholt gings dann weiter. Motor an, Zigarette an und ab auf den Highway, schon irgendwie ein nettes Gefühl. Der Verkehr lockerte sich dann auch etwas und wir konnten endlich den frischen australischen Fahrtwind genießen.

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In den Blue Mountains angekommen waren wir erstmal etwas enttäuscht. Keine großen Berge in Sicht. Keine krassen Landschaften wenn man aus dem Fenster blickt. Was für ein Vorurteil dachte ich, als wir das erste Mal in der Nähe von Katoomba aus dem Auto stiegen und ein paar Meter weiter ganz unverhofft auf eine grandiose Landschaft blickten. Die Blue Mountains sind wohl soetwas wie der Grand Canyon nur überzogen mit Bäumen. Wenn man in die weite Landschaft schaut und den blauen Dunst sieht weiß man auch warum der Ort hier so heißt.

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Wir verbrachten die Tage mit exzessiven Wanderungen. Meist stieg man über hunderte Treppenstufen ins Tal hinab um sich dann am Ende des Weges wieder hoch zukämpfen (Kathrin hat einmal mitgezählt und kam auf 1100 Stufen nur hochwärts). Die Ausblicke die man dort genießen durfte waren das aber allemal wert. Übernachtet haben wir auf kostenlosen Campingplätzen. Das war immer ziemlich abenteuerlich, da wir uns immer erst nachts dorthin aufmachten und die Wege ziemlich einsam und holprig im Nirgendwo lagen. Am ersten Abend kamen wir auf einem Campingplatz (Perrys Lookout) an. Alles duster, keine Laternen oder Sonstiges, lediglich ein Van mit etwas älteren Herrschaften und ein Feuer, um das ein paar Leute saßen. Mit Kopflampe und Taschenlampe bewaffnet bauten wir das Auto um und das Zelt auf. Danach kochten wir uns noch Spaghetti über dem Gaskocher und gingen für ein Zigarettchen vor zur Aussichtsplattform. Dort angekommen konnte man sich ans Geländer lehnen und hinunterschauen, aber nichts erkennen. Man konnte nicht erahnen, welch Ausblick uns den nächsten morgen erwarten sollte.

Am nächsten Tag begaben wir uns auf eine weitere Wanderung bei den Wentworth Falls, die von allen die spektakulärsten Aussichten bot. Abends ging es wieder hoch abenteuerlich auf einen anderen Campingplatz noch weiter ab vom Schuss und mit noch schlechterer Straße.  Ein anderer Van war mit uns auf dem ziemlich großen Platz. Ich fragte mich ernsthaft, wie der es über diesen Weg bis hierher geschafft hat.

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Wir vier machten uns abends noch ein kleines Feuerchen und, was sonst, Spaghetti. Eigentlich alles entspannt, als wir Bekanntschaft mit einer dicken Spinne machten. Danach hatte keiner mehr Lust am Feuer zu sitzen.

Am nächsten morgen wurden wir wieder überrascht. Kein grandioser Ausblick, sondern ein See inklusive kleinem Wasserfall direkt neben uns. Nach 2 Tagen Schwitzen und Nicht-Duschen ein klarer Vorteil. Auch diesen Tag verbrachten wir mit ausgiebigen Wanderungen entlang atemberaubender Landschaften und bedrohlich steilen Treppen. Diesen Abend verbrachten wir wieder am selben Camping Platz.

Den nächsten Tag ging es dann frühzeitig los Richtung Sydney. Auf dem Weg dorthin besuchten wir einen Wildlife Park. Ähnlich einem kleinen Zoo mit streichelbereiten Tieren. Wie in Deutschland, nur streichelt man hier anstatt Ziegen Kängurus. Endlich mal einheimische Tiere sehen und anfassen! Nach 2 Stunden ging es dann ab in die City. Eigentlich schade. Endlich mal die weite australische Luft geschnuppert, doch am Ende wieder in der Stadt. Andererseits freut man sich so auf die Leute, die man in den Hostels kennengelernt hat.

