September 14, 2014

Tag 1 – Alles auf Anfang

life, Sascha Post by

Es ist Montag, der 25. August 2014, abends 21:30 Uhr.

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Gerade bin ich durch mein Gate gegangen. Ich bin gefasst. Die anderen weinen. Ich denke ich brauche Klarheit. Es geht nunmal nicht in den Sommerurlaub, sondern für eine unbestimmte Zeit zum Arbeiten nach Saudi Arabien. Vielleicht ein Jahr, vielleicht fünf. Ein letzter Blick zurück, einmal noch die Hand zum Winken gehoben. Zwei Schritte weiter bin ich dann allein. Vor mir die erste von vielen Kontrollen. Eine halbe Stunde ist noch Zeit. Ich setzte mich neben einen Filipino, der in sein Smartphone starrt. Europäer in Hemden und mit dicken glänzenden Uhren, Araber mit ihren verschleierten Frauen und ungezogenen Kindern. Dann schaue ich durch die gläserne Wand an die Stelle, an der eben noch meine Familie stand.

Mein Platz im Flugzeug ist nicht wie im Internet gebucht vor dem Notausgang. Beinfreiheit ade quetsche ich mich in die Sitznische. Ich frage die erstbeste Stewardess nach einem menschenwürdigeren Sitzplatz. Ich habe Glück. In der mittleren Reihe an der Wand ist eine ganze Reihe frei. Ich verteile mich auf alle drei Sitze, sodass auch niemand auf die Idee kommt mir meinen neuen Freiraum wegzunehmen.

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Der Flug verläuft unspektakulär. Keine Aussicht mangels Fenster. Es gibt Rindergulasch mit Kartoffelbrei zum Abendbrot. Ich kippe alles an Gewürzen rauf. Dazu trinke ich Rotwein. Eigentlich wollte ich Whiskey. Ich schaue mir einen Film an, der nicht besonders gut war, denn ich habe vergessen wir er heißt und versuche zu schlafen. Da neuerdings die Armlehnen nicht mehr vollständig hochzuklappen sind, fällt mir das, trotz dreier Sitze, eher schwer. Trotzdem döse ich irgendwie ins Zwielicht.

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One Response to “Tag 1 – Alles auf Anfang”

  1. Vadda Frank says:

    Hey Sascha, wie schon die aus Australien, fesselt uns Deine Schreibweise sehr. Die Beschreibungen sind so, dass man dringend auf den nächsten Text wartet, die habe ich schon 2x gelesen. Gelegentlich fiebert man mit, ab und zu kann man auch lachen oder die Bedenken mit Dir teilen. Die Stimmungen, so widersprüchlich die auch sein müssen bei so einem Trip kannst Du wirklich erlebbar machen. Obwohl ich mir natürlich ein eigenes Bild zu Deinem Abenteuer zusammengeschustert habe, bin ich doch schnell von Deiner Sichtweise eingefangen.
    Für eine runde Geschichte (Die sie zweifelsfrei irgendwann werden wird) fehlt mir noch der Anfang, an der Mitte schreibst Du gerade und das Ende dieser Geschichte muss das Leben noch „vorschreiben“. Zum Anfang gehören die Stimmungslage, das Motiv und die Überwindung, die Herleitung so zu sagen zu dieser Reise. Welcher Sackgasse wolltest Du entrinnen, welchen Horizont willst Du für Euch beide erweitern.
    Ein bisschen beneide ich Dich, während ich im märkischen Sand buddle. Als ich, wie Du jetzt, 30 Jahre alt war, schrieb man das Jahr 1983 und ich hatte gerade damit angefangen im „märkischen Sand zu buddeln – seinerzeit war es der einzige Sand für den man sich entscheiden konnte. Na ja, wenigstens habe ich keine 42 Grad dabei, eher 12. Wenn Du erst ein Gästezimmer hast, schaue ich mir Deinen Sand an, so lange schreib uns fleißig darüber.
    Bis denne Vadda

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