Die folgenden Tage liefen so ab wie gewohnt. Kathrin und ich bemühten uns begrenzt um Arbeit. Ich verteilte ein paar Lebensläufe in Videotheken und schauten im Internet nach Jobs. Wir stießen auf einen Fruitpicking Job in Griffith. Recht weit weg, aber eine gute Möglichkeit mal hier raus zu kommen. Montag werden wir uns auf den Weg machen. Ich denke wir bleiben für maximal 4 Wochen.

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Die Franzosen und ich haben gestern angestoßen. Renaud hat einen Job in einem französischen Restaurant bekommen und außerdem verlassen sie das Hostel am Montag, da sie in einem Apartment unterkommen. Also stürzten wir uns ins Nachtleben von Kings Cross. Ganz schön abgefahren am Samstagabend.  Ich werd nachher mit Kathrin einkaufen gehen für unseren Trip. Hoffe die Karre hält. Hab heut noch neue Boxen eingebaut, da die alten kaputt gegangen sind.

Ich weiß nicht wie das mit dem Internet ist dort in Griffith. Aber ich werd auf jeden Fall versuchen von dort aus zu berichten.

Ich sende euch allen liebe Grüße aus Australien. Zieht euch warm an und habt Spaß!

Bis zum nächsten Mal!!!

Fotos aus Sydney…

Fotos aus den Blue Mountains…

FUCK!!!

Montag, 09. November 2009

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Mitten bei mir im Hostel! Muss doch nich sein…

Sydney

Dienstag, 03. November 2009

1. November 2009

Hi!

Nachdem ich nach Rauchen und Kaugummikauen nur knapp der Todesstrafe durch Kaugummikauen bis zur Besinnungslosigkeit oder Nikotin intravenös entkommen bin, packte mich die Grippe mit eiserner Hand. Angekommen in Australiens größter Stadt, keuchte und hustete ich mir den Weg frei zum ersten Hostel. Alina und ich hatten vorher beschlossen wieder getrennte Wege zu gehen. Erstmal etwas geschockt von den Preisen hier (12 Euro für die Bahnfahrt vom Flughafen ins Zentrum = 6 Stationen = 15 min Fahrt), sah ich vorerst über die 25 Dollar (rund 15 Euro) für das Bett im 8-Bettschlafsaal hinweg. Dennoch lachte mich der Gedanke an, für fast umsonst in einem Van zu übernachten. Da kam direkt die nächste böse Überraschung. Die einzigen Automärkte für Backpacker in Kings Cross (Backpacker Stadtteil in Sydney), sind ein Witz. Nur eine handvoll Autos und Preise ab 8000 Dollar. Da bleiben nur die am Straßenrand parkenden Blechbüchsen der Backpacker. Einen gabs schon für 5000 Dollar. Wenn ich einen für 4000 erwische, dann hau ich ab aus Sydney! Sowieso hab ich hier grade meinen absoluten Tiefpunkt erreicht. Krank, nicht in der Lage soziale Kompetenzen zu zeigen, kein Van in Sicht, kein super Typ der mit mir rumfährt und außerdem wieder auf mich allein gestellt. Aber vielleicht sollte ich mir einfach keinen Stress machen. Das wäre übrigens einfacher, wenn das Geld hier nicht mit Lichtgeschwindigkeit aus meinen Hosentaschen verschwinden würde. Nebenbei sitze ich gerade im Botanischen Garten von Sydney und über mir kreisen Flughunde, man könnte sie auch mit riesigen Fledermäusen verwechseln. Sydney ist cool, aber mir muss jetz mal was gutes passieren, sonst muss ich mir was überlegen. Wär gern fürn Abstecher mal eben in Berlin;) Also bis zum nächsten Mal!

Fotos folgen!

Singapur mit Nachgeschmack

Dienstag, 03. November 2009

30. Oktober 2009

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Angekommen in der Sicherheitshochburg Singapur. Abgeschottet gelegen auf einer Insel, man könnte dazu auch Alcatraz sagen. Dennoch ohne Probleme erreichten wir das Stadtzentrum und auch wenig später zu Fuss unser Hostel. Auch wieder ganz in Ordnung, wenn auch hier der stetig ansteigende Preis Richtung Süden zur Geltung kam (36 Dollar / 18 Euro fürs DZ die Nacht. Das letzte in Malaysia schlug mit 8 Euro und das letzte in Thailand mit knapp 4 Euro zu Buche). Wir machten uns abends gleich auf Entdeckungstour, immer wachsam uns richtig zu benehmen. Immer korrekt über die Ampel und nicht etwa einfach so über die Straße gehen, rauchen nur auf dem Bürgersteig an der Straße (immerhin!), keine Kaugummis und auf gar keinen Fall Müll fallen lassen. Nervig, aber die Folgen dieser Verbote sah man der Stadt auch wirklich an. Absolut Müllfrei, nichts, naja, 2 Zigarettenstummel hab ich gesehen (diese Schweine!), aber ansonsten selbst in der kleinsten Gasse kein Funken Müll. Erstaunlich. Von den Gerüchten getrieben, dass die Technik in Singapur billig ist, bin ich gleich mal in eines dieser Technikkaufhäuser (ähnlich dem in Kuala Lumpur) gegangen und wurde enttäuscht. Nirgendwo stehen Preise dran, und wenn, dann sind die nicht geringer als bei uns. Sowieso machten diese Kaufhäuser ein absolut zwielichtigen Eindruck. Viel ging danach bei uns nicht mehr. Alina war zudem ziemlich erkältet. So gingen wir diesmal frühzeitig ins Bett. Am nächsten Tag erkundeten wir, nach einem fulminanten Frühstück (nicht!) die weiteren Stadtteile. Gingen am Fluss entlang. Ich ließ mich von der enorm hohen Bauweise beeindrucken, Alina mehr von irgendwas anderem. Danach folgten Burger King (halb so teuer wie bei uns) ein Besuch im Museum für Geschichte und Fotoshootings vor der beeindruckenden Skyline bei Nacht. Am nächsten Tag hatten wir noch Zeit bis zum Nachmittag, so das ich mir noch eine kleine Festplatte, die wirklich saubillig war, kaufen konnte. Danach gabs noch indisches Essen in Little India. War ja ganz in Ordnung, nur hab ich mir an einem der vielen Knochenstücke im Reis, ein ziemlich großes Stück eines meiner Backenzähne abgebrochen. Kein gutes Gefühl mit nem halben Zahn durch die Welt zu reisen. Irgendwie zieh ich zurzeit das Pech am letzten Tag magisch an. Etwas angepisst ging es dann zurück ins Hostel indem wir noch etwas chillten, bis es dann zum Flughafen ging.

Australien, wir kommen!

Fotos folgen!

Kuala Lumpur

Dienstag, 03. November 2009

26. Oktober 2009

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Moin!

Unser Weg führte uns nun Richtung Süden. Mit dem Bus gelangten wir nach Hat Yai im instabilen Süden Thailands. Eine Stadt, etwas gebeutelt durch einen ewig andauernden Streit zwischen der Regierung und der mehrheitlich Muslimischen Bevölkerung dort im Süden.Dementsprechend haben wir dann auch die Leichtigkeit und Freundlichkeit der restlichen Bevölkerung vermisst. Hostel war dennoch super und wir haben Bustickets echt billig bekommen.
Am nächsten Morgen ging es dann los. Goodbye Thailand, es war so schön! Auf in ein neues, unbekanntes Land. Im (super bequemen) Bus gings dann 9 Stunden lang hinein nach Malaysia. Es war schon dunkel als wir die Pforte nach Kuala Lumpur durchschritten. Umso beeindruckender wirkten dann aber die mächtigen, 450 Meter hohen, voll beleuchteten Petronas Twin Towers am Horizont. Und überhaupt. Ich fand es, nach der vielen Natur in den letzten 2 Wochen, richtig scharf, mich mal wieder durch den muffigen Großstadtdschungel zu kämpfen. Nachdem wir in unserem Hostel eingecheckt haben, begaben wir uns zu den Twin Towers. Wirklich ganz schön groß sag ich euch. Das größte Gebäude dass ich je gesehen hab. Was Wolkebkratzer angeht hat die verhältnismäßig kleine Stadt, einiges zu bieten. Sie hat auch einen Fernsehturm, wie unser geliebtes Berlin, nur ist die Aussichtsplattform auf 400 Meter Höhe. Direkt am nächsten Morgen bestiegen wir kostenlos die Brücke zwischen den Twin Towers auf 170 Meter Höhe.

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Wirklich schöne Aussicht, hätte aber noch etwas höher sein können. Danach begaben wir uns zu Fuß in ein echtes Malay-Viertel, in das sich normalerweise kein Touri verirrt. Dort gabs dann leckeres einheimisches Essen für’n Euro und viele Blicke der Leute dort. Pünktlich wie jeden Tag begann 2 Uhr nachmittags der Monsun zu wüten. Vergeblich versuchten wir uns ein Taxi ranzuholen, was dazu führte, dass 2 Männer uns anboten uns in ihrem Auto mitzunehmen. Das war echt nett und wir erfuhren zudem sehr viel über sie und die Stadt. Zugegeben, man hat bei sowas in Asien immer ein leicht flaues Gefühl im Magen, weil man nie weiß ob man für soetwas am Ende was bezahlen muss oder nicht. Wir spinnten uns sogar aus, dass sie uns irgendwo hinfahren um unsere Organe zu verkaufen, da die Fahrt so seltsam lange dauerte. Natürlich war das ein blödes Vorurteil und ich denke, die beiden waren einfach nur total nett und hilfsbereit;) Sie empfahlen uns, in einem berüchtigten Shoppingviertel auszusteigen. Das taten wir dann auch und ich kam in den Genuss das abgefahrenste Elektronikkaufhaus meines Lebens zu betreten. 6-stöckig, überall Laptops, Kameras und Handys. Die echte Elektronik war leider genauso teuer wie in Deutschland, dafür lagen neben den Originalen gleichnoch, als Trost für den recht gering verdienenden Einheimischen, die passenden Fälschungen. Auch wer die SIM-Lock in seinem I-Phone entfernt haben möchte, wurde prompt bedient. Aus jeder Ecke rief jemand Mister, Mister! Und sobald du Interesse gezeigt hast und dich einem Artikel genähert hast stand dann jemand gefährlich nah neben dir. Den wurdest du dann immer erst los, wenn du den Ladenbereich verlassen hast. Am meisten feiern musste ich über die Werbung für ein Antivirus-Programm, die überall aushing, in der mein Held Jacky Chan die Werbefigur mimte. Jacky Chan und Antivirussoftware? Abgefahren. Alina nutzte die Zeit im Übrigen für eine Fußmassage.

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Am nächsten Tag dann, liefen wir schier endlos umher, besichtigten ein paar Sehenswürdigkeiten und verliefen uns ganz böse. Wir liefen und liefen und endeten auf der Stadtautobahn, auf der wir dann weiterliefen. Man muss dazu sagen, dass die Stadt sehr kompakt ist, und man im Grunde alles easy zu Fuß erreichen kann. Kein Vergleich zu Berlin. Letztendlich nahmen wir uns ein Taxi und ließen uns in einen freundlicheren Stadtteil als die Autobahn bringen. Abends sind wir dann noch durch die Einkaufsstraßen von Chinatown geschlendert, auf denen es außer DVD-Raubkopien, Sonnenbrillen-Fälschungen, unechten Taschen und Schuhen nicht soviel gibt. Zurück in unserem Hostel haben wir dann noch mit einem Waliser auf der Dachterrasse abgehangen, der nunmehr seit 4 Jahren durch die Welt reist, nachdem er sein Haus verkauft und seinen Job gekündigt hatte. Am nächsten Morgen ging es dann weiter mit dem Bus (in dem ich grade den Beitrag schreibe) Richtung Singapur.

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Zusammenfassend kann ich sagen, günstige Stadt mit vielen riesigen Gebäuden und interessanten, multinationalen Einwohnern, aber ich denke 3 Tage reichen vollkommen aus. Jetzt bin ich erstmal gespannt auf Singapur, wo du für jeden Scheiß Strafe bezahlen oder in den Knast musst. Hier ist die Todesstrafe auchnoch voll im Trend. Da muss ich mich echt zusammenreißen bei Verboten wie, Rauchen in der Öffentlichkeit oder das Kauen eines Kaugummis. Da vermisst man doch so ein ganz bisschen die gute Berliner Anarchie;)
Bis zum nächsten Mal!

Hier die Fotos